Kain
Einst ein vollkommen eigenständiges Land, wurde Kain mit der Zeit immer weiter von Rendor geschluckt und dient der Nation nun als nördlichste Provinz, Fischlieferant und allgemeines Ärgernis. Denn die Kairier, so unterschiedlich sie alle untereinander auch sein mögen, haben in eben jenen Jahrzehnten, in denen Rendor durch Überfälle, Scharmützel und Attentate auf die Häupter Kains, die Halbinsel für sich beanspruchte, einen gewaltigen Hass auf das Kaiserreich beschworen. Und sie haben sehr, nun, transparente Wege gefunden, ihn zu zeigen. Allen voran halten sie sich weder an soziale Normen und Traditionen des Südens, geschweige denn an den Codex Morris. Den Codex Paficidis verachten die meisten zutiefst und weigern sich, ihm Folge zu leisten. Aus Sicht der Südländer macht sie das zu Barbaren, Monstern, Ketzern und allgemein ungebildetem Fußvolk. Für die Kairier sind die Südländer nichts weiter als verweichlichtes Volk, dem man Yakwolle statt Hirn in den Schädel gesteckt hat. Sie zeigen wenig Erbarmen mit jedweden Personen aus dem Süden, wenn es darum geht, die Kairische Kultur zu befolgen. Wenn doch die Aufstände Kains mittlerweile zerschlagen, besänftigt oder aufs Abstellgleis gestellt wurden und der Krieg zwischen Kain und Rendor offiziell nicht mehr existiert, reicht den Südländern ihre Yakwolle, um zu wissen, wie unwillkommen sie hier tatsächlich sind.

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