Saya zuckt wieder mit den Schultern, während sie ziemlich desinteressiert diese Hemden und Unterhemden durchgeht. Sie schaut Lisina dann an.
“Dafür, dass sie keine Ahnung hatten wo wir waren, war es schon ziemlich auffällig, dass wir ihnen in die Arme gelaufen sind, kaum dass wir aus dem Lagerhaus raus waren,” sagt sie. “Eher hatte ich den Eindruck, wenn wir nicht herausgekommen wären, die wären ziemlich schnell hineingegangen. Ich kann mich natürlich irren, aber ich glaube nicht.”
Sie zieht noch einmal an ihrer Zigarette.
“Was Mari betrifft, darum geht es ja. Wenn ich sie in Sicherheit bringen wollte, wenn die Kacke am Dampfen ist, dann ist das jetzt ziemlich schwierig geworden. Man sieht, dass sie Imeria ist. Außerdem - ich hätte ihr gerne meine Farben gegeben, sie hat nie gewollt. Sie wollte nie zum Haus gehören. Nun ist sie dem Clan der Kralle verbunden, nicht dem Clan Nayara. Ich weiß nicht, ob du das verstehst, aber das wäre, als würde sie bei den Ratten einer anderen Hand angehören wie ich. Wenn die Kralle jetzt mit der Hand wedelt, dann muss sie mich umbringen, oder sie verwirkt ihr eigenes Leben. Und ich bin in einer Scheiß-Situation, denn was passiert, wenn mein Clan plötzlich befiehlt, etwas gegen den der Kralle zu unternehmen? Ich meine, es ist eher unwahrscheinlich, dass das bald passiert, aber in meinem Bett schläft jemand, der nicht mehr zu mir gehört. Also nein, es ist nicht alles so, wie es soundso war. Dieses Viertel gehört mir. Die Kralle kann nicht alles hier machen, was er will, ohne meine Zustimmung zu haben. Er kann sich die Zustimmung erzwingen, klar, aber es gibt auch bei Imeria Regeln. Bisher hätte ich mich für Mari opfern können, und ich schwöre dir, ich hätte es gemacht. Jetzt ist das anders. Ich weiß nicht, ob ich mich erkärt habe…”
Sie nimmt nun wieder einen Schluck Schnaps, zieht wieder an der Zigarette.
“Bisher stinkt die ganze Sache gehörig zum Himmel. Die Kralle hatte mich an seinem Baum hängen. Und er hat mich dafür bestraft, dass Mari mich geschlagen hat. Er wusste von der Aktion mit dir. Ich habe das Leben von Tätowierten riskiert, um Mari zu retten, und er bestraft mich dafür, dass sie mich geschlagen hat. Das wäre dasselbe, als hätte ich dich nur dafür bestraft, dass du mein Hemd kaputtgemacht hast. Das ist ein Witz - und ich bin mir sicher, dass da viel mehr im Busch steckt. Wärest du nicht aufgetaucht - er hätte diese Handhabe nicht. Und es geht dabei verdammt noch mal nicht zwischen das kleine Theater im Zwilling. Ganz abgesehen davon, dass der Sex mit diesem Abschaum von Theomer gar nicht mal so schlecht war.”
Sie grinst etwas anzüglich.
“Und ja, Gulama ist süß. Ich hätte sie nie gerichtet, auch wenn mich Mari nicht darum gebeten hätte. Ich hätte sie als Spielzeug behalten, auch damit sie vielleicht dem einen oder anderen Gast die Wartezeit verkürzt, wenn ich keine Zeit habe. Aber sie war so ungeschickt, sie ist vom Rand der Badewanne gefallen, kaum dass ich sie berührt habe. Sie hat ein hübsches Gesicht, geile Titten, einen knackigen Arsch. Und sie weiß es auch. Ich weiß nur nicht, ob Mari ihr inzwischen beigebracht hat, wie man das einsetzt. Da lass ich mich lieber von dir vögeln…”