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Sat, Jul 12th 2025 03:37   Edited on Mon, Feb 23rd 2026 12:24

[23. Tag, Vormittags] Das Testament II

Der Ablauf der Morgen im Hause Aetaya ist inzwischen fast schon zur Routine geworden. Wieder hat Lua mit Andeth in einem Bett geschlafen, ohne dass sie ihn, ohne dass er sie berührt hätte. Es ist ein eigenartiges Verhältnis, das zwischen den beiden entstanden ist. Wohl ist er ihr Sklave, sie seine Herrin, und doch wirkt es oft, als ob es Freunde wären, die einfach eine Wohnung, ein Bett teilen. Wenn auch Andeth die meiste Hausarbeit verrichtet, und so auch an diesem Morgen wieder ein äußerst ansehnliches Frühstück hergerichtet hat. Irgendwann scheint Lua ihren morgendlichen Hunger gestillt zu haben.   “Lieber Andeth,” sagt sie zu ihm mit einem ihrer herzlichen Lächeln, “das Frühstück war wieder einmal ganz wunderbar! Vielen Dank! Jetzt muss ich aber wieder zum Skriptorium laufen. Herr Gregorian Velleth ließ ja gestern ausrichten, er hätte heute Zeit für mich. Und danach werden wir uns irgendwann doch um die Ausstellung kümmern müssen. Du hast also wieder frei bis, sagen wir, nach dem Mittagessen. Würde das für dich passen?”   Sie geht danach in ihr Schlafzimmer und kommt wenig später in einem kurzen, geblümten, ärmellosen Kleid zurück. Nun ja, sie sieht auch in diesem Kleid äußerst hinreißend aus. Sie sieht freilich weniger aufreizend aus als in dem hochgeschlitzten, langen schwarzen Kleid, sie ist vielmehr ein einfachess junges Mädchen der Oberschicht, mit ihrem klaren, aufrichtigen Blick, dem strahlenden Lächeln.   “Bis nachher!”   Und schon hat sie die Wohung auch schon wieder verlassen.   Es ist ein schönes Stück bis zum Skriptorium. Doch gutgelaunt nimmt Lua den Weg auf sich, das wichtige Dokument einfach in ihrer Hand haltend. Sie überquert die Prena, verschwindet dann in den Gassen zwischen Prena und dem Olifern, bis sie irgendwann auf dem großen Platz vor dem Skriptorium wieder auftaucht. Natürlich zieht sie einige Blicke auf sich, aber die Viertel, die sie zu durchqueren hat, werden allgemein als sicher angesehen, und so kommt sie glücklich an. Sie klopft abermals an die große Tür.
Sat, Jul 12th 2025 07:21

Erst nach dem dritten Klopfen hört Lua eine Stimme durch die massive Türe, die zum Eintreten auffordert. Der mittelgroße Raum mit der wuchtigen Theke, den Julia betritt, ist hell und sauber. Die sorgfältig verputzten Mauern sind weiß gekalkt, der Bohlenfußboden geölt, hinter dem Ladentisch hängt ein in Rötel ausgeführtes Bild, das eine schreibende Hand mit Federkeil zeigt. Die jüngere Frau hinter der Theke lächelt freundlich und nach einem kurzen, prüfenden Blick sagt sie: „Die Zwillinge mit euch! Ihr müßt nicht anklopfen, einfach eintreten. Was kann ich für euch tun? “   Als Lua den Grund ihres Besuches nennt, nickt die junge Frau. „Ihr werdet schon erwartet. Geduldet euch bitte einen Moment.“, sagt sie und verschwindet durch eine Türe in einen angrenzenden Raum. Wenig später erscheint sie wieder mit einem älteren Mann, der auf seinem Wams das Hauszeichen des Skriptoriums, Federkiel und Tintenfaß, trägt und am Gürtel ein Langmesser. „Etian wird euch zu Herrn Vellez bringen“ : sagt sie und bedeutet Lua dem Bewaffneten zu folgen, der sie durch mehrere Türen in einen Raum führt, dessen Fenster auf einen kleinen Innenhof hinausgehen. Der Raum ist hell, mit sandfabenen Teppichen ausgelegt und spärlich ausgestattet. Ein langer Tisch mit mehreren Stühlen, eine Liege, ein Stehpult und ein Regal mit altertümlichen Keramiken und Statuetten ist alles, was der große Raum birgt. An der Längsseite hängt das Portrait einer Frau in einem dunklen Rahmen. „Bitte setzt euch, Herr Vellez wird gleich bei euch sein.“, sagt Etian und verläßt mit einer kleinen Verbeugung den Raum.   Es dauert nicht lange, bis sich die Türe wieder öffnet und Gregorian eintritt. Sein Gesicht wirkt trotz der angegrauten Haare alterslos und die auffallenden hellen Augen etwas fremdartig. Hinter ihm betritt eine nicht mehr ganz junge Frau mit kurzem brünettem Haar in einem einfachen Kittel, der das Wappen des Skriptoriums aufweist, den Raum. Seine tiefe Baritonstimme hat einen angenehmen Klang. „Schön, euch wiederzusehen, Frau Aetaya! „Meine Assistentin Julia.“, sagt er mit einer Handbewegung zu der Frau hinter ihm und reicht Lua die Hand. Sein Händedruck ist kräftig, aber seine Hand ist ohne die Schwielen harter Arbeit. „Bitte setzt euch doch.“: fordert er Lua höflich auf und deutet einladend auf einen Stuhl am Tisch.  
Sat, Jul 12th 2025 09:13

“Verzeiht mir, ich werde es mir für das nächste Mal merken,” erwidert Lua leise, als die Frau hinter dem Tresen sie auf ihren Fehler hinweist. Dass sie ja nun ein Mitglied der Familie zu sein scheint, und daher auf gar keinem Fall um Verzeihung bitten müsste, das scheint an ihr komplett vorübergegangen zu sein. Jedenfalls wartet sie geduldig, bis der Bewaffnete eintritt, grüßt diesen ebenso freundlich, wie sie es bereits mit der Frau gemacht hat. Sie folgt ihm und setzt sich auf seine Aufforderung hin.   “Vielen Dank!”   Sie beginnt verstohlen, sich in dem Raum umzusehen, ohne sich freilich von dem ihr angewiesenen Stuhl zu erheben. Sie hat jedoch nicht lange Zeit dazu, denn da tritt auch schon Gregorian mit Julia ein. Gregorian kennt sie ja schon vom Empfang des Barons. Es verwundert sie wohl kurz, dass er dieses Mal nicht von der verführerischen Sklavin begleitet wird, vor der Auris sie ja so eindrücklich gewarnt hat. Aber auch diese Frau, irgendwo hat sie sie schon gesehen. Sie kann sich nur nicht erinnern, wo. Aber vorerst springt sie von ihrem Stuhl, setzt ihr nettestes Lächeln auf und grüßt den Leiter des Skriptoriums mit einem Knicks, ganz so, wie sie es bei Rikka gelernt hat. Irgendwie kann sie jedoch fast den Blick von der Frau wenden, die Gregorian begleitet, und die ihr als Julia vorgestellt wird. Nun jedoch muss sie jedoch wohl oder übel ihren Blick von ihr wenden. Sie gibt Gregorian die Hand und wiederholt ganz einfach den Knicks von vorhin noch einmal.   “Die Freude ist ganz auf meiner Seite, lieber, äh… ehrenwerter Herr Vellez,” antwortet sie und wird ob des Versprechers etwas rot. Nun ja, ob des Versprechers und wohl auch deshalb, weil ihr jetzt einfällt, woher sie Julia kennt. Sie war es doch gewesen, die sie in dem Puff unterbringen wollte, die dafür eine ordentliche aufs Maul bekommen hat und auf die Straße geworfen wurde, wo ihr dann ja jemand eine Anstellung im Skriptorium angeboten hat. Und, nun ja, sie sind im Skriptorium, das passt also. Sie zieht es aber vor, das ganze Thema nicht zur Sprache zu bringen. Schließlich ist es in diesem Umfeld unpassend, für sie selbst mindestens ebenso peinlich sie für Julia - und letztere hat sich ja damals schon ziemlich genervt gezeigt über jedes Wort, das Lua zu viel geredet hat. Also streckt sie Gregorian nur die Schriftrolle entgegen, die ihr der Kommandant gegeben hat.   “Der Herr Kommandant hat mir gesagt, ich solle mit diesem Brief zu Euch kommen,” sagt sie dabei etwas schüchtern.
Sun, Jul 13th 2025 02:14

Schon auf den ersten Blick erkennt Julia die junge Frau als das Mädchen, das sie in einem anderen Leben auf der Prena getroffen hatte und in Oris Puff unterbringen wollte. Sie erkennt im gleichen Augenblick aber auch, daß das Mädchen sich nicht sicher ist, ob sie sich schon getroffen haben oder nicht. Es wundert Julia auch nicht weiter. Zu sehr hat sie sich verändert. Ihr Haar, ihre Figur, ihr Auftreten  erinnerten kaum mehr an die Rothaarige am absteigenden Ast, die sie damals gewesen ist. So lächelt sie freundlich und sagt: „Die Zwillinge mit euch.“ Vielleicht ist es der Klang ihrer Stimme oder ihre graublauen Augen, die das Mädchen auf die richtige Spur bringen, denn Julia kann ganz deutlich ihre aufflammende Verlegenheit fühlen. Julia hat zwar keinen Grund, wegen ihres Treffens verlegen zu sein, aber es ist das erste Mal, daß sie Gregorian offiziell in die Geschäfte des Skriptoriums einbindet, und sie will einer flüchtigen Bekanntschaft wegen nicht seinen Unwillen provozieren und hält sich höflich im Hintergrund.  
Sun, Jul 13th 2025 03:30   Edited on Sun, Jul 13th 2025 04:11

Gregorian nimmt das Schreiben entgegen. „Vielen Dank. Nehmt doch bitte Platz.“: sagt Gregorin und wartet, bis Lua sitzt, bevor er Platz nimmt. Er öffnet das Schreiben, überfliegt es und reicht es dann Julia, die links neben ihm sitzt. „Werte Frau Aetaya! Bevor wir zur Sache kommen, darf ich noch ein paar Worte zu der doch recht ungewöhnlichen Transaktion sagen. Im Normalfall tätigt das Skriptorium keine Geldgeschäfte mit Ausnahme der Familie des herrschenden Hauses. Da der Erblasser jedoch hochrangiges Mitglied des Hauses war und eine Genehmigung des Salzbarons vorliegt, machen wir in eurem Fall eine Ausnahme und bieten euch die gleichen Dienste an, in deren Genuß sonst nur die Familie seiner Hoheit kommt. Eure Anteilscheine sichern euch einen kleinen Anteil an den Gewinnen der jährlichen Salzkarawanen. Die Anteilscheine selbst sind vollständig in eurem Besitz und ihr könnt frei darüber verfügen, sie also auch verkaufen, wenn ihr es wünscht, obwohl ich euch davor dringend abrate. Die Abrechnung erfolgt jeweils im zweiten Monat des Jahres und wird über die Kammer des Hauses abgewickelt. Unsere Dienste umfassen die vollständige Abwicklung der Auszahlung durch die Kammer, samt der Gebührenabrechnung, die Möglichkeit, euren Gewinnanteil ganz oder teilweise im Skriptorium zu hinterlegen. In dem Fall habt ihr natürlich jederzeit Zugriff auf die hinterlegte Summe. Allerdings muß ich euch darauf aufmerksam machen, daß unsere Dienste nicht kostenlos sind. Im Falle, daß ihr euch entscheidet, uns in Anspruch zu nehmen, behalten wir fünf Prozent der jährlichen Auszahlungssumme als Bearbeitungsgebühr ein. Es steht euch natürlich frei, unsere Dienste nicht in Anspruch zu nehmen. Allerdings darf ich euch darauf hinweisen, daß die Abrechnung mit der Kammer des Hauses für Personen, die mit den Gepflogenheiten der hoheitlichen Verwaltung nicht vertraut sind, problematisch ist. Daher meine Frage, Frau Aetaya, gedenkt ihr unsere Dienste in Anspruch zu nehmen, oder ist es euch lieber, die Verwaltung eures Vermögens ganz in eure Hände zu nehmen? “  
Sun, Jul 13th 2025 04:14

Lua setzt sich und schaut Gregorian an. Zunächst noch mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen, mit strahlenden Augen. Doch je länger er spricht, desto mehr verschwindet dieses Lächeln aus dem Gesicht, desto größer werden die Augen, desto geröteter ihr Teint. Schließlich, als Gregorian geendet hat, schaut sie zunächst unsicher zu Julia, dann schaut sie wieder Gregorian an. Es dauert eine ganze Weile, und man sieht ihr geradezu an, wie es in ihrem Kopf arbeitet, wie sie versucht all die Informationen, die gerade auf sie eingeprasselt sind, in einer Sprache, die für sie immer noch zu hoch ist, zu ordnen.   “Entschuldigt, Herr Vellez,” erwidert sie schließlich, “auf wie viel werden sich diese Anteile wohl belaufen, so ganz ungefähr. Und kann man darauf auch einen Vorschuss haben? Ich besitze gerade noch 40 Filis, und ich muss mich und einen Sklaven durchbringen, und bis zum nächsten 2. Monat des ganzen Jahres dauert es ja noch ein ganzes Jahr…”   Sie sieht ihn nach wie vor unsicher an.
Sun, Jul 13th 2025 06:49

„Ganz genau kann ich euch die Auszahlungssumme für eure Anteile nicht beziffern, da sie von den jeweiligen Gewinnen der Salzkarawanen abhängt. Aber in einer Hinsicht kann ich euch beruhigen. Bis jetzt sind die ausgeschütteten Summen jedes Jahr gestiegen. Eure Anteile werden für das vergangene Jahr zwischen mindestens 300 und höchstens 400 Lamen liegen. Ich würde sagen, um 350 Lamen ist eine realistische Einschätzung.“ Es klopft an der Türe und nachdem Gregorian zum Eintreten aufgefordert hat, serviert eine Frau Tee, Honig und kleine Schüsselchen mit Gebäck. Gregorian läßt etwas Honig in seinen Tee tropfen, bevor er umrührt und weiterspricht.   „Falls ihr euch dazu entscheidet, uns mit der Verwaltung eures Vermögens zu beauftragen, ist selbstverständlich auch ein Vorgriff bis zur Hälfte des zu erwartenden Ausschüttungsbetrages möglich. Übrigens ist die Abrechnung noch nicht erfolgt und wird erfahrungsgemäß in den letzten Tagen des zweiten Monats erfolgen. Ihr müßt also nicht bis zum nächsten Jahr warten.“ Genüßlich knabbert Gregorian an einem Stück Nußgebäck.  
Sun, Jul 13th 2025 11:00

Lua schaut Gregorian zunächst mit großen Augen an, dann schlägt sie sich mit der rechten Hand vor den Mund. Sie schaut mit denselben großen Augen zwischen Gregorian und Julia hin und her, atmet dabei tief und schnell durch die Nase. Irgendwann wird Gregorian wohl schon fürchten, sie würde endgültig zu hyperventilieren beginnen, da zieht sie ruckartig die Hand wieder weg.   “Drei-dreihundertfünfzig Lamen?” ruft sie dabei wohl lauter als beabsichtigt. “Da leck mir doch jemand Afyras nackten Arsch!”   Urplötzlich wird sie dann aber auch rot und stammelt ein leises “Entschuldigung”, kratzt sich dann am Hals.   “Dreihundertfünfzig Lamen!” wiederholt sie dann schon viel leiser.   Ihr Blick geht vor sich auf den Tisch, wieder sitzt sie eine ganze Weile lang regungslos da, bis ihr Blick wieder zu Gregorian geht. Sie bemüht sich sichtlich, nun selbstsicher und irgendwie vornehm zu wirken, und ihr fast flötender Tonfall wirkt nach ihrem vorherigen Ausbruch irgendwie komisch.   “Ja,” fährt sie nun also fort, “ich werde die Auszahlung über das Skriptorium abwickeln. Und ich hätte gerne eine Anzahlung von 20 Filis, nein, machen wir 40, ach ich nehme gleich einen ganzen Lamen.”   Sie sieht Gregorian gerade ins Gesicht, bemüht um Fassung. Sie kann diese Fassung jedoch nicht lange aufrecht erhalten. Schließlich beginnt sie bitterlich zu weinen.
Mon, Jul 14th 2025 08:35

Ganz kann sich Gregorian ein Schmunzeln bei Luas Ausbruch nicht verkneifen. „Keine Ursache“, winkt er ab, als sich Lua entschuldigt. „In der Überraschung entschlüpft einem schon hin und wieder etwas. Nagelt mich bitte nicht fest, wegen der Summe. Es ist nur ein Schätzung von mir. Vielleicht wird es etwas weniger, vielleicht etwas mehr.“ Als Lua zustimmt, die Verrechnung über das Skriptorium abzuwickeln, gibt er Julia einen Wink die aus einer Ledermappe ein Schriftstück nimmt und es Gregorian reicht. „Ich kann euch versichern, ihr werdet diese Entscheidung nicht bereuen, Frau Aetaya. Ich habe schon den entsprechenden Vertrag ausfertigen lassen. Ihr könnt ihn selbstverständlich den Vertrag von einer unabhängigen Stelle prüfen lassen, bevor ihr unterzeichnet. Aber ich versichere euch, daß das Skriptorium seit seiner Gründung das Vertrauen, das unsere Klienten in uns setzten kein einziges Mal mißbraucht hat. Julia wird euch mit dem Vorschuß helfen. Wollt ihr...“ Gregorian unterbricht sich, als Lua plötzlich in Tränen ausbricht. Höflich wartet er eine Weile, bevor er sich erkundigt ob er etwas für Lua tun könne.  
Mon, Jul 14th 2025 10:42

Lua schüttelt den Kopf, während es sie geradezu durchschüttelt. Eine ganze Weile weint sie fast wie ein kleines Kind, dann irgendwann ringt sie sich mit Mühe zu etwas Fassung.   “Ich befürchte, dabei kann mir niemand helfen,” antwortet sie schließlich. “Es ist nur, jetzt könnte ich meinen Geschw…”   Urplötzlich unterbricht sie sich, schaut zwischen Gregorian und Julia unsicher, fast erschrocken hin und her.   “Es ist einfach, plötzlich 350 Lamen zu besitzen, etwas mehr oder weniger, das ist einfach etwas viel,” kommt sie dann mit einem Erklärungsversuch.   Sie scheint sich etwas gefangen zu haben. Als dann jedoch ihr Blick auf die Narbe auf ihrer Hand fällt, schüttelt sie kaum merklich den Kopf, fällt in sich zusammen und schluchzt noch einmal laut auf. Dann sieht sie Gregorian und Julia wieder, zieht die Nase hoch.   “Welche Formalitäten müssen jetzt noch erledigt werden?” fragt sie schließlich.
Tue, Jul 15th 2025 10:37

Obwohl der Erklärungsversuch Luas an Gregorian verschwendet ist, da er darin weder Sinn noch Logik erkennen kann, nickt er scheinbar verständnisvoll. „Wenn ihr den Vertrag nicht prüfen lassen wollt, dann genügt eure Unterschrift oder euer Zeichen unter dem Vertrag und die Erklärung des Zeugen, daß der Vertrag aus freien Stücken und ohne Zwang eingegangen wurde, um die Angelegenheit in eurem Sinne abzuschließen, Frau Aetaya.“, erklärt Gregorian freundlich. „Meine Assistentin fungiert in dem Fall als Zeugin und wird euch danach mit dem Vorgriff auf eure Auszahlung behilflich sein. Falls ihr aber den Vertrag prüfen lassen wollt, dann verschieben wir den Abschluß bis eure Überprüfung abgeschlossen ist. “  
Tue, Jul 15th 2025 04:41

Abermals schaut Lua den Mann vor ihr mit großen Augen an. Sie ist es einfach nicht gewohnt, wenn jemand in dieser Art und Weise mit ihr spricht, und sie hat alle Mühe, überhaupt zu verstehen, was Gregorian ihr überhaupt mitteilen will. Und so dauert es eine Weile, bis sie antwortet.   “Um ehrlich zu sein, der einzige, der den Vertrag hätte überprüfen können, ist vor einigen Tagen verstorben,” antwortet sie. “Und wäre er nicht gestorben, so gäbe es diesen Vertrag nicht. Ich kann ihn also auch gleich unterschreiben, wenn Ihr ihn denn schon geschrieben habt.”   Sie schaut dann Gregorian wieder stumm an.
Wed, Jul 16th 2025 06:44

„Mein Beileid zu eurem Verlust, Frau Aetaya.“ Gregorian gibt Julia einen Wink, die aufsteht und Schreibzeug, Tintenfaß und Sandstreuer vom Pult holt. Gregorian legt das Schriftstück vor Lua auf den Tisch und erkundigt sich in formellem Tonfall bei Julia. „Bezeugt ihr, daß der gegenständliche Vertrag ohne Zwang und Beeinflussung aus freiem Willen abgeschlossen wurde? “ Julia antwortet genauso formell, daß sie die Freiwilligkeit des Vertragsabschlußes bezeugt, und schreibt sehr konzentriert, aber schon recht sauber ihren Namen in Großbuchstaben an den unteren Rand des Vertrages. „Wenn ich euch bitten darf, Frau Aetaya“: sagt Gregorian und hält ihr die Schreibfeder hin. „Bitte unterzeichnet hier. “ Er legt den Finger auf eine Stelle auf dem Schriftstück. „Bitte zögert nicht, euch an das Skriptorium zu wenden, sollten in Zukunft Fragen oder Probleme auftauchen, Frau Aetaya. Ich bitte euch, mich jetzt entschuldigen zu wollen, ich muß mich noch um eine andere dringende Angelegenheit kümmern. Julia wird euch weiter behilflich sein.“ Er erhebt sich und reicht Lua die Hand. „Die Zwillinge mit euch, Frau Aetaya.“ Bevor er den Raum verläßt, wendet sich Gregorian noch an Julia. „Bei der geringen Höhe der Vorauszahlung benötigt es keine schriftliche Verfügung.“ Dann schließt sich die Türe hinter ihm und Lua bleibt mit Julia allein zurück.  
Wed, Jul 16th 2025 06:48

Julia hat noch nicht lange Schreibunterricht und so ist sie recht stolz auf sich, daß ihre Unterschrift so sauber und fehlerlos zu Papier bringt. „Ich werde mich darum kümmern, Herr Velez!“: sagt sie und als dann Gregorian bei der Türe draußen ist, läßt sie ihr geschäftliches Gehabe fallen. „Hallo.“: schmunzelt sie. „Ich freue mich für dich, daß du so auf die Butterseite gefallen bist.“, sagt sie ohne Anzüglichkeit. „Ich habe mich schon die ganze Zeit gefragt, wer Auris letzte Inspiration gewesen sein könnte, die ihn so gefesselt hat, daß er sie sogar auf den Empfang des Salzbarons mitgenommen hat. Auri war immer großzügig, aber der Empfang, das war schon etwas ganz Besonderes. Tut mir wirklich leid um Auri. Ich habe ihn recht gut gekannt.“, sagt Julia mit ein wenig Trauer in der Stimme, nimmt das unterschriebene Schriftstück und legt es zurück in die Mappe. „Willst du noch etwas Tee und Gebäck oder gleich zur Kasse gehen?“: erkundigt sie sich freundlich.  
Thu, Jul 17th 2025 09:14

Lua nimmt die Feder entgegen. Sie hält sie fest in der Hand, und mit höchst konzentriertem Gesichtsausdruck, mit großer Sorgfalt schreibt sie, in etwas krakeligen Buchstaben, ihren Namen. Das heißt, sie schreibt nicht den ganzen Namen. Denn Gregorian plappert in der Zwischenzeit weiter, und gerade als sie das Lua Ae vollendet hat, sieht sie erstaunt auf.   ‘Aufgrund der geringen Höhe des Betrages’! Nein, Lua hat sich noch nicht daran gewohnt, in den Relationen der reichen Leute zu denken. Geringe Höhe des Betrages! Ein ganzer Lamen! Nun ja, Lua hat jetzt nicht die Zeit, weiter darüber nachzudenken, sie muss ja noch ihren Namen zu Ende schreiben. Also schreibt sie das aya noch dazu, konzentriert. Sie schaut ihren Namen an. Kurz geht eine Röte über ihr Gesicht, dann flickt sie noch schnell ein t zwischen das Ae und das aya. Sie schiebt das Papier zu Gregorian, reicht ihm die Feder.   “Dankeschön! Die Zwillinge mit Euch, verehrter Herr Vellez!”   Und schon hat der Mann den Raum verlassen, und sie ist mit Julia alleine. Sie schenkt ihr ein strahlendes Lächeln, eines jener Lächeln, das in seiner Reinheit, in seiner Aufrichtigkeit so gewinnend wirkt und das wohl schon so manchem Mann den Kopf verdreht hat.   “Wenn du mir damals, als du mich in dem Puff unterbringen wolltest, gesagt hättest, ich würde in nicht einmal einem ganzen Monat 350 Lamen besitzen,” entgegnet sie, “ich hätte dich für komplett verrückt gehalten. Und, um ehrlich zu sein, ich habe dafür eigentlich gar nichts gemacht. Ich habe mich von Auris verwöhnen lassen, habe seinen Wein getrunken, seine Fleischküchlein gegessen. Er hat mir Abendessen in den besten Häusern bezahlt, wunderbare Kleider, hat mich sogar zum Empfang beim Baron mitgenommen. Und das Malen, das war am Anfang anstrengend, aber irgendwann musste ich gar nicht mehr so lange rumstehen, er hat einfach gemalt. Er hat mir Ratschläge gegeben, er hat mir gezeigt, dass ich nicht nur ein nutzloses Etwas bin, das sich den ganzen Tag lang einfach nur durch den Dreck wühlt, um etwas zu Essen zu bekommen. Julia, ich bin nicht einfach nur auf der Butterseite gelandet. Ich bin in den Buttertopf gefallen, ganz und gar, bis obenhin.”   Sie sieht auf die Tischkante vor sich, und fügt etwas verlegen hinzu: “Eigentlich sollte ich mich schämen wegen des ganzen Glücks, das ich gehabt habe.”   Sie sieht Julia dann wieder an.   “Und du?” fragt sie dann. “Ich kann mich noch erinnern, dass du an dem Tag, als du aus dem Puff geflogen bist, von jemandem des Skriptoriums angesprochen wurdest. Bist du die ganze Zeit hier gewesen? Wie geht es dir? Du siehst… so anders aus…”
Mon, Jul 21st 2025 04:35

„Warum willst du dich schämen? Weil dir die Zwillinge zugelächelt und dir Auri über den Weg geschickt haben? Jetzt hör aber auf! Sei froh, daß aus dem ganzen Dreck raus bist!“, sagt Julia und schenkt Lua und sich noch ein wenig Tee ein. „Auri war ein bißchen seltsam, aber auf seine Art war er der feinste Kerl, der mir in meinem Leben begegnet ist, und er hat mehr gesehen als die meisten. Er hat dich nicht nur ausgesucht, weil du hübsch bist, er muß irgendwas in dir gesehen haben. Was nicht heißen soll, daß du ihm nicht gefallen hast.“ Julia schmunzelt. „Auri hat nur zwei Schwächen gehabt: Frauen und Wein.“  Dann nickt sie. „Ja, ich bin noch am gleichen Tag ins Skriptorium gegangen. Gregorian hat mich schließlich eingestellt und seitdem bin ich hier. Nicht nur du bist auf die Butterseite gefallen, Lua, ich auch. Ich verdiene gut, ich habe ein wunderschönes Zimmer und muß mir in der Nacht keine Sorgen machen, daß mich wer ausrauben will oder Schlimmeres. Ich kann mich jeden Tag duschen und wir haben eine wunderbare Heilerin hier. Aber nicht nur das, ich habe sowas wie meine Bestimmung gefunden und einen Strich unter mein altes Leben gezogen.“ Sie zupft leicht an einer Haarsträhne. „Das ist jetzt meine wirkliche Haarfarbe. Naja, ein bißchen muß ich schon mit Walnußsud nachhelfen, wegen der grauen Haare, aber nicht mehr jede Woche einen halben Tag mit Henna herumspielen und ich habe es einfach gespürt, daß es auch äußerlich Zeit ist für eine Veränderung ist. Wo wohnst du denn jetzt? Das kleine Palais steht ja jetzt leer, wie man hört?“  
Mon, Jul 21st 2025 05:18

“Julia, ich freue mich so sehr für dich,” antwortet Lua mit einem ihrer herzlichen, aufrichtigen Lächeln. “Du hast mir so leid getan, damals, als du mir helfen wolltest und dermaßen auf die Schnauze gefallen bist! Und komm mir jetzt nicht nochmal mit all dem, du hättest das nur für dich getan! Es wäre für mich damals ein Riesending gewesen, und das weißt du!”   Sie nimmt die Tasse mit dem Tee auf und nippt daran.   “Ich wohne in einer sehr schönen Wohung, mit Balkon und großen Fenstern, mit schönen Farben an den Wänden, einem herrlichen Bett, mit viel Licht überall,” fährt sie dann fort. “Sie ist gar nicht so weit von der Residenz entfernt, und am Eingang sitzt stets eine Wache, die für die Sicherheit sorgt.”   Sie schaut Julia mit strahlenden Augen an, dann beginnt sie zu lachen.   “Sie haben mir sogar einen Sklaven aufs Auge gedrückt,” fügt sie hinzu. “Ich habe zwar keine Ahnung, was ich mit einem Sklaven anfangen kann, habe auch gar keinen Platz für ihn. Wir teilen uns jetzt mein Bett, nicht dass es nicht groß genug wäre für uns beide. Aber, irgendwie, naja, was würdest du denn mit einem Sklaven machen? Er soll mir wohl bei der Ausstellung von Auris’ Kunstwerken helfen, aber bisher, naja, ich habe so viel zu tun, ich komme fast nicht hinterher! Heute muss ich noch zum Baron persönlich! Und ich habe keine Ahnung, was der von mir will…”
Thu, Jul 24th 2025 03:16

„Nun ja, großteils war es meinetwegen. Ich war damals ziemlich tief in der Scheiße und habe nicht gewußt wie ich über die Runden kommen soll, aber das ist zum Glück Vergangenheit.“, antwortet Julia aufrichtig. Erstaunt zieht sie eine Augenbraue hoch, als Lua von ihrer Wohnung erzählt. „Das klingt großartig! Muß eines der Gebäude sein, die für das Haus reserviert sind. Besser geht es kaum, abgesehen von der Residenz.“, sagt sie ohne Neid. „Einen Sklaven hast du auch? “ Dann lacht sie auf. „Wenn du mit deinem Sklaven das Bett teilst, dann hast du ja schon was gefunden, was du mit dem Kerl machen kannst. Ist er wenigstens hübsch? “: erkundigt sich Julia neugierig. „Eine Ausstellung mit Auris Bildern? Paß nur auf, daß du dir da nicht die Finger verbrennst. Aber wenn du es geschickt anstellst, kannst du vielleicht ein schönes Sümmchen nebenbei verdienen. Ich weiß von ein paar Damen, die es sich einiges kosten haben lassen, um ihre Bilder nicht mehr in Oris Puff hängen zu haben. Du hast eine Audienz beim Salzbaron? Muß ich jetzt gnädige Frau zu dir sagen? “: stichelt Julia gutmütig.  
Thu, Jul 24th 2025 03:28

Lua lacht hell auf, als Julia von Adeth redet, und es dauert eine ganze Weile, bis sie sich wieder beruhigt.   “Nein,” sagt sie schließlich, und sie muss sich immer noch zusammenreißen, um die Worte irgendwie über die Lippen zu bekommen, “es ist nicht so, wie du meinst. Aber ich habe ja nur ein Bett, und ich kann den armen Mann doch nicht gut auf dem Fußboden schlafen lassen. Ich glaube auch nicht, dass er überhaupt wollen würde, wenn ich es darauf anlegen würde. Dafür ist er viel zu viel in seiner Rolle als Sklave verhaftet. Er lässt ja fast nicht zu, wenn ich ihm helfe, den Tisch abzuräumen.”   Sie hört ihr dann wieder einigermaßen ernst zu, bevor sie erneut zu lachen beginnt.   “So weit kommt es noch!” ruft sie aus. “Gnädiges Fräulein! Ich bin ja keine 110 Jahre alt! Also, ich bin die Lua, und das bleibt auch so. Ich bin ja nicht irgendwie besser oder vornehmer, nur weil ich jetzt stinkreich bin! Nein, nein, meine liebe Julia, wenn du mich gnädiges Fräulein nennst, dann rede ich kein Wort mehr mit dir! Nebenbei weiß ich ja gar nicht, was der Baron überhaupt von mir will. Womöglich will er mir nur die Anteile abkaufen. Darf man eigentlich ablehnen, wenn der Baron das machen will?”    
Thu, Jul 24th 2025 05:45

„Was? Der kriecht bei dir unter die Decke und behält seine Hände brav bei sich? Dann steht er auf Männer oder es ist ihm was Wichtiges abhanden gekommen.“, kommentiert Julia grinsend. Dann hebt sie abwehrend die Hände. „Keine Angst! So weit kommt es nicht, daß ich dir einen Titel umhänge oder dich wie eine Adelige anrede. Das geht mir selbst gegen den Strich.“ Julia nimmt sich noch ein Stück Gebäck. „Greif nur zu, wenn du magst. Wo die herkommen, gibt es noch genug“, sagt sie zu Lua und ißt ein Stück.   „Klar kannst du ablehnen. Die Anteile gehören dir und du kannst damit tun, was du willst. Da traut sich auch der Salzbaron nicht, daran zu rütteln. Außerdem glaube ich nicht, daß ihn deine paar Lamen interessieren. Deine Anteile zu verkaufen, wäre mit Abstand das Blödeste, daß du tun könntest, selbst wenn sie dir 2000 Lamen dafür bieten oder mehr. Bis jetzt sind die Anteile jedes Jahr wertvoller geworden und sie werden ziemlich sicher weiter steigen. Vielleicht kriegst du in zwei, drei Jahren schon fünfhundert im Jahr und die Anteile sind so sicher, wie morgen früh wieder die Sonne aufgeht. Also gib sie nicht her, Lua. Ich bin zwar immer noch in Ausbildung, aber das weiß ich ganz genau.“  
Fri, Jul 25th 2025 08:06

Dieses Mal beschränkt sich die Reaktion auf ein belustigtes Lächeln.   “Ich weiß nicht,” antwortet Lua. “Es ist jetzt nicht so, dass die Verehrer bei mir Schlange stehen wollten. Ich habe vor ein paar Tagen den Leif Thorbenson, weißt du, den Fischerkapitän, der das große Haus unten am Hafen baut, in den Duftenden Garten eingeladen. Der war ganz schön froh, wenn er wieder weg konnte!”   Dann wird sie wieder ernster.   “Naja, vielleicht will der Baron ja nicht, dass irgend so eine dahergelaufene Gossengöre plötzlich Anteile besitzt,” meint sie. “Und wenn man ablehnt, landet man dann in den Verließen vom Kommandanten oder seiner Folterfurie. Aber ich weiß wirklich nicht, was er von mir wollen könnte. Ich meine, er ist der Baron der ganzen Stadt, und ich bin doch nur Lua Aetaya. Aber wir werden sehen.”   Sie lächelt wieder ihr reines, klares Lächeln.   “Aber es freut mich, dich wieder gesehen zu haben,” sagt sie dann. “Ich meine, so ganz vergessen konnte ich dich ja nie, dazu war dein Gemälde doch allzu prominent präsent im Salon des Meisters. Und dass du nun sogar die Vertraute des Herrn Vellez bist… Julia, du bist ja drauf und dran eine sehr wichtige Person zu werden!”   Das Lächeln wird breiter und offenbart ihre fast blütenweißen Zähne.   “Aber ich werde dich nicht mehr lange aufhalten,” antwortet sie. “Vielen Dank, liebe Julia! Wir könnten doch einmal miteinander zu Abend essen. Die Bediensteten des Meisters haben eine Gastwirtschaft bekommen, das würde doch sehr gut passen, oder?”  
Fri, Jul 25th 2025 03:37

„Thorbenson sagt mir nichts“: antwortet Julia. „Aber eines kann ich dir sagen, laß ihn ziehen, wenn er keinen Wert auf deine Gesellschaft legt. Du kannst an jedem Finger zehn haben, wenn du willst.“ Julia schüttelt den Kopf. „Wenn er nicht gewollt hätte, dann hättest du deine Anteile nicht. Er muß jede Transaktion genehmigen und bei dir hat er eine Ausnahme gemacht. Herr Vellez sagt, daß es sehr ungewöhnlich ist, daß Anteile an jemanden übertragen wurden, der nicht dem Haus angehört.“ Julia erwidert Luas Lächeln. „Ich habe mich auch gefreut.“ Für einen Moment huscht ein Schatten der Trauer über ihr Gesicht. „Ich habe es erst bei der Aufbahrung von Egor erfahren, daß er das Bild von mir im Salon aufgehängt hat. Ich habe eher angenommen, daß er mich jeden Tag aufs Neue verflucht.“ Etwas verblüfft schaut sie Lua an: „Ich und Vertraute von Herrn Vellez? Das glaubst du doch selbst nicht! Ich bin in Ausbildung und er kümmert sich um jeden Einzelnen von uns, will sehen, wie wir uns in verschiedenen Situationen verhalten. Wenn er eine Vertraute hat, dann ist es T’Sai, sicher nicht ich. Du hast mich nicht aufgehalten, Lua, ganz im Gegenteil, und ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns wiedersehen. Laß einfach eine Nachricht draußen am Empfang, wann du Zeit hast. So, laß uns zusehen, daß zu deinem Geld kommst.“ Julia steht auf, öffnet Lua die Türe und geleitet sie hinaus in den Empfangsraum. Ohne weitere Formalitäten wir Lua die Summe von 100 Filis ausgezahlt und Julia verabschiedet sich freundlich von ihr.  
Fri, Jul 25th 2025 05:37

“Vielleicht sollte ich mich wieder an das Arsenal stellen,” antwortet Lua mit einem belustigten Lächeln, “mal sehen, ob ich jetzt mehr Erfolg habe als vor meinem Aufenthalt bei Auris. Auch, und übrigens, ich habe eigentlich fast immer Zeit. Ich brauche mir ja keine großen Sorgen um irgendwas mehr machen. Aber, das Bild, magst du es haben? Ich würde es dir gerne schenken.”   Sie sieht Julia an, wartet eine Zeit lang bis sie fortfährt: “Mir wurde gesagt, um all das Zeug um die Anteile kümmert sich Herr Vellez persönlich. Es ist ihm also schon ziemlich wichtig. Und wenn er es dir anvertraut, dann meint es, dass er wohl große Stücke auf dich hält. Ich habe mir schon gedacht, dass, wenn ihn jemand begleitet, es diese T’Sai sein wird. Um so mehr hat es mich gefreut, gerade dich an seiner Seite zu sehen.”   Sie geht nun mit Julia, lässt sich ihr Geld auszahlen und steckt es in ihr Säckel, wobei sie ganz schön stopfen muss, um all die Münzen in ihm unterzubringen. Sie sieht dann Julia an. Plötzlich macht sie einen Schritt auf sie zu und umarmt sie.   “Vielen Dank für alles,” sagt sie und drückt sie fest.  
Sun, Jul 27th 2025 11:25   Edited on Thu, Aug 7th 2025 12:26

„Ach was! Er hat mich heute als seine Assistentin mitgenommen, weil ich dabei nicht viel falsch machen kann, aber trotzdem einen Einblick bekomme, wie die Dinge gehandhabt werden, und er kümmert sich immer persönlich um die Angelegenheiten des Hauses, auch wenn es nur deine Anteilsscheine sind. Es ist ein Prinzip von ihm und kommt auch gut an.“ sagt Julia und sieht Lua überrascht an. „Das Bild?“ Für einige Augenblicke überlegt sie. „Danke, daß ist wirklich lieb von dir. Aber ich wüßte nicht, wohin damit. In mein Zimmer paßt es nicht und sonst habe ich keine Möglichkeit, es aufzuhängen. Wäre doch schade, wenn es irgendwo verstaubt. Vielleicht später einmal, ich werde ja nicht ewig hier im Skriptorium wohnen, wenn du es dann noch hast.“ Sie erwidert die Umarmung. „Keine Ursache, Lua, ich habe nur meine Arbeit gemacht. Nochmals vielen Dank für das Angebot mit dem Bild. Die Zwillinge mit dir.“ Julia winkt Lua nochmals zu, bevor sie im Inneren des Skriptoriums verschwindet.  
Sun, Jul 27th 2025 05:45

“Ich werde es haben, liebe Julia,” antwortet Lua mit einem Lächeln. “Ich werde es haben, bis du endgültig sagst, du willst es nicht mehr haben. Und auch dann, ich wette du könntest damit eine schöne Stange Geld verdienen. Du bist… einfach so schön darauf!”   Aber da ist Julia auch schon wieder aus dem Raum verschwunden, und Lua ist alleine. Sie wendet sich also an die Frau in der Eingangshalle, grüßt noch einmal freundlich und schlüpft dann durch die schwere Tür auf die Straße.   Es ist eigenartig, mit so einem schweren Säckel im Kleid zu laufen. Und wohl ist es nichts Neues, dass Lua einige Blicke auf sich zieht, doch heute scheint es ihr umso mehr aufzufallen. Nein, nicht dass sie dabei an ihr bezauberndes Aussehen, ihre so reine Ausstrahlung denkt. Sie denkt einzig und allein an die Hundert Filis in ihrem Säckel und daran, dass sie jeden Moment ausgeraubt werden könnte. Sie will nicht auffallen, aber sie kann nicht anders, als ihre Schritte zu beschleunigen. Sie rennt nicht, denn das würde jedem ins Auge fallen. Es dauert also dieses Mal weniger lang als auf dem Hinweg, ins Residenz-Viertel zu gelangen. Sie geht jedoch vorerst nicht zu ihrer Wohnung. Denn auf dem Weg dahin befindet sich die Kaserne und die Residenz. Und zu ersterer Lokalität lenkt sie ihre Schritte.   Ihr Magen zieht sich zusammen, als sie auf die Wachen am Tor zugeht. Sie hat nichts zu befürchten, und doch: Die Furcht vor den Wachen Thornhoffs konnte sie bisher nicht ablegen. Und sie atmet tief durch, bevor sie vor sie hintritt und mit nur ganz leicht zitternder Stimme sagt: “Guten Tag! Ich möchte gerne zum ehrenwerten Kommandanten, Herrn Reland Arn Melvart!”
Der Soldat erkundigt sich nach Luas Namen und verschwindet in der Wachstube des Torbaues. Es dauert nicht lange, bis er wieder zurück ist, Lua auffordert, ihm zu folgen, und sie durch die Korridore des Kasernenflügels führt, die für sie alle gleich aussehen. Als er endlich an eine Tür klopft, ist sich Lua nicht mehr ganz sicher, alleine hier wieder rauszufinden. Der Soldat macht Meldung und der Adjutant fordert Lua auf, sich zu setzen. Es dauert nicht mehr lange, bis sich die Türe öffnet und der Kommandant erscheint. Sein Gesichtsausdruck ist noch verschlossener als sonst. „Die Zwillinge mit euch.“: grüßt er Lua. „Kommt! Seine Hoheit wartet schon auf euch.“   Reland führt Lua schweigend zu einer Doppeltüre, die von einem Doppelposten der Leibwache bewacht wird, und dann durch eine prächtig ausgestattete Zimmerflucht bis zu einer Türe, an die der Kommandant klopft und die Aufforderung zum Eintreten abwartet. Dann öffnet er die Türe, winkt Lua, ihm zu folgen, und betritt das prächtig ausgestattete private Arbeitszimmer des Salzbarons. Reland nimmt Haltung an und salutiert vor Karthes Thornhoff, der hinter seinem Schreibtisch sitzt und im Moment des Eintretens von dem Schriftstück, in dem er gelesen hat, aufschaut. „Hoheit! Frau Aetaya zu eurer Verfügung.“, meldet er mit einer Geste auf Lua.  
Mon, Jul 28th 2025 09:45

Nicht nur, dass sich Lua immer wieder fragt, ob sie hier wirklich alleine wieder hinausfindet, nein, ihr steckt den ganzen Weg lang ein Kloß im Hals. Wie viele mögen diesen Weg schon gemacht haben, ohne jemals wieder das Tageslicht zu sehen? Sie denkt daran, wie kurz sie davor war, eben hier zu verschwinden, damals, bei dem Besuch von Reland bei Auris. Wie oft sie gerade noch den Wachen entkommen war, wenn der Hunger sie dazu gedrängt hatte, irgendetwas zu stehlen. Und wie unwirklich es eigentlich war, dass sie nun hier entlangläuft, die Wachen sie mit “Ihr” anreden, und sie gleich zum Baron persönlich gebracht wird.   Sie grüßt den Kommandanten noch immer übertrieben respektvoll, nicht aus Kalkül, sondern weil sie einfach nicht anders kann. Obwohl sie der Kommandant nicht mehr wie jemanden behandelt, der in der Hierarchie unter ihr stehen würde. Eher tritt er immer wieder als ein Freund auf, ein Freund, wie er dem Meister gewesen ist. Doch Lua wird noch lange brauchen, um sich daran zu gewöhnen.   Der Weg führt weiter durch endlose Gänge, aber nicht mehr in diesem tristen Grau der Kaserne. Und dann, plötzlich, steht sie im Arbeitszimmer des Barons. Des Barons persönlich! Lua bemüht sich augenblicklich, ihren schönsten Rikka-Knicks zu machen, merkt aber genauso augenblicklich, dass ihr Kleid zu kurz dafür ist. Sie kann nicht den Saum greifen, um ihn auseinanderzuziehen. Sie wird leicht rot.   “Ehrenwerte Hoheit, Euer Durchlaucht Baron,” beginnt sie etwas unkonventionell, “es ist mir eine Ehre, von Euch empfangen zu werden!”
Tue, Jul 29th 2025 08:59   Edited on Tue, Jul 29th 2025 09:00

„Ausgezeichnet, danke!“: erwidert der Salzbaron und wendet sich Lua zu. Es ist nicht bloß der Rang und die Uniform, die Respekt einflößen, sondern vor allem die Ausstrahlung des Salzbarons. Doch jetzt mildert für einen Moment ein verhaltenes Schmunzeln den Eindruck von Härte und Machtbewußtsein als er von Lua begrüßt wird. „Bitte, Frau Aetaya, nur keine übertriebene Förmlichkeiten. Es genügt in diesem Rahmen völlig, mich mit meinem Titel anzusprechen. Danke, daß ihr gekommen seid.“ Karthes erhebt sich, kommt hinter dem Schreibtisch hervor und bietet Reland und Lua Platz an einem kleinen Besprechungstisch an, bevor er sich setzt. Er wartet, bis sich seine Gäste gesetzt haben, bevor er sich an Lua wendet.   „Ihr seid meinem Onkel in seinem letzten Lebensabschnitt näher gestanden, als die meisten von uns und ihr habt sein Schaffen, seine Arbeitsweise aus nächster Nähe miterleben können. Der Kommandant hat euch über den Plan, die Werke meines Onkels im kleinen Palais auszustellen, bereits unterrichtet und dankenswerterweise, habt ihr zugesagt, bei der Organisation dieser Ausstellung behilflich zu sein. Ursprünglich war eure Mitwirkung bei der Auswahl der Werke meines Onkels vorgesehen, doch der Kommandant und ich sind der Ansicht, daß ihr die geeignete Person seid, nicht nur die Auswahl, sondern die künstlerische Leitung unseres Projekts zu übernehmen. Das beinhaltet unter anderem die Renovierung des hinteren Flügels des kleinen Palais in Zusammenarbeit mit unserem Architekten, die Anordnung der Ausstellungsstücke, Präsentation und Auswahl der Werke. Ihr würdet im Falle der Übernahme der Aufgabe natürlich angemessen entlohnt und so ihr es wünscht auch eine Dienstwohnung im kleinen Palais zur Verfügung gestellt bekommen. Was sagt ihr dazu?“: erkundigt sich Karthes.    
Tue, Jul 29th 2025 09:42

Lua sitzt aufrecht, so wie es ihr Rikka gelehrt hat, und ganz am Rand des Stuhles. Sie sieht den Baron an. Es ist nicht das erste Mal, dass sie ihm gegenübersteht, es ist nicht das erste Mal, dass sie ihm die Hand gegeben hat. Aber doch fühlt sie sich ganz winzigklein vor diesem mächtigen Mann, der seine Autorität nicht nur innehat, sondern auch in gehörigem Maße ausstrahlt. Als er dann zu reden beginnt, werden ihre ohnehin nicht kleinen Augen größer und größer. Sie muss sich wohl konzentrieren, um der Rede des Barons in dieser vornehmen Ausdrucksweise überhaupt folgen zu können. Sie kann sich wohl irgendwie vorstellen, was Renovieren heißt, aber wozu man genau einen Architekten braucht um eine Wand neu anzumalen, das weiß Lua nicht so genau. Am Ende schaut sie den Baron noch eine ganze Weile an, ohne irgendetwas zu sagen.   “Aber Herr Baron,” fragt sie ihn schließlich ziemlich kleinlaut, “glaubt Ihr denn, dass ich das kann?”
Thu, Jul 31st 2025 03:06

Schmunzelnd streicht sich Karthes Thornhoff über den Schnurrbart. „Frau Aetaya, eure Frage erübrigt sich. Wenn ich euch für unfähig halten würdet, säßet ihr nicht hier und ich würde dieses Gespräch mit jemand Anderem führen. Natürlich, ihr werdet euch anstrengen müssen und lernen. Doch mein Onkel hat sehr viel von euch gehalten und ich bin durchaus geneigt auf seine überragende Menschenkenntnis zu vertrauen. Eine andere Frage aber ist von wesentlich einschneidender Bedeutung. Glaubt ihr, daß ihr es könnt?“: erkundigt sich der Salzbaron und läßt dabei Lua nicht aus den Augen.      
Thu, Jul 31st 2025 03:10

Lua schafft es nicht, dem Blick des Barons stand zu halten. Sie wird wieder rot im Gesicht, und mit einem unschuldigen Lächeln lenkt sie ihre Augen auf die Tischplatte zwischen ihnen. Dort verweilt sie eine kleine Weile, bevor der Blick wieder zu ihm hoch geht.   “Herr Baron,” antwortet sie, “ich muss Euch gestehen, dass ich nicht mehr weiß, was ich glauben soll. Ich habe geglaubt, dass ich das Ende von so vielen mache, und zwar irgendwann vor Hunger oder wegen irgendeiner Krankheit in einem Keller dieser Stadt zu sterben. Ich habe geglaubt, dass ich für immer arm sein werde. Dann hat mir Meister Auris ein zuhause gegeben, und ich habe geglaubt, dass ich irgendwann wieder gehen werde, mit meinem Geld, dem bisschen Glück und irgendwo neu anfangen werde. Dann habe ich geglaubt, dass ich mit dem Geld, das er mir hinterlassen hat, ein schönes Leben haben werde, und das war’s. Nie hätte ich aber geglaubt, dass ich eines Tages an Eurem Tisch sitze und Ihr redet beinahe so mit mir, wie es der Meister getan hat. Nie hatte ich geglaubt, dass Ihr mir diese Fragen stellt. Und wenn Ihr mir jetzt noch sagt, dass ich eines Tages auch noch meine Geschwister wieder bei mir habe, so muss ich inzwischen wohl auch das glauben.”   Sie sieht nun etwas unsicher zum Kommandanten. Hat sie jetzt wieder zu viel gesagt? Schließlich fügt sie noch hinzu: “Ich weiß nicht, ob ich es kann, aber ich kann auch nicht mit ruhigem Gewissen glauben, dass es nicht so wäre.”
Sun, Aug 3rd 2025 06:14

Karthes hört sich an, was Lua zu sagen hat, ohne sie zu unterbrechen. „Auch mir wurde es nicht in die Wiege gelegt, einmal an der Spitze des Hauses zu stehen, Frau Aetaya. Es zwingt euch niemand, mein Angebot anzunehmen. Wenn es euch lieber ist ohne Aufgabe, ohne etwas zum Besseren verändern zu wollen, euren Wohlstand zu genießen, braucht ihr es nur zu sagen und die Angelegenheit ist damit erledigt. Wenn ihr jedoch eine Aufgabe haben wollt, mit der ihr wachsen könnt und dabei die Stadt und das Leben der Menschen bereichern, dann solltet ihr mein Angebot erwägen. Laßt mich euch die vorherige Frage etwas anders stellen, Frau Aetaya. Traut ihr es euch zu, diese Aufgabe zu meistern?“      
Sun, Aug 3rd 2025 07:10

Luas Blick senkt sich wieder auf die Platte des Schreibtisches. Sie kaut etwas auf ihrer Unterlippe herum. Sie schaut kurz zu Reland. Es ist ein unsicherer Blick, beinahe so, als erwarte sie, er würde für sie antworten. Dann jedoch sieht sie doch wieder dem Baron in die Augen. Sie seufzt tief, bevor sie zu sprechen beginnt.   “Herr Baron,” sagt sie also, “ich will ganz ehrlich sein. Ich weiß nicht, ob ich das kann, ob es zu viel für mich ist. Bevor ich jedoch auf Meister Aurean traf, war es mir nie gestattet, mir etwas nicht zuzutrauen. Ich musste alles, einfach alles versuchen, um über die Runden zu kommen. Und es wäre also falsch, damit jetzt anzufangen. Ich werde es also versuchen, ich kann Euch versichern, ich werde die Ausstellung so gut vorbereiten, wie ich das kann. Das bin ich schon nur dem Meister schuldig. Ich hoffe, das was ich kann, wird reichen.”
Tue, Aug 5th 2025 11:14

„Sehr gut! Euer Bestes geben zu wollen, scheint mir ein guter Anfang zu sein, Frau Aetaya! Ihr werdet natürlich Unterstützung haben. In allen baulichen Belangen steht euch unser Architekt zur Verfügung und kostenseitig wird euch die Kammer beraten. Soweit ich weiß, ist euch bereits ein Schuldsklave zu euerer persönlichen Unterstützung zugewiesen worden. Ihr habt in künstlerischer Hinsicht nahezu freie Hand, so lange es nicht sensible Bereiche berührt. Mehr darüber erfahrt ihr noch vom Kommandanten.“ Karthes erhebt sich. „Dann bleibt mir nur mehr, euch meinen Dank auszudrücken und euch viel Glück und Erfolg zu wünschen, Frau Aetaya. Mögen die Zwillinge ihre Hände über euch halten.“      
Wed, Aug 6th 2025 06:45

Zur Abwechslung wird Lua wieder einmal rot.   “Oh, es gibt doch nichts zu danken, Herr Baron,” sagt sie sichtlich verlegen. “Ganz im Gegenteil, ich muss Euch danken. Und ich hoffe, Ihr werdet zufrieden mit mir sein. Die Zwillinge mit Euch!”   Auch sie steht auf, macht noch einen Knicks. Wer hätte gedacht, wie ungeschickt sie sich noch vor wenigen Tagen dabei angestellt hatte, so elegant sie ihn inzwischen auszuführen versteht! Dann ist aber der Baron auch schon aus dem Zimmer geeilt, und Lua mit dem Kommandanten allein. Fragend sieht sie ihn an.
Auf dem Weg zurück fallen Lua vielleicht die vielen Soldaten in den Gängen des Herrscherflügels auf. „Ich muß leider unser weiteres Gespräch verschieben, denn eine überaus wichtige Angelegenheit erfordert meine ungeteilte Aufmerksamkeit.“: sagt der Kommandant, als sie den Herrscherflügel verlassen. „Ich lasse euch einen Passierschein ausstellen und stelle einen Mann ab, der euch zum Tor bringt. Ich bin mir nicht sicher, wie sich die Angelegenheit entwickeln wird und kann euch daher auch nicht sagen, wann ich Zeit für euch erübrigen kann. Ich werde euch in den nächsten Tagen verständigen lassen, aber ich werde Befehl geben, daß ihr euch morgen die Räumlichkeiten im hinteren Bereich des kleinen Palais ansehen könnt, um einen Eindruck von der Örtlichkeit bekommt. Ihr könnt euch dann bereits Gedanken über die Präsentation machen.“ Bei seinem Arbeitszimmer gibt er einem Posten den Befehl, Lua nach der Ausstellung des Passierscheins zum Tor zu bringen und weist nach dem Eintreten seinen Adjutanten an, für Lua einen Passierschein auszustellen, dann verabschiedet er sich von Lua und läßt sie im Vorraum seines Arbeitszimmers zurück.      
Fri, Aug 8th 2025 07:05

Es bleibt Lua nun nichts anderes mehr übrig, als die Kommandatur zu verlassen und sich wieder auf den Weg zu ihrer Wohnung zu machen. Tausend Gedanken schwirren in ihrem Kopf herum, tausend Gefühle ringen mit sich in ihrem Körper. Aber eines wird immer stärker: Sie wird dem Meister eine würdige Ausstellung organisieren. Plötzlich bleibt sie stehen.   Julia hat immer gesagt, wie viel die Bilder Geld bringen würden. Sollte das etwa heißen, dass die Bilder verkauft werden sollten? Sie hatte sich immer vorgestellt, dass die Leute die Bilder einfach nur ansehen sollten, sich in ihnen verkriechen, sie auf sich wirken zu lassen und erkennen, was für ein großer Meister Aurean Leatus denn gewesen wäre. Liegt sie da falsch? Sie muss fragen. Aber wen? Am besten den Baron selbst. Sie muss ihm schreiben. Sie kann aber nicht schreiben. Da fällt ihr eine Frau ein, die immer nett zu ihr gewesen ist, und die definitv schreiben kann, die eigentlich so mehr oder weniger alles kann, was Lua sich so vorstellen kann.   Sie geht also zurück zum Skriptorium. Und fragt die Dame in der Eingangshalle nach Julia.
Sat, Aug 9th 2025 08:58

[Skriptorium] „Wenn ihr bitte einen Moment Platz nehmen wollt, ich lasse nach Julia schicken.“: sagt die junge Frau am Empfang höflich und verschwindet für einen Moment in einem anderen Zimmer, bevor sie zurückkommt. Es dauert nicht lange, bis ein Bediensteter mit dem Wappen des Skriptoriums auf seinem Kittel zurückkommt und ein paar leise Worte mit der jungen Frau wechselt, die sich anschließend an Lua wendet. „Es tut mir leid, Julia ist in einer wichtigen Besprechung mit Herrn Velles und wir wissen leider nicht, wie lange es dauern wird. Aber vielleicht kann ich oder jemand anderer euch behilflich sein?“: erkundigt sich die Bedienstete freundlich.      
Sat, Aug 9th 2025 04:57

Einen Moment lang macht Lua ein etwas enttäuschtes Gesicht. Bald danach kehrt aber wieder das so freundliche, reine Lächeln auf ihr Gesicht zurück.   “Das ist kein Problem,” antwortet sie. “Ich habe Zeit. Ich warte gerne. Ich möchte nämlich auch mit Fräulein Julia noch etwas besprechen, das mir das letzte Mal ganz entfallen ist…”   Sagt es und tritt einige Schritte zurück. Sie sieht sich um, findet einen Stuhl an der Wand. Dann setzt sie sich hin und wartet.
Sun, Aug 10th 2025 10:12

[Skriptorium] "Ihr könnt gerne warten, doch es könnte lange dauern.": sagt die junge Frau am Empfang höflich und wendet sich wieder ihrer Arbeit zu. Nach einiger Zeit läßt sie von einer Bediensteten Tee für Lua bringen.      
Sun, Aug 10th 2025 09:55

Und so sitzt Lua da, und wartet, und wartet, und wartet. Sie bedankt sich äußerst freundlich und mit einem ihrer so gewinnenden Lächeln für den Tee. Sie trinkt ihn langsam. Und wartet. Hat jemals jemand, der dem Haus so nahe steht, dass er gar Anteile an den Salzkarawanen besitzt, jemals schon so lange und so geduldig gewartet?
Wed, Aug 13th 2025 09:03

[Skriptorium] Nach einer Weile schickt die junge Frau am Empfang wieder einen Bediensteten, um nach Julia zu sehen. Als er zurückkommt und ihr leise berichtet, wendet sich die Frau an Lua. „Es tut mir leid, Frau Aetaya, aber Herr Vellez hat unmißverständlich klargemacht, daß er nicht gestört zu werden wünscht. Wenn ihr Julia in einer Angelegenheit sprechen möchtet, die mit den Dienstleistungen des Skriptoriums zu tun hat, bin ich sicher, daß einer unserer anderen Bediensteten euch zu eurer vollsten Zufriedenheit zu Diensten sein kann.“: erklärt die Empfangsdame höflich.    
Wed, Aug 13th 2025 03:36

Lua lächelt wieder freundlich, ja fast herzlich.   “Macht Euch bitte um mich keine Gedanken,” erwidert sie. “Ich kann warten, auch wenn es lange dauert. Ich habe heute sowieso nichts mehr vor.”
Sat, Aug 16th 2025 08:20

Es dauert lange, bis Julia endlich erscheint. Ihre Augen sind rot geweint und es steht ihr ins Gesicht geschrieben, daß sie jetzt kein Bedürfnis nach einer Plauderei verspürt. Trotzdem ist sie höflich, als sie Lua anspricht. „Tut mir leid, daß es so lange gedauert hat. Ich war in einer Besprechung. Ich habe gehört, du hast nach mir verlangt. Was kann ich für dich tun?“: erkundigt sich Julia und bemüht sich ihre Gefühle nicht allzu sehr anmerken zu lassen.      
Tue, Aug 19th 2025 06:39

Es bedarf allerdings nicht viel, um zu sehen, dass Julia im Moment nicht auf der Höhe ist. Und so schaut Lua auch reichlich konsterniert, als Julia mit verweintem Gesicht auf sie zu kommt. Dann macht sich in ihrem Gesicht Mitleid breit.   “Oh,” sagt sie, “komme ich ungelegen? Ich kann auch morgen wiederkommen, wenn dir das lieber ist.”   Und nach einer kleinen Pause nimmt sie Julias Hand.   “Kann ich etwas für dich tun?”
Wed, Aug 20th 2025 10:51

„Nein, nein ist schon in Ordnung.“: sagt Julia und versucht ein Lächeln zustande zu bringen. Für einen Moment ist sie schon in Versuchung, einfach aufzuspringen und davonzulaufen. Doch dann sagt sie sich, daß Weglaufen zu ihrem alten Leben gehört hat und damit Vergangenheit ist. Sie läßt es zu, daß Lua ihre Hand nimmt und sagt dann: „Danke, aber du kannst nichts für mich tun, Lua. Es ist nur so, daß einen manchmal die Vergangenheit einholt, ob man will oder nicht. Sei mir nicht böse, aber ich möchte nicht weiter darüber sprechen. Wie kann ich dir helfen?“  
Thu, Aug 21st 2025 03:03

Lua schaut Julia nun etwas betreten an. Langsam zieht sie die Hand zurück. Der Blick geht zu Boden.   “Es ist…” beginnt sie, stockt dann eine Weile bevor sie weiterspricht, “es ist wegen deinem Bild. Ich soll ja die Ausstellung organisieren für den Meister. Und dein Bild, es ist eigentlich eines der schönsten Bilder, die Auris je gemalt hat. Aber, es ist halt dein Bild. Du kannst es haben, jederzeit, das habe ich dir schon gesagt. Aber… willst du, dass die Leute es sehen? Oder soll ich es einfach irgendwo verstecken, wo es wartet, bis du es haben willst?”   Sie sieht Julia nun wieder an. Ernst.
Fri, Aug 22nd 2025 12:58

Ein kleines Lächlen umspielt die Lippen Julias und verwischt etwas von dem traurigen Gesichtsausdruck. „Lieb, daß du mich fragst.“: antwortet Julia. „Es ist auch wunderschön, schöner als ich je war. Auri war verrückt nach mir und er war ein großer Maler. Er hat mich so gemalt, wie er mich gesehen hat. Du kannst es ruhig in der Ausstellung aufhängen! Ich war jung und schön, warum sollte ich mich deswegen schämen? Ich mag es hier in meinem Zimmer nicht aufhängen, aber das heißt nicht, daß es mir nicht gefällt.“      
Fri, Aug 22nd 2025 05:03

Lua schenkt Julia ein warmes, freundliches und fröhliches Lächeln.   "Er war wirklich ein großer Maler!" antwortet sie. "Ich denke, ich werde es genau da lassen, wo er es hingehängt hat. Ich glaube, es hat ihm viel bedeutet."   Dann wird sie wieder ernst.   "Und noch etwas, kannst du einen Brief für mich schreiben?"
Sat, Aug 23rd 2025 10:22

Wehmütig lächelnd antwortet Julia: „Ja, Auri war wirklich besonders, in jeder Hinsicht.“ Auf Luas nächste Frage schüttelt sie bedauernd den Kopf. „Ich bin noch lange nicht fertig mit meiner Schreibausbildung. Ich kann schon einfache Sätze schreiben und auch ganz gut lesen, aber einen Brief schreiben? Tut mir leid, Lua, das kann ich noch nicht. Der Empfänger würde sich wahrscheinlich krumm lachen, über mein Geschreibsel. Aber du bist im Skriptorium! Hier dreht sich alles ums Schreiben! Jeder unserer Schreiber kann dir deinen Brief schreiben. Wenn du willst, bringe ich dich zu einem unserer besten Schreiber.“      
Sun, Aug 24th 2025 08:03

"Oh, tut mir leid, dass wusste ich nicht," antwortet Lua zunächst fast betroffen, dann legt sie ein schüchternes Lächeln auf ihr Gesicht. "Ich glaube nicht, dass es der beste Schreiber sein muss. Ich glaube nicht, dass ich einen Brief diktieren kann, den ein normaler Schreiber nicht auch zu Papier bringt."
Tue, Aug 26th 2025 04:11

„Es muß nicht sein, da hast du schon recht, aber es schadet auch nichts und kostet dir nicht mehr. Komm, ich bringe dich hin.“: sagt Julia und steht auf. Sie führt Lua in ein anderes Zimmer mit Schreibpult und einigen Stühlen. „Warte einen Moment, ich komme gleich.“: sagt Julia und ist kurz darauf wieder mit einem blaßen jungen Mann zurück, der sein kastanienbraunes Haar zu einem altmodischen Knoten geflochten trägt. „Lua, das ist Meister Endras, er wird sich um deinen Brief kümmern.“ Die Augen des Schreibers werden groß, als er Lua zu Gesicht bekommt und seine Wangen röten sich. „Soll ich bleiben oder willst du lieber ungestört sein.“: erkundigt sich Julia.  
Wed, Aug 27th 2025 06:43

Als der Schreiber eintritt, legt sich ein bezauberndes, freundliches Lächeln auf Luas Gesicht. Sie streckt die Hand aus und geht auf den Schreiber zu.   “Die Zwillinge mit Euch, Meister Endra,” grüßt sie und macht, nachdem Endra ihre Hand genommen hat, einen Knicks. “Ich bin Lua, und es freut mich Eure Bekanntschaft zu machen.”   Dann wendet sie sich an Julia. Das Lächeln bleibt.   “Ich will dich wirklich nicht aufhalten, Julia,” antwortet sie. “Wenn du zu tun hast, dann geh. Wenn du bleiben willst, dann bleib. Ich bin nämlich manchmal etwas ungeschickt mit den Wörtern.”  
Sun, Sep 7th 2025 04:23

[Schreiber Endras] Als ihm Lua die Hand reicht und dazu bezaubernd lächelt, wird der junge Schreiber knallrot und starrt für einen langen Augenblick die junge Frau vor ihm an, als wäre sie eine Erscheinung. Erst dann stottert er einen Gruß. Dann fängt er sich etwas, senkt seinen Blick und erkundigt sich: "Was kann ich für euch tun, meine Dame. Bitte verfügt über mich."  
Sun, Sep 7th 2025 04:26

Mit einem Schmunzeln verfolgt Julia die Szene, die sich vor ihren Augen abspielt. So wie Meister Endras Lua ansieht, könnte man meinen, er blickte auf eine Inkarnation von Anais und für Julia besteht kein Zweifel, daß er ihr auch die Füße geküßt hätte, würde sie es verlangen. Es lenkt sie etwas ab von ihren Sorgen über die Zukunft hier im Skriptorium, so sagt sie freundlich zu Lua: "Ich bleibe gern hier, wenn du glaubst, daß ich dir helfen kann. Ich habe Zeit."      
Sun, Sep 7th 2025 09:18

Lua stößt ein helles, bezauberndes Lachen aus, ihre Augen strahlen dabei in der ihr so eigenen Reinheit.   “Über Euch verfügen?” sagt sie gut gelaunt. “Aber ich möchte doch nicht über Euch verfügen, Meister Endras. Ich möchte Euch nur bitten, ob Ihr einen Brief für mich verfassen könntet. Wisst Ihr, ich bin nicht sonderlich gebildet…”   Sie wendet sich dann wieder an Julia.   “...und du, Julia, weisst nur sehr gut, dass ich ein ganz einzigartiges Talent habe, immer die falschen Wörter zu verwenden und dann Leute zu verärgern, die ich gar nicht verärgern will. Meistens genügt es dann ja, sich zu entschuldigen. Aber hier ist es doch etwas komplizierter…”   Sie legt den Kopf schief, lächelt ein schüchternes Lächeln, zuckt mit den Schultern und schaut zwischen Endras und Julia hin und her.
Wed, Sep 10th 2025 06:44

[Meister Endras] Die strahlenden Augen der Frau vor ihm und ihr fröhliches Lachen lassen den Schreiber noch eine Spur röter werden und schnell senkt er seinen Blick. "Verzeiht, meine Dame .... ich meinte .... ich wollte sagen ....": stottert der junge Mann herum. Erst als Lua zu Julia sieht, fängt er sich so weit, daß er ganze Sätze herausbringt und Lua wieder ansieht. "Selbstverständlich meine Dame. Es ist mir eine Freude, euch behilflich zu sein dürfen. Ich werde euch jeden Brief verfassen, den ihr wünscht. Ihr braucht mir nur zu sagen, was ihr ungefähr schreiben wollt.": sagt er aufgeregt und kann seinen Blick nicht von Lua nehmen.    
Wed, Sep 10th 2025 06:47

Aus Julias Schmunzeln ist inzwischen ein dezentes Grinsen geworden. "Weißt du, ich glaube kaum, daß du Meister Endras verärgern könntest. Er ist einer unserer Besten und verfügt über großes Können. Zudem ist er Poet und ein netter Mensch. So wie es aussieht, scheint er auch keine Abneigung gegen dich zu haben. Du brauchst dir also keine Sorgen machen, daß er dich nicht versteht oder nicht weiß, was er zu Papier bringen soll. So kompliziert kann es gar nicht sein. Verlaß dich ganz auf ihn und wenn ich euch stören sollte, dann sag es mir und gehe." Es macht Julia sichtlich Spaß etwas zu sticheln.  
Wed, Sep 10th 2025 08:13

Lua schaut Julia an, dann geht ihr Blick zu Endras und wieder zurück. Sie scheint nicht zu verstehen, was Julia mit ihren Sticheleien überhaupt meint.   “Liebe Julia, ich wüsste nicht, wobei du stören solltest,” sagt sie. “Ich habe doch nur einen Brief zu schreiben, und glaube mir, ich vertraue dir mehr als genug, dass du wissen kannst, was darin steht.”   Sie schaut nun zu Meister Endras.   “Ich muss nämlich an den Baron schreiben. Er hat mich beauftragt, eine Bilderausstellung in Gedenken an Meister Aurean Leatus zu organisieren. Dabei habe ich aber vergessen zu fragen, ob ich dabei die Bilder verkaufen soll, oder ob sie nur angesehen werden sollen. Und das ist natürlich schon ein ziemlich wichtiges Detail. Ich möchte den Baron auf keinen Fall verärgern.”
Sun, Sep 14th 2025 09:08

[Meister Endras] Als Lua von ihrem Brief an den Salzbaron spricht, bekommt der junge Schreiber wieder Boden unter die Füße. Einen Brief zu konzipieren verspricht einen sicheren Halt in der Gegenwart dieser wunderschönen jungen Frau, die ihn total betört. Hastig deutet er eine Verbeugung an. "Sehr wohl, meine Dame. Ich mache mich gleich an die Arbeit. Bitte geduldet euch ein wenig, ihr werdet nicht lange warten müssen." Er wendet sich dem Pult zu, entnimmt ihm einen Bogen Papier und kurz darauf ist für eine kurze Weile nur das Kratzen der Feder auf Papier zu hören. Nach einer für Lua unglaublich kurzen Zeitspanne, streut der Schreiber Sand aus einer Streudose über den von ihm verfassten Brief und wendet sich ihr wieder zu. Da kaum jemand einen Schreiber bezahlt, wenn er selbst lesen und schreiben kann, beginnt Meister Endras routinemäßig mit dem Vorlesen seines Briefes, der in wohlgesetzten Worten und eleganten Höflichkeitsformeln dem Salzbaron ihr Anliegen unterbreitet. Sein Gesicht rötet sich wieder etwas als er Lua ansieht. "Ich kann euren Brief gerne umschreiben, wenn euch etwas nicht gefällt. Darf ich mir erlauben, euch nach eurem Namen zu fragen oder wollt ihr selbst eure Unterschrift unter den Text setzen?"      
Tue, Sep 16th 2025 09:58

Lua wartet geduldig und fast regungslos, während der Schreiber seiner Arbeit nachgeht. Schließlich streut er das Löschpulver über den Brief.   “Oh, Ihr seid jetzt schon fertig?” fragt sie ganz erstaunt. “Ihr könnt aber schnell schreiben!”   Dann lässt sie sich den Brief vorlesen. Ihr Blick ruht dabei die ganze Zeit auf dem Schreiber, mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.   “Nein, ich denke, Ihr habt das ganz wunderbar geschrieben!”   Sie schaut kurz zu Julia. “Oder? Das ist doch ganz wunderschön geschrieben! Da kann sich doch der werte Herr Baron nicht beleidigt fühlen, oder?”   Sie wendet sich wieder an den Schreiber.   “Mein Name ist Lua Aetaya,” sagt sie mit einem Lächeln. “Aber, wenn Ihr wollt, ich kann schon meinen Namen schreiben. Das hat mir Egor, der Diener des Meisters Aurean Leatus, beigebracht.”
Thu, Sep 18th 2025 12:15

[Meister Endras] Das Rot seiner Wangen vertieft sich noch als Lua ihn lobt. "Vielen Dank, meine Dame.": sagt er und verhaspelt sich fast vor lauter Nervosität. Als ihm Lua jedoch erklärt, daß sie ihren Namen schreiben kann, fängt er sich wieder etwasx. Offensichtlich sagt ihm aber der Name nichts, den Lua als Meister ihres Lehrers erwähnt. "Wenn ich euch raten darf, werte Dame, dann glaube ich es wäre besser, wenn ihr den Brief selbst unterzeichnet. Es gibt dem Schreiben eine persönliche Note und zeigt dem Empfänger eure Wertschätzung.": sagt er und taucht die Feder in die Tinte, tritt einen Schritt vom Schreibpult zurück und reicht Lua die Feder.  
Fri, Sep 19th 2025 08:09

Lua tritt also neben den Schreiber, nimmt ihm die Feder aus der Hand und legt ihre Hand sanft auf seine Schulter.   “Wo soll ich denn meinen Namen hinmalen?” fragt sie ihn.   Nachdem der Schreiber mit dem Finger auf die Stelle gezeigt hat, beginnt Lua zu schreiben. Sie braucht für ihren Namen fast länger, als Meister Endras für den gesamten Brief, ihr Gesicht ist leicht verkniffen vor lauter Konzentration, aber am Ende steht, in leicht zittriger, etwas mehr krakeliger Schrift “Lua Aetaya” unter dem Text.   Sie schaut den Schreiber an, mit einem Lächeln, und hält ihm die Feder hin.   “Vielen Dank, Meister Endras,” sagt sie. “Wie viel bin ich Euch schuldig?”
Sun, Sep 21st 2025 06:31

[Meister Endras] "Nichts zu danken, meine Dame! Das Schrieben von Briefen gehört zu meinen Aufgaben, für die ich bezahlt werde.": erwidert der junge Schreiber hastig und senkt kurz seinen Blick. Als Lua ihm die Feder zurückreicht, sieht er sie wieder an. "Ihr bezahlt nicht bei mir, sondern draußen am Empfang. Ich werde meiner Kollegin Bescheid sagen. Da der Brief an seine Hoheit gerichtet ist, habe ich gutes Papier verwendet, das etwas teurer ist, aber bei solchen Anlässen verwendet wird. Zusammen mit meiner Arbeit beträgt die Summe neun Filis, meine Dame! Ich hoffe, das euch das recht ist." Verlegen senkt er wieder den Blick. "Entschuldigt mich bitte. Ich muß ...ich habe ...": verhaspelt sich der Schreiber und tritt aus lauter Verlegenheit einen schnellen Rückzug an. "Die Zwillinge mit euch, meine Dame.": nuschelt er und nickt Julia beim Hinausstürzen zu.  
Sun, Sep 21st 2025 06:34

Mit einem breiten Grinsen schaut ihm Julia nach. "Den hast du ordentlich aus dem Gleichgewicht gebracht, Lua! Ich wette, der träumt heute Nacht von dir.": sagt sie und steht auf. Die kleine Szene hat ihre Stimmung eine wenig gehoben. "Ich bringe dich noch nach draußen.": sagt sie und begleitet Lua bis zum Empfang. "Ich wünsche dir viel Erfolg mit deiner Ausstellung.": sagt sie und reicht Lua die Hand. "Ich würde mich freuen, wenn wir uns bald wieder einmal sehen. Bis dahin paß auf dich auf, Lua und alles Gute.": sagt sie herzlich und wendet sich dann zum Gehen.