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Mon, Oct 27th 2025 12:16   Edited on Wed, Jul 1st 2026 02:53

[24.Tag, zeitig in der Früh] Ungewisse Zukunft

Es dämmert als Mari die Augen aufschlägt. In ihrem Kopf pocht es und ihre geprellten Muskeln schmerzen bei der kleinsten Bewegung, aber der quälende Durst treibt sie aus dem Bett. In ihrer Katerstimmung vergißt sie sogar sich etwas anzuziehen und tappt nackt die Stufen hinunter in die Küche. Sie hat gestern völlig darauf vergessen, daß sie Schnaps in solchen Mengen nicht mehr gewohnt ist. Der erste Becher des köstlich kühlen Wassers bringt ihren Magen zum Revoltieren und fast hätte sie sich übergeben. Aber ihr Durst ist zu groß. Den zweiten Becher leert sie in kleinen Schlucken und ihr Magen beruhigt sich ein wenig. Sie kramt eine Weile in der Küche herum, aber das Hämmern in ihrem Kopf wird stärker und stärker. So gibt sie sich mit dem Stück trockenen Brotes zufrieden. Mit Wasserkrug und Brotkante schwankt sie ins Eßzimmer und läßt sich auf einen der Stühle fallen. Als sie merkt, daß sie den Becher vergessen hat, trinkt sie einfach aus dem Krug und nagt dann an ihrem Brotstück. Ihr Magen beruhigt sich zusehends und auch ihr Kopf dröhnt weniger im Sitzen. Ihre Beine, Arme und ihr Oberkörper weisen große Blutergüsse auf, die sich bereits grün-blau verfärbt haben. Ihr Blick fällt auf die Federtätowierung auf ihrem linken Zeigefinger und sie stützt sich mit ihren Ellenbogen auf die Tischplatte. Mit beiden Händen hält sich den Kopf. Es ist nicht nur der Kater und die Schmerzen, die Mari zusetzen, es ist auch die Angst vor den Konsequenzen ihres Handels mit der Kralle.  
Mon, Oct 27th 2025 10:54

Saya hat sehr schlecht geschlafen. Egal in welche Lage sie sich gewendet hat - entweder haben sie die Striemen am Rücken am Schlaf gehindert, oder aber die aufgeschlagenen Brüste. So ist sie wohl einige Male weggeschlummert, im Endeffekt aber alsbald wieder aufgewacht. Schließlich hat sie schon vor der Dämmerung die Nase voll von den ergebnislosen Versuchen gehabt, tiefen Schlaf zu finden. Noch dazu, weil es eindeutig noch ein Kapitel gibt, das sie so schnell wie möglich angehen möchte.   Saya ist also aufgestanden, hat sich angezogen und ist dann die Treppe nach unten gerannt, hinaus auf den Hof und in die Gemächer der Jäger. Dort hat sie zunächst Marigar geweckt, dann Condir.   “Kommt mit, wir müssen etwas bereden,” hat sie ihnen zugeflüstert, ohne die anderen Jäger zu wecken. Und so haben sich auch Sayas Rottenführer und der Leiter ihrer Leibwache zurechtgemacht. Sie sind über den Hof zurückgegangen, durch die Toreinfahrt und kommen nun die Treppe hoch. Und staunen freilich nicht schlecht, als sie sich plötzlich der nackten Mari gegenüber sehen, die, grün und blau geschlagen und sichtlich verkatert, am Tisch ein wahrlich erbärmliches Dasein zu fristen scheint.
Tue, Oct 28th 2025 07:40   Edited on Tue, Oct 28th 2025 08:33

Die Schritte auf der Treppe hat Mari in ihrem Elend überhört. Sie bemerkt Saya und ihre Begleitung erst, als sie das Eßzimmer betreten. Sie wischt sich Tränen aus dem Gesicht und läßt die Hände auf den Tisch sinken. Als sie sich zu Saya dreht, werden in der Bewegung für einen Moment die Tätowierungen an ihrem linken Arm und Hand sichtbar. Noch vor gar nicht so langer Zeit wäre es undenkbar gewesen, daß sich vor Jägern nackt gezeigt hätte. Jetzt scheint es ihr völlig egal zu sein. Sie schaut Saya aus verweinten Augen an und kommt dann unsicher auf die Beine. "Will euch nicht stören. Hab' nur Durst gehabt.": nuschelt sie und greift sich den Krug und den Rest der Brotkante. "Bin schon weg." Kaum daß sie den ersten Schritt in Richtung Treppe gemacht hat, beginnt wieder das Hämmern in ihrem Kopf. Sie bleibt für einen Moment stehen und schließt kurz die Augen, bevor sie wackelig weiter tappt.  
Thu, Oct 30th 2025 05:01

“Du kannst gerne bleiben, Mari,” ruft Saya, als Mari sich erhebt. Auch sie scheint es in keinster Weise zu stören, dass Mari nackt ist. Und die beiden Jäger sind Nacktheit soundso gewohnt - zum einen von zahlreichen weiblichen Delinquenten, die genauso zu Tode gemartert werden wie ihre männlichen Kollegen, zum anderen von der Dargha, die selbst auch sehr wenig Aufhebens macht, sich ihren Männern spärlich bekleidet zu präsentieren.   “Ganz im Gegenteil,” fügt sie hinzu. “Mir wäre es sogar lieber, wenn du bleiben würdest. Wir haben etwas Wichtiges zu besprechen.”   Sie weist Marigar und Condir zwei Stühle zu, auf die sich die beiden setzen, dann rückt sie neben sich einen für Mari zurecht. Sie setzt sich.   “Wir haben nun praktisch Gewissheit, dass die Kralle uns einen Maulwurf untergeschoben hat. Mari kann euch berichten, wie sie zu diesem Schluss gekommen ist. Und wir haben nun zu sehen, was wir mit dieser neuen Situation anzufangen haben. Auf jeden Fall müssen wir zusehen, dass wir herausfinden, wer die Kanaille ist. Dann sollten wir abmachen, was wir mit ihm machen. Sollen wir ihn liquidieren, oder sollen wir ihm nicht zeigen, dass er entlarvt ist? Im Endeffekt ist es einerlei, denn auch wenn wir ihm seine Eingeweide um den Hals wickeln, wird die Kralle uns ziemlich bald den nächsten auf den Hals setzen. Und irgendwann wird er mich fragen, warum bei mir so viele Jäger draufgehen. Ich weiß dann nur nicht, ob ihm die Antwort gefallen wird, ich würde nicht so gerne seine Spione durchfüttern. Wenn wir nun jedoch wissen, wer es ist, dann können wir ihn ja auch gezielt mit Informationen füttern, um die Kralle gütig zu stimmen.”   Sie schaut dir Runde, fügt dann hinzu: “Fest steht, es ist einer der vier Jäger, die Condir nach meiner Ernennung zur Dargha in der Mehras geholt hat. Die anderen Jäger habe ich übernommen, als ich Dargha wurde, außer Morcar. Und ich glaube nicht, dass es die Kralle darauf anlegt, eine einfache Rottenführerin groß auszuspionieren, die soundso nur Befehle ausführt. Oder, Mari, was sagst du dazu?”
Fri, Oct 31st 2025 10:58   Edited on Fri, Oct 31st 2025 11:00

Als sie Saya anspricht, nickt Mari ergeben. "Gut, bleib’ ich halt da. Nur einen Moment." Mari tappt zurück in die Küche und rührt ein wenig Salz und einen Löffel Honig in ihr Wasser, bevor sie sich zu Saya setzt und durstig gleich aus dem Krug trinkt. Sie hört Saya zu und versucht so weit es geht, die Kopfschmerzen zu ignorieren und sich zu konzentrieren. Zumindest lenkt sie das von ihrer Angst um die Zukunft so weit ab, daß sie innerlich ein wenig ruhiger wird. Sie schaut von einem zum Anderen, dann sagt sie: "Weiß ja jeder hier im Haus, daß Gulama und ich etwas miteinander haben. Aber draußen weiß es niemand. Ich hab' ihr immer wieder gesagt, daß wir aufpassen müssen, daß kein schlechtes Licht auf Saya fällt und wir halten uns dran. Wir waren auch nur einmal miteinander draußen in der Brauerei, da war Condir dabei und wir haben aufgepasst. Kein Händchenhalten, kein Schmusen, nichts, gar nichts. Es kann keiner was mitgekriegt und blöd herumgeredet haben. So und jetzt kommt's." Mari trinkt gierig aus ihrem Wasserkrug.   "Er hat mich vor die Wahl gestellt, daß ich entweder in seine Dienste trete oder das er Saya langsam am Balken zu Tode foltert und Gulama seinen Scheißkerlen überläßt. Er weiß, daß ich was mit ihr hab' und nicht nur das. Ich mußte ihm vorher ganz genau erzählen, was passiert ist nach unserem Auftritt im Zwilling, die ganze Geschichte. Von Lorek und den Verhandlungen hab' ich aber kein Wort gesagt. Ich schwör's bei der Behüterin! Aber später seine Fragen! Ich hab' das Gefühl gehabt, er weiß mehr über die ganze Geschichte als ich. Das kann er nicht irgendwo aufgeschnappt haben! Das muß von hier kommen! Kann gar nicht anders sein. Ich hab' nichts ausgeplaudert! Zumindest nichts über Saya und was hier bei uns geschieht. Auch von den Ratten nicht! Wirklich nicht!"   Wieder trinkt sie durstig und langsam hat sie das Gefühl, daß die Kopfschmerzen nachlassen. "Ich bin mir sicher, daß er uns eine Laus in den Pelz gesetzt hat. Ich hab' keine Ahnung wer es ist, aber das, was Saya über die vier Neuen gesagt hat, macht Sinn. Aber das könnt ihr besser beurteilen als ich. Nur wenn wir ihn finden, dann wär's blöd ihn zu den Schatten zu schicken. Ich meine, wenn die Kralle sowieso einen neuen Maulwurf schickt, wär's besser, wir lassen den Alten am Leben und tun so, als ob wir nicht wüßten, daß er es ist. Das kann uns sehr nützlich sein, wenn wir die Kralle an der Nase herumführen wollen oder müssen!" Maris Magen knurrt laut und vernehmlich.  
Sat, Nov 1st 2025 11:21

“Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kralle von Lorek nichts weiß,” antwortet Saya. “Wenn er von dir und Gulama weiß, dann weiß er auch, wer hier ein und aus geht. Umso mehr bin ich neugierig, was er im Schilde führt. Aber du hast recht, es bringt uns nichts, den Spion zu eliminieren.”   Saya wendet sich nun an Condir und Marigar.   “Ich will wissen, wer es ist. Versucht es herauszubringen, aber bitte so, dass der Spion es nicht merkt. Er soll sich in Sicherheit wiegen. Vielleicht habt ihr ja einen Jäger, um den es nicht schade ist, wenn ihr ihn massakriert. Dann kann er gleich schon der Kralle melden, ich hätte den vermeintlichen Spion umgebracht und fühlt sich dann so richtig sicher. Keine Ahnung. Mir egal, wie ihr es macht. Vielleicht stiftet ihr einen der alten Jäger einfach mal an, blöd über mich zu reden. Der Spion würde mich wohl eher verteidigen. Oder versuchen, mehr herauzukriegen.”   Sie schaut zu Mari, mustert sie eine kleine Weile lang, dann meint sie: “Du solltest etwas essen. Du kriegst den Kater nie los, wenn du nichts isst. Glaub mir, ich habe da Übung drin.”
Sun, Nov 2nd 2025 10:30

"Glaub’ ich auch, daß er das mit Lorek weiß, aber von mir hat er's nicht.": sagt Mari und schaut Saya an, dann senkt sie den Kopf und hört zu. Der Honig in ihrem Wasser und das trockene Brot haben ihren Magen ein wenig beruhigt und auch das Pochen im Kopf ist erträglicher geworden. Sie nickt, als sie Saya wieder anspricht. "Ich weiß.": sagt Mari und klopft mit dem Fingen an ihren Krug. "Das hilft auch! Hab' ich noch von Leni. Sie hat mir immer, wenn's mir dreckig ging, einen Krug davon hingestellt. Ich hab' einfach nicht damit gerechnet, daß es mich so schlimm erwischt. Ich vertrag' wirklich nichts mehr, seit dem ich mit dem Saufen aufgehört hab'! Werd' mir ein paar Eier in die Pfanne hauen. Wollt ihr auch was?": erkundigt sich und schaut von Saya auf die Jäger und wieder zurück.      
Sun, Nov 2nd 2025 12:30

“Lass mal, Mädel,” meint Condir mit einem Lächeln auf den Lippen. “Ich schätze, Marigar und ich haben genug zu tun, wenn wir diese Laus ausfindig machen wollen. Wobei es natürlich auch möglich ist, dass es alle vier sind, die der Kralle Bericht abstatten. Und es sind also auf jeden Fall einige meiner Leute. Ich meine, ich lege für Marigars Männer die Hand ins Feuer. Die meisten waren ja schon bei uns, als unser Sayalein noch ein Frischling unter den Jägern war und wir uns alle ziemlich einig, dass sie das erste Jahr nicht übersteht, so kopflos wie sie sich immer ins Getümmel geworfen hat.”   Condir schaut nun Saya an, mit diesem liebevoll-väterlichen Blick, den er so oft zeigt, wenn Saya in der Nähe ist.   “Nun, das mit dem kopflos hat sich leider noch immer nicht richtig geändert…” meint er dann. “Und jetzt wäre es wichtiger denn je, mein Mädel, dass du deine Worte und deine Taten genau abwiegst. Du bist mächtig, aber du hast es mit Leuten zu tun, die noch weit mächtiger sind als du. Und du weißt genau, dass wir dich nicht retten können, wenn du in den Fängen der Kralle bist. Also, hör auf Maris Ratschläge, die hat mehr Grips als Marigar und wir beide zusammen!”   Er sieht zu Marigar.   “Also, wir sollten dann wohl. Wenn man es genau nimmt, sollten wir uns in Anbetracht von Maris Garderobe wohl gar nicht hier aufhalten,” meint er.   Die beiden stehen auf und gehen die Treppe nach unten.
Sun, Nov 2nd 2025 01:48

Mari kommt gar nicht mehr dazu, etwas zu Condirs Bemerkung zu sagen, da sind die beiden Jäger auch schon auf der Treppe. "Blödsinn.": ruft sie Condir nach. Für einen Moment ringt sie mit sich, aber als die beiden Jäger außer Hörweite sind, steht sie auf, geht neben Saya in die Hocke und legt ihr die Hände auf die Oberschenkel. Von unten herauf schaut sie Saya aus ihren wieder feuchten, dunklen Augen an. "Ich hab' Angst, Saya! Scheißangst!": sagt sie mit belegter Stimme. "Nicht um mich, um dich und Gulama. Ich könnt' es mir nie verzeihen, wenn euch was wegen mir passiert und ich werde alles tun, damit euch die Kralle nicht an kann. Aber was soll jetzt werden, Saya? Du wirst mich doch jetzt nicht aus deinem Leben schmeißen, nur weil ich die blöden Tätowierungen hab, oder?" Die Angst ist deutlich aus Maris leiser Stimme herauszuhören. "Ich hab' dich lieb, Saya, daran kann auch die verdammte Kralle nichts ändern und ich werd' dich nicht verraten, das schwöre ich dir bei allen Schatten. Lieber lass’ ich mich vierteilen."    
Sun, Nov 2nd 2025 08:54

Saya schaut Mari an. Ihr Blick wirkt aber warm, obwohl er nachdenklich und unglaublich ernst ist. Sie legt ihre Hände auf die von Mari.   “Wenn die Kralle draufkommt, dass du ihn hintergehst, dann würdest du zu allen Göttern der Stadt beten, er würde dich nur vierteilen,” antwortet sie zunächst. “Und nein, ich werde dich nicht aus meinem Leben werfen. Ich brauche dich, das weißt du besser, als ich es weiß. Und ich vertraue dir nach wie vor.”   Sie schaut Mari in die Augen. Sie nimmt nun Maris Hände in die ihren, zieht sie sanft zu sich herauf, legt ihre Hände an Maris Hüften und zieht sie auf ihren Schoß. Sie legt dann ihre Hände auf Maris Schultern, sieht ihr tief in die Augen.   “Aber, Mari, hör mir nun gut zu,” sagt sie. “Ich weiß, du bist störrisch wie ein Maulesel, aber tu mir den Gefallen, und hör mir zu, nur dieses eine Mal. Es ist wichtig. Wenn es nötig ist, wirst du mich nämlich verraten. Du wirst mich verraten, um dich und Gulama zu retten. Und dann wirst du mit Gulama ein neues Leben beginnen, irgendwo, irgendwie. Du kannst mich nicht retten. Du kannst keine Dargha retten, und noch dazu den höchsten Vertreter des Nayara-Clans in dieser Stadt. Ich lebe so lange, wie die Kralle es will, und daran wirst du nichts ändern können. Was auch immer du ihm verschweigst, irgendwann wird er es herausfinden. Und wenn er mir deshalb die Farben abschneiden will, dann wird er es tun. Wenn er jedoch den Eindruck hat, dass du ihm gegenüber loyaler ist, dann wird er dich und Gulama verschonen.”   Sie schaut Mari wieder tief in die Augen.   “Ich bitte dich inständig, Mari, wirf nicht dein Leben und das von Gulama weg, nur um ein Leben zu retten, das du so und so nicht retten kannst. Es tut mir so unendlich leid, dass ich dich nicht dazu überredet habe, in meine Farben zu wechseln. Die Kralle hätte dir dann nicht so einfach seine Zeichen geben können. Denn wenn er nur ein bisschen Ehre in seiner Brust hat, dann würde er deine Clan-Zugehörigkeit respektieren. Nicht du hast uns also in diese Situation gebracht, ich war es, weil ich zu nachlässig war. Dich trifft keine Schuld, also lade sie nicht auf dich, obwohl sie nicht die deine ist.”   Sayas Hände gleiten nun von ihren Schultern auf ihren Rücken, ziehen Mari zu sich.   “Mari, lass mich los, wenn du mich loslassen musst, bitte, gehorche mir nur dieses eine Mal,” wiederholt sie.
Mon, Nov 3rd 2025 12:02

Die Angst in Maris Blick verschwindet wie Morgennebel in der Sonne und Saya muß keine Kraft aufwenden, um sie auf ihren Schoß zu ziehen. Maris Augen leuchten, als sie Saya Blick erwidert. "Danke Saya!": sagt sie schlicht und hängt dann noch schnell ein paar Worte an: "Ich hör' dir ja zu." Noch lächelt sie, als sie einen übertriebenen Flunsch zieht, als Saya etwas von störrisch wie ein Maulesel sagt, doch dann weicht alle Freude und Erleichterung aus ihren Gesichtszügen. Sie schaut Saya fassungslos an, ihre Lippen beben und ihre Augen füllen sich mit Tränen, aber sie sagt nichts, hört Saya weiter zu ohne ihren Blick abzuwenden. Sie läßt sich immer noch wortlos von Saya näherziehen und legt dann ihre Stirn an Saya. So sitzt sie eine ganze Weile da und Tränen rinnen ihr über die Wange.   "Ich hab' schon kapiert, da der überall seine Finger drin hat und ich ihn höchstens hinhalten kann, aber ihn nicht anschmieren.": sagt sie tonlos und löst dann so weit, daß sie Saya in die Augen sehen kann. "Macht Sinn was du sagst und wird auch stimmen. Aber ... ich hab dich noch nie angelogen und werde jetzt nicht damit anfangen. Ich kann das nicht, Saya! Ich kann nicht tun, was du von mir verlangst!" Sie hebt die Hand, um Saya vom Dreinreden abzuhalten. "Jetzt hör zu bitte. Du glaubst doch nicht wirklich, daß ich mit Gulama leben könnt' und mit ihr glücklich sein und jedes Mal, wenn ich in ihre Augen schau, daran erinnert werde, daß ich dich dafür hab' sterben lassen? Ich könnt' niemals mein Glück mit deinem Blut erkaufen! Das kann ich nicht!" Sie wischt sich eine Träne von der Wange.   "Aber wenn es wirklich so weit kommen sollte, dann werde ich dir gehorchen! Ich versprech' dir, Afyra ist meine Zeugin, daß ich Gulama in Sicherheit bringe und dafür sorgen werde, daß sie ein neues Leben anfangen kann, ohne Not zu leiden. Ist das getan und sie in Sicherheit, dann bring' ich ihn um! Ich komm' schon an ihn ran." Dann glitzert in ihren Augen wieder die wilde Entschlossen, die Saya vorher nur bei der Auseinandersetzung Maris mit Orles gesehen hat. "Aber wir werden es gar nicht so weit kommen lassen! Wir werden uns so wichtig für ihn machen, daß er brav unsere Ärsche küssen muß und wenn ich mir dafür den Arsch bis zum Kragen aufreißen werde und du ein paar Mal mehr den Mund halten mußt, als dir recht ist. Bei den Schatten! Der Kerl fickt uns nicht umsonst!"  
Mon, Nov 3rd 2025 01:23

Saya schüttel sanft den Kopf.   “Nein, Mari,” sagt sie. “Du kommst nicht so einfach an ihn ran. Und wenn du ihn auch killst, du kommst dann nicht mehr raus. Und Gulama würde erst recht vogelfrei sein. Ich verstehe dich ja, dass du das nicht akzeptieren willst. Aber, wenn es hart auf hart kommt, dann hast du keine Wahl. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, und wenn er auf eine bestimmte Art und Weise endet, dann ist es immer noch mein Weg. Es ist aber nicht dein Weg, und es ist schon gar nicht Gulamas Weg. Und, Mari, du hilfst mir überhaupt nicht damit, wenn du dich, bevor sie mich zu den Schatten schicken, selbst opferst. Versteh das doch, Mari. Wenn die Kacke am Dampfen ist - ich kann nirgends hin! Du schon!”   Sie hält Mari einige Augenblicke einfach nur fest. Dann fügt sie hinzu: “Was sagst du: Ein entspannendes Bad und dann sehen wir uns einem Stafans Bleibe an? Damit wir das mit dem Bordell irgendwann auf die Reihe kriegen?”
Mon, Nov 3rd 2025 02:56

Aus verweinten Augen schaut sie Saya an. "Nein, Gulamas Weg ist das nicht, da hast du recht. Ich will leben, ich will ein bißchen glücklich sein, ja, aber dich einfach zu opfern für mich? Sag' mir, wie soll ich mit so einer Schuld leben? Wie soll ich am Morgen aufstehen, wenn mein erster Gedanke der ist, daß ich dich verraten hab? Daß ich jeden Herzschlag, jeden Augenblick von dir gestohlen hab, daß ich dich in der größten Not im Stich gelassen hab'? Sag's mir Saya! Wie?" Für einen langen Moment schließt sie die Augen und preßt die Lippen aufeinander im Bemühen nicht loszuheulen. Dann schüttel sie leicht den Kopf und sieht Saya wieder an.   "Du kannst, Saya! Wir können! Wir könnten nach Saguz oder in eines der verlassenen Dörfer! Die verseuchte Zone wird immer schwächer, doch das weiß kaum jemand. Ich war aber oft genug da draußen. Dort wird uns niemand suchen und wir könnten in Frieden leben und wir brauchen nicht einmal alleine mit Gulama abhauen. Es gibt genug, die das Elend und Zwang hier mit Freude hinter sich lassen. Wenn wir das vorbereiten, solang wir Zeit haben, dann könnten wir verschwinden, wenn es eng wird und du wirst uns führen, du wirst unsere Königin sein!" Voller Hoffnung schaut sie Saya an. "Bitte, Saya!"      
Mon, Nov 3rd 2025 03:44

Wieder schüttelt Saya den Kopf.   “Das Elend hier wird aufhören,” antwortet Saya. “Wenn wir erst einmal diese verfickten Thornhoffer endgültig verjagt haben, wenn wir ihnen nicht mehr alle Privilegien zugestehen müssen, dann wirst du sehen, Imeria wird aufblühen, mehr, als es Thornhoff oder Coveani mehr getan haben.”   Sie atmet tief, legt nun ihre Hände an Maris Hüften, schaut ihr wieder tief in die Augen.   “Du würdest nicht mich verraten, du würdest Gulama retten,” sagt Saya dann. “Glaub mir, der Tag wird kommen, wo du dich entscheiden musst: Entweder du rettest Gulama und dich, oder wir sterben alle drei. Meinst du, wenn die mich massakriert haben und dich, dann lassen die Gulama in Frieden? Und was soll aus Gulama ohne dich werden? Vielleicht findet sie auf Thornhoff-Gebiet eine Anstellung in einem Bordell, ja, die Titten und den Arsch dazu hat sie ja. Aber wie wird sie sich dann fühlen? Hast du dann nicht sie verraten, indem du wegen mir in einen sinnlosen Tod gegangen bist? Und komm, Mari… du willst wirklich zurück in die verbotene Zone? Wo du fast draufgegangen wärst? Da ist… nichts. Was sollen wir da denn machen?”
Mon, Nov 3rd 2025 11:22   Edited on Mon, Nov 3rd 2025 11:22

Im Moment sind Mari Thornhoff und Imeria völlig egal. So erwähnt sie die Häuser nicht einmal in einem Nebensatz. Doch was Saya über Gulama sagt, macht sie unsicher und das kann man ihr auch ansehen. Sie kennt Gulama und sie weiß, daß sie behütet in diesem wohlhabenden Haus aufgewachsen ist und kaum Erfahrung mit der brutalen Wirklichkeit des Lebens in Pelorn hat. So gescheit Gulama auch ist, allein draußen auf der Straße ist sie verloren und Mari weiß das. Umso mehr wühlen sie Sayas Worte auf. Allein die Vorstellung, daß sich Gulama in einem dreckigen Puff durchschlagen müßte, dreht Mari fast den Magen um. "Was ich auch mach' eine von euch wird bluten.": sagt sie gepresst und unterdrückt mühsam ihr Schluchzen. "Das meinst du doch?" Doch dann schimmert wieder ein wenig Hoffnung in ihren dunklen Augen.   "Ich red' doch nicht von den Ruinenfeldern, Saya. Ich rede von der Zone im Nordosten der Stadt. Nur ein paar Kilometer weg von den Ruinenfeldern findest du schon verlassene Höfe und ein wenig weiter soll es sogar eine gut erhaltene alte Festung geben. Ich war auf so einem Hof, Saya. Mit ein wenig Mühe kann man so ein Haus wieder bewohnbar machen. Das sind keine Geschichten! Du fragst, was wir dort machen sollen? Leben, Saya, uns lieb haben, gemeinsam arbeiten, glücklich sein, miteinander alt werden." Ihr Blick hängt an ihren Lippen, doch dann lächelt sie traurig, als sie in Sayas Augen sieht. "Aber einfach leben, das ist nicht dein Weg, Geliebte. oder?" Stummes Schluchzen schüttelt ihre schmale Gestalt und Saya kann in ihrem Gesicht sehen, wie sie sehr sie mit sich kämpft. Dann sagt sie mit rauher Stimme: "Ich hab' dir einmal versprochen, ich werd' dir kein Klotz am Bein sein, Saya Nayara. Du mußt deinen Weg gehen und ich versprech’ dir, daß ich mit Gulama verschwinde, wenn die Kralle wirklich über uns kommen sollt. Afyra ist meine Zeugin!" Dann kann sie sich nicht mehr zurückhalten, fällt Saya schluchzen um den Hals. Sie zittert am ganzen Körper und drückt sich an Saya, ihren Kopf an Sayas Schulter.  
Tue, Nov 4th 2025 06:47

“Ich kann einfach nicht abhauen wie ein Dieb,” murmelt Saya mehr als dass sie es sagt. “Ich habe dem Haus Imeria meine Treue geschworen, und wenn das bedeutet, dass ich in den Tod gehe, dann werde ich das auch tun. Und ich werde mich bemühen, das auch erhobenen Hauptes zu machen.”   Sie stöhnt kurz auf, als Mari sich gegen sie drückt und damit auf ihre doch arg in Mitleidenschaft gezogenen Brustwarzen drückt. Aber sie hält sie fest, kämpft gegen den Schmerz an.   “Aber noch lebe ich,” sagt sie. “Und wir werden noch viele Tage zusammen haben. Dass ich jetzt noch lebe, heißt doch, dass die Kralle noch Vertrauen in mich hat. Vielleicht gelingt es uns ja, ihn von uns zu überzeugen. Und nur für den Fall: Willst du einige meiner Männer mitnehmen, wenn du mit Gulama abhaust? Die meiner Leibwache würden dir folgen, Condir soundso, und einige seiner Männer auch. Du brauchst es nur zu sagen, und ich werde es ihnen befehlen.”   Sie hält Mari nun wieder einige Zeit fest, bevor sie hinzufügt: “Willst du das, Mari?”
Tue, Nov 4th 2025 07:28

Es dauert eine Weile bis sich Mari soweit beruhigt, daß sie Saya losläßt, sich die Tränen aus dem Gesicht wischt und Saya in die Augen schaut. "Ich hab's mir gedacht, daß du es nicht kannst, Saya. Aber ich hab's dir sagen müssen und für einen Moment hab' ich gehofft ... " Mari versucht zu lächeln. "Ich hab' dir versprochen, daß ich dich ziehen lass' wenn dich dein Haus ruft. Ich halt mein Versprechen, Liebste, und ich möcht' dir danke sagen. Aber bitte befiehl es ihnen nicht! Ich werd' mit Condir und Marigar reden, wenn du es erlaubst. Ich hoffe aus ganzem Herzen, daß es nie so weit kommt, aber wenn es passiert, dann sollen sie aus freien Stücken mit uns gehen. Nur noch eine Bitte, Saya. Es ist mir wichtig und es geht jetzt nicht mehr nur um uns, es geht auch um Gulama. Sie hat immer noch furchtbare Angst vor dir. Ich möchte gern, daß sieht, wer du wirklich bist, was für ein großes Herz du hast und daß sie aus deinem Mund hört, wie sehr du dich um sie sorgst. Für die Tage die vor uns liegen soll keine Angst mehr zwischen uns sein und ich hoffe, daß sie dich vielleicht auch ein bißchen ins Herz schließen kann. Darf ich sie holen? Ich versprech' dir, es wird nicht lange dauern. Dann gehen wir und sehen uns das Haus von Stafan an."    
Tue, Nov 4th 2025 07:45

Saya schaut Mari etwas verwundert und verständnislos an.   “Das ist das, worüber du dir jetzt plötzlich Sorgen machst?” fragt sie. “Dass das Prinzesschen Angst vor ihrer Dargha haben könnte? Das ganze Viertel hat Angst vor mir, es ist also ganz natürlich, dass auch sie Angst vor mir hat. Was ist denn schon dabei? Du weißt ja, dass ich ihr nichts tun werde, sofern es nicht absolut notwendig ist.”   Saya kramt ihr Rauchzeug hervor und entzündet sich eine Zigarette.   “Was also soll ich ihr jetzt sagen? Dass ich sie sofort hier auf diesem Tisch durchvögeln will, weil ich sie so geil finde? Dass ich so froh bin, dass ich gerade ihr Haus gekapert habe und ihre Familie gekillt? Was soll ich dem Prinzesschen denn bei Achum sagen, dass sie die Angst vor mir verliert? Und… was gewinnst du dabei?”
Tue, Nov 4th 2025 08:27

"Ich mach' mir um eine ganze Menge von Dingen Sorgen, nicht nur um das.": sagt Mari. "Ich weiß, daß du ihr nicht mutwillig was antun willst, aber gewinnen? Darum gehts doch gar nicht. Außerdem, was sollte ich dabei gewinnen?" Für einen Augenblick macht es den Eindruck, als ob Mari noch etwas sagen will, aber dann schüttelt sie nur leicht den Kopf, macht einen Schritt auf Saya zu und küßt sie auf die Wange. "Vergiß' es Saya. War eine blöde Idee. Brauchst ihr nichts zu sagen. Ich geh' mir nur was anziehen und bin gleich wieder da. Wir können dann gleich los. Die Eier hau’ ich mir zum Mittagessen in die Pfanne, jetzt kauf’ ich mir unterwegs irgendwo einen Fladen." Vom langen Reden durstig geworden, trinkt sie ein paar Schluck aus ihrem Krug und geht sich anziehen.  
Tue, Nov 4th 2025 09:53

Saya schaut Mari noch eine ganze Zeit lang nach, wie sie ihren grün und blau geschlagenen Körper die Treppe nach oben verfrachtet. Sie schüttelt kurz den Kopf, dann geht sie Mari nach und betritt also kurz hinter Mari ihr gemeinsames Schlafzimmer. Sie geht zum Bett. Sie schaut Mari an. Dann beginnt sie, die lederne Jacke ihrer neuen, figurbetonten Uniform aufzunköpfen. Sie zieht das Unterhemd aus. Es ist über und über mit kleinen Spuren ihres Blutes übersät. Noch sind die Striemen nicht verheilt. Aber Saya folgt anscheinend dem Heiler und zieht sich ein neues Unterhemd an. Dann zieht sie die Jacke wieder an und knöpft sie zu.   “Ich werde Gulama sicher nicht sagen, dass ich mich für sie opfern würde,” sagt sie dann unvermittelt. “Wenn du das von mir erwartest - nein. Das kann ich ihr nicht sagen. Es stimmt auch nicht.”   Sie sieht Mari ernst an. Aber es ist nicht dieser kalte Blick, den sie sonst immer aussendet, wenn sie Mari widerspricht. Es ist noch immer etwas Warmes, etwas Zutrauliches darin.
Tue, Nov 4th 2025 10:20   Edited on Tue, Nov 4th 2025 10:20

Mari ist dabei ihr Hemd in die Hose zu stopfen, die sie in letzter Zeit immer öfter trägt und schiebt sich dann ein zusammen gefaltetes Tuch ins Hemd über die Bißwunde, damit das Hemd nicht gleich wieder Blutflecken kriegt, als Saya ins Schlafzimmer kommt. Mari schlüpft in die kurze Jacke und greift nach ihrem Waffengurt. Aber als sie die leere Dolchscheide sieht, flucht sie leise und legt den Gurt weg. "Ich muß im Zwilling vorbeischauen. Hoffentlich haben diese Schläger von der Kralle nicht meinen Dolch gestohlen. Es war der Gute, den du mir geschenkt hast."   Als sie Saya anspricht, hört sie zu und macht dann zwei, drei Schritte auf sie zu und legt ihr die Rechte auf die Wange. "Warum sollt' ich sowas von dir wollen, Saya? Wirklich nicht! Ich wollt' nur, daß sie hört, daß du mir befohlen hast, nicht Amok zu laufen und mit ihr zu verschwinden und irgendwo mit ihr ein neues Leben anfangen, wenn die Kralle wirklich durchdrehen sollt'. Das wär's auch schon gewesen. Aber laß' es! Es ist gar nicht so wichtig! Hat sie halt Angst vor dir. Ich weiß es und ich weiß, daß du mich sehr lieb hast, sonst hättest du es nicht gesagt. Das ist das Allerwichtigste für mich!" Sie beugt sich zu Saya und gibt ihr einen zarten Kuß. "Du weißt gar nicht, was für eine wunderbare Frau du bist!": sagt sie leise und küßt sie nochmals.  
Tue, Nov 4th 2025 11:22

“Nein, das weiß ich wirklich nicht,” antwortet Saya und küsst nun Mari ihrerseits. “Und, um ganz ehrlich zu sein, ich kann es mir auch gar nicht vorstellen.”   Sie sieht Mari tief in die Augen.   “Aber du, du hast dir dein Glück mit Gulama verdient. Und glaube mir, erst dann wirst du sehen, wie schön dein Leben ohne mich erst sein wird. Ich habe dir damals, als wir die Männer von Stafan massakriert hatten, und du im Zwilling auf mich zukamst, gesagt, dass du einen Fehler machst. Ich sage es dir noch heute. Ich bin der größte Fehler deines Lebens gewesen, und ich bin es immer noch.”   Sie dreht sich um und geht in die Richtung der Tür.   “Was ich damals allerdings nicht wusste, war, was für ein Riesenschwein ich hatte, dich kennenzulernen,” sagt sie dabei wie nebenbei. Sie bleibt jedoch nicht stehen, schaut nur kurz zu Mari zurück, dann rennt sie auch schon die Treppe nach unten.
Wed, Nov 5th 2025 12:29

Hingebungsvoll erwidert Mari Sayas Kuß. Als sich Saya von ihr löst und von Maris größtem Fehler redet, schmunzelt sie. "Na gut, dann bist du halt der größte Fehler meines Lebens! Aber den Fehler will ich für die nächsten hundert Jahre jeden Tag wieder machen. Ich hab' dir gesagt, ich bin eine Klette." Der nächste Satz, den Saya schon in der Türe sagt, zaubert ein glückliches Lächeln auf Maris Gesicht. Als sich Saya noch einmal kurz umdreht, bevor sie die Treppen hinunterläuft, kann ihr Maris Gesichtsausdruck nicht verborgen bleiben. Hin- und hergerissen zwischen Glück und Angst hätte sie noch so vieles zu sagen gehabt. Den ganzen Tag hätte sie Saya die Ohren füllen können. Aber Mari weiß nur zu gut, daß sie ihrer Geliebten damit nur den letzten Nerv gezogen hätte. Sie ist keine Freundin vieler Worte und man muß auf das hören, was sie nicht sagt, um sie wirklich zu verstehen. Aber Mari ist mittlerweile ganz gut darin. Sie schlüpft in ihre weichen Halbstiefel und verläßt das gemeinsame Schlafzimmer. Noch auf der Treppe hört sie die Stimme des Jägers. "Saya, unten steht der Gregorian mit irgendeinem Mädel. Er sagt, er muß dich dringen sprechen. Sollen wir ihn rauf lassen oder rauswerfen?"  
Wed, Nov 5th 2025 07:07   Edited on Wed, Nov 5th 2025 07:17

“Verdammt,” antwortet Saya mit finsterem Blick, “was hat er denn nun schon wieder? Will mich das Arschloch noch einmal aufs Kreuz legen? Und hat er etwa wieder diese verfickte gaffende Ostin mitgebracht? Wenn die nur halb so gut vögeln kann wie mir auf den Senkel gehen, dann ist dieser Gregorian der glücklichste Mensch der Welt, das sage ich dir!”   Saya seufzt, dreht sich kurz zu Mari um. Sie scheint einen kleinen Moment lang nachzudenken.   “Und das mit dem Bordell ist wohl wieder einmal gestorben für einen halben Tag,” sagt sie zu ihr. “Verdammt, ich komme einfach zu nichts! Oder magst du inzwischen vorgehen, dir die Hütte anschauen und wir beraten danach über das, was Gregorian gesagt hat und wie wir den Schuppen herrichten?”   Sie wartet gar nicht auf eine Antwort, sondern geht einfach an dem Jäger vorbei und an das Tor. Sie tritt selbst hinaus, um den Leiter des Skriptoriums zu begrüßen. Mit ausgebreiteten Armen kommt sie auf ihn zu und ergreift seine Hand mit beiden Händen.   “Gregorian, seid gegrüßt,” sagt sie dann überaus freundlich. “Ihr habt Glück, eine Minute später, und ich wäre schon unterwegs gewesen! Was führt Euch so unverhofft zu mir?”   Saya trägt heute kein elegantes Kleid. Aber sie ist auch nicht so schäbig gekleidet wie bei ihrem ersten Aufeinandertreffen in der “Schmutzigen Ente” - ganz im Gegenteil. Sie trägt ein schwarzes, fast uniformartiges Gewand aus matt glänzendem, schwarzen Leder - eine enge, hoch geschnittene, taillierte Jacke und eine ebenso enge lange Hose, dazu feste Stiefel. Diese Uniform betont ihre weiblich-sportliche Figur, gibt ihr ebenso Eleganz wie Autorität und Wildheit.   Dann erst wendet sie sich an seine Begleitung. Ihr Blick gleitet an Julia auf und nieder, kurz, musternd, doch ein leichtes Blitzen in Sayas Augen verrät, dass ihr gefällt, was sie sieht. Sie geht nun auf Julia zu und ergreift auch ihre Hand.   “Wir hatten noch nicht das Vergnügen,” meint sie dabei. “Ich bin Saya Nayara, die Dargha dieses Viertels! Seid willkommen in meinem bescheidenen Heim!”   Sie schaut nun wieder zu Gregorian.   “Aber nun tretet doch ein,” meint sie. “Ihr werdet von der ewigen Gondelei auf unserem Flüsschen sicher durstig sein!”
Wed, Nov 5th 2025 05:43   Edited on Wed, Nov 5th 2025 05:43

"Gut, machen wir es so.": sagt Mari und ist gar nicht bös' darüber, daß sie sich das sicher elendslange Gerede nicht anhören muß. Sie geht nochmals hinauf ins Schlafzimmer und nimmt ihren Waffengurt nun doch mit. Da es kaum ein Umweg ist, nimmt sie sich vor, zuerst im Zwilling vorbeizuschauen und nach ihrem Dolch zu fragen und vielleicht eine Kleinigkeit zu essen. Wenig später begegnet sie Saya, mit Gregorian und einer Unbekannten im Hof. Freundlich grüßt Mari und für einen Moment ruht ihr Blick auf der durchaus hübschen Frau. Zu einem anderen Zeitpunkt hätte sie der Begleiterin Gregorians vielleicht schelmisch zugezwinkert, aber im Moment hat sie andere Sorgen und beläßt es bei einem freundlichen Lächeln, bevor sie die Residenz verläßt.      
Wed, Nov 5th 2025 06:22   Edited on Wed, Nov 5th 2025 07:15

Entschuldigend breitet Gregorian die Hände aus. "Verzeiht diesen unangemeldeten Überfall, Saya! Ich bedanke mich, daß ihr trotz dieser Umstände Zeit für mich findet. Ich versichere euch, wären die Angelegenheit nicht so dringend und ungewöhnlich, hätte ich mir nicht erlaubt, so bei euch hereinzuplatzen." Während ihm Saya die Hand schüttelt, sagt er etwas leiser: "Hier draußen möchte ich allerdings nicht näher darauf eingehen, wie ihr sicher versteht." Als Sayas Blick zu Julia wandert, sagt Gregorian: "Meine Assistentin, Julia Feltre." Als in diesem Moment Mari vorbeikommt und freundlich grüßt, richtet Gregorian einen Moment seine Aufmerksamkeit auf die schlanke Frau und erwiedert ihren Gruß ebenso freundlich. Auf Sayas Aufforderung einzutreten, neigt er einen Augenblick später danken den Kopf. "Vielen Dank, gerne. Die Fahrt war zwar angenehm, aber zu einem kleinen Morgentrunk sage ich nicht nein."      
Wed, Nov 5th 2025 06:43

Julia erkennt Mari nach der Beschreibung Gregorians sofort und sie kann die Angst und Bedrücktheit spüren, die von ihr ausgehen, aber auch eine verbissene Entschloßenheit. Als Mari dann an ihnen vorbeigeht, macht sich etwas Enttäuschung in Julia bemerkbar, denn ihre eigentliche Rolle bei diesem Treffen ist damit hinfällig geworden. Trotzdem erwiedert sie Maris Gruß sehr freundlich und wendet sich dann Saya zu, die auf sie zukommt, während sie Gregorian vorstellt. Es hätte nicht des Aufblitzens in Saya Augen bedurft, um Julia spüren zu lassen, daß sie der Dargha nicht mißfällt.   Sie hat für diese Besprechung wieder einen einfachen Kittel mit Hose gewählt, zu dem sie ein bernsteinfarbenes Halstuch trägt, daß reizvoll mit ihren blaugrauen Augen kontrastiert. Bis auf den Messingring an ihrem linken Daumen trägt sie keinen weiteren Schmuck. "Das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite, werte Dargha.": sagt sie mit leicht rauchiger Stimme und deutet einen Knicks vor Saya an. Als sie ihren Kopf wieder hebt, legt sie Bewunderung in ihren Blick, den sie dann schnell wieder senkt, so als ob sie diese Regung verbergen wollte. "Vielen Dank für euer Willkommen.": sagt sie dann mit gesenktem Blick und folgt ihrem Dienstherren und der Dargha ins Innere der Residenz.      
Wed, Nov 5th 2025 08:45

“Aber selbstverständlich,” antwortet Saya mit einem Lächeln. “Ich bitte Euch, mir einfach zu folgen.”   Sie geht nun in eine Toreinfahrt, in der sich einige Jäger versammelt haben, wohl um miteinander im Viertel nach dem Rechten zu sehen. Saya bleibt kurz bei ihnen stehen.   “Haltet heute besonders nach Ratten Ausschau. Ich will wissen, was da unten vor sich geht!” meint sie nur kurz. Die Jäger nicken. Saya dreht sich zu Gregorian und Julia um und lächelt kurz.   “Ich bin natürlich überaus erpicht zu erfahren, in welche Richtung sich die Geschehnisse entwickeln. Ich hoffe ja nach wie vor, dass unser Geschäft zu einem Abschluss kommt,” meint sie und schaut Gregorian dabei tief in die Augen.   Sie geht nun eine Treppe zur Rechten nach oben. Sie kommen in das Speisezimmer, wo Gulama gerade dabei ist, den Tisch für das Frühstück vorzubereiten. Sie schaut ganz überrascht, als Saya und Gregorian mit Julia im Schlepptau so früh auftauchen.   “Prinzesschen,” meint Saya, “bring uns drei Bier!”   Sie dreht sich nun zu Gregorian um.   “Bitte, nehmt Platz!” sagt sie und deutet auf die Stühle um den Tisch. “Ich hoffe doch, Bier ist nach Eurem Geschmack?”
Wed, Nov 5th 2025 10:36   Edited on Wed, Nov 5th 2025 10:36

Ohne dem Blick Sayas auszuweichen, sagt Gregorian zweifelnd: "Ich will nichts vorwegnehmen, aber die Situation hat sich wirklich geändert und nach meiner Einschätzung nicht zum Positiven." Als sie im Speisezimmer angelangt sind, mustert Gregorian, wie schon bei seinem letzten Besuch, mit Wohlgefallen Gulama bevor er sie freundlich begrüßt und dann Platz nimmt. "Selbstverständlich! Macht euch bitte keine Umstände, Saya." Er wartet, bis sich Julia neben ihn gesetzt hat. "Ich habe meine Assistentin für den Fall mitgebracht, daß wir trotz allem zu einem Abschluß kommen. In dem Fall müßte für jede Partei ein Zeuge unterzeichnen, damit es rechtsgültig wird. Auf eurem Territorium ist das zwar nicht erforderlich, da sich aber mein Klient auf Thornhoff-Gebiet aufhält, ist dieses Verfahren unumgänglich."   Gregorian holt ein gefaltetes Schriftstück aus seinem Wams. "Ich habe dieses Schreiben heute früh von Gaspard erhalten. Es ist zweifellos echt, denn es trägt sein Siegel, doch ich muß ehrlich gestehen, daß ich mir keinen Reim darauf machen kann. Es widerspricht zwar den üblichen Usancen, aber ich bin mir nicht sicher, ob ihr es aus meinem Munde glauben würdet. Doch bitte seht selbst." Er schiebt Saya das Schriftstück zu. Ein kurzer Blickkontakt mit Julia und dann konzentriert sich Gregorian wieder auf Saya.   Wenn Saya das Schreiben öffnet, liest sie:   "Gregorian! Schluß mit dem fruchtlosen Hin und Her! Ihr habt lange genug Zeit gehabt, mit dem Barbarenweib zu einem Abschluß zu kommen. Jetzt werdet ihr Nägel mit Köpfen machen! Alle vorhergehenden Angebote sind Null und Nichtig! Kein Herumgerede mehr! Fünf Kronen! Keinen Fili mehr! Keine idiotischen Bedingungen von der tätowierten Schlampe, nur ja oder nein! Wenn der Abschaum zustimmt, will ich Lisa am 9. Tag im Februar an einer bestimmten Stelle haben, die ich euch noch mitteile. Wenn nicht, dann kann die Barbarin ihre kostbare Gefangene von mir aus an einen Puff verkaufen oder ihren Wilden vorwerfen. Ich erwarte umgehend eine Antwort, Gregorian, und mit umgehend meine ich SCHNELL!"  
Wed, Nov 5th 2025 11:16

Gulama kommt alsbald mit den drei Krügen voller Bier. Das Bier ist in Sayas Viertel wohl das, was am ehesten Besucher aus anderen Teilen der Stadt anziehen könnte. Und so wird es wohl auch dem verwöhnten Gaumen des Leiters des Skriptoriums munden. Aber im Moment hat wohl niemand Zeit und Muße, sich dem köstlichen Gerstensaft zu widmen. Saya hört Gregorian wortlos zu, dann nimmt sie das beschriebene Pergament. Ihr konzentrierter, leicht verkniffener Gesichtsausdruck zeugt wohl davon, dass das Lesen nicht zu ihren ganz großen Stärken gehört, aber sie scheint immerhin dieser Kunst einigermaßen mächtig zu sein. Und so vergeht nun eine ganze Weile, in der Gulama hinter Gregorian an der Wand steht und Saya einfach nur liest. Schließlich hat sie doch zu Ende gelesen. Sie schaut nun Gregorian an, mit einem Ausdruck, der sogar von Julia wohl kaum zu deuten ist. Sie scheint jedoch nachzudenken.   “Fünf Kronen?” sagt Saya schließlich. “Das ist doch nicht sein Ernst! Es ist seine Tochter! Hätte er 50 Kronen geboten, so hätte ich vielleicht darüber nachgedacht!”   Ihr Blick fällt nun auf Gulama, die immer noch still an der Wand steht. Saya scheint noch immer nachzudenken, obwohl sie vorher wohl das Gegenteil verkündet hat. Und Julia, die ja mit der Gabe gesegnet ist, wird sehr wohl sehen, dass es hinter der scheinbar ausdruckslosen Fassade rumort und Saya in der Angelegenheit auch ziemlich ratlos ist. Schließlich sagt sie zu Gulama: “Prinzesschen, sei so gut, geh zu Marigar und lass mir Lisina herschaffen!”   Gulama nickt und rennt im nächsten Moment schon die Treppe nach unten. Saya kramt unterdessen ihr Rauchzeug heraus, dreht sich eine Zigarette und steckt sie an. Dann nimmt sie ihren Bierkrug, prostet Gregorian und Julia zu und trinkt davon. Sie zieht noch einmal an ihrer Zigarette.   “Was haltet Ihr davon? Ihr seid in engerem Kontakt zu diesem Idioten,” bricht sie schließlich das Schweigen. “Ist es ihm wirklich Ernst mit diesem Wisch, oder will er nur Druck aufbauen? Ist es in der Tat so, dass ihn seine Tochter einen Scheißdreck interessiert? Und… habt Ihr Informationen, wie dieser Krieg unter den Ratten gerade steht?”
Wed, Nov 5th 2025 11:20

Lisina wird vielleicht noch schlafen, als der Schlüssel in der Tür zu ihrer Kammer umgedreht wird. Schließlich hat sie die Dargha doch ziemlich lange wach gehalten. Und so wird sie auch reichlich unsanft geweckt, und zwar von einem Tritt eines Stiefels in die Seite. Marigar steht vor ihr und schaut sie verächtlich an. Er hat die Kette bereits an ihrem Sklavenkragen befestigt und zieht nun daran.   “Aufwachen, Miststück!” sagt er ebenso verächtlich. “Die Dargha will dich sehen!”
Thu, Nov 6th 2025 01:22

"Scheinbar doch!": antwortet Gregorian. "Er hat mir auch die Münzen übermittelt, die ich dabei habe." Er vermeidet wohlweislich T'Sai beim Namen zu nennen, als er fortfährt. "Ich habe das mit einer meiner engsten Mitarbeiterinnen diskutiert, aber wir konnten uns beim besten Willen keinen Reim darauf machen. Wie man es auch dreht, es ergibt keinen erkennbaren Sinn." Jetzt greift auch Gregorian nach seinem Krug, prostet Saya und danach Julia zu und trinkt eine gute Handbreit Bieres in einem Zug. "Wie ich schon sagte, ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Engerer Kontakt mit Gaspard ist auch zu viel gesagt. Ich bin ihm das letzte Mal vor drei, vier Jahren persönlich begegnet. Wir hatten und haben nicht unbedingt das beste Verhältnis und wir haben in der gegenständlichen Sache nur schriftlich über Boten kommuniziert. Aber bis vor kurzem hatte ich den Eindruck, daß es ihm ernst war, Lisina zurückzubekommen, ohne allzu sehr auf seinen Geldbeutel zu schielen."   Gregorian trinkt aus seinem Krug. "Ich habe schon im Aufbruch zu euch, die Nachricht bekommen, daß es wieder zu heftigen Kämpfen an einigen Stellen in der Kanalisation auf Thornhoff-Gebiet gekommen sein soll. Genaueres kann ich euch leider auch nicht sagen. Ich arbeite zwar immer wieder mit einigen Händen der Kellerratten zur Vergrößerung meiner Sammlung zusammen, aber Kellerratten wahren ihre Geheimnisse. Ich weiß vermutlich weniger über die Hintergründe und gegenwärtige Lage als ihr selbst. Mir ist auch gerüchteweise zu Ohren gekommen, daß selbst der Kommandant im Dunklen tappt. Aber das ist wie gesagt nur ein Gerücht. Verzeiht mir die direkte Fage, aber hat Frau Kiroval keine Kontakte mehr, die etwas Klarheit in die Sache bringen könnten?"
Thu, Nov 6th 2025 02:29   Edited on Thu, Nov 6th 2025 02:31

"Fick dich.": knurrt Lisina verschlafen, als ihr Marigar in die Seite tritt. Sie hat nach dieser unwahrscheinlichen Nacht mit Saya tief und fest geschlafen. "Ich hab's gehört, du Arschgesicht.": giftet sie und kommt auf die Beine. Doch sie wehrt sich nicht und macht auch sonst keine Schwierigkeiten. Als sie in das Esszimmer gebracht wird und Gregorian und eine Fremde am Tisch neben Saya sitzen sieht, verfällt sie sofort in die Rolle der gequälten und eingeschüchterten Sklavin. Ohne links und rechts zu schauen, läßt sie sich mit gesenktem Kopf auf die Knie nieder, hockt sich auf die Fersen und läßt sich still am in der Wand eingelassen Haken anhängen. Auffallender Weise hat sie keine Striemen von Peitschen oder Stöcken, oder gar Wunden, nur oberflächliche Kratzer auf den Oberschenkeln, ihrem Hintern und Rücken, kleinere blaue Flecken und rote Male, die fast wie Knutschflecken aussehen. Sie wagt sie nicht einmal den Kopf zu heben.  
Thu, Nov 6th 2025 02:56   Edited on Thu, Nov 6th 2025 02:57

Da Julia sonst nichts zu tun hat, tut sie so, als würde sie aufmerksam zuhören und konzentriert sie sich auf die Eindrücke, die ihr von den Anwesenden zu strömen. Das blonde Mädchen, das ihnen Bier bringt, glüht förmlich vor Verliebtheit und Verlangen. Aber es scheint nicht mit jemanden hier im Raum zu tun zu haben. Sie blickt mit einem strahlenden Lächeln auf, als ihr Saya zu prostet, hebt ihren Krug und nimmt einen kleinen Schluck. Die Dargha hält ihre Gefühle gut im Zaum, doch vor Julias Gabe kann sie ihre Emotionen nicht vollständig verbergen. Sie spürt Unruhe, Anspannung und Besorgnis. Als die Gefangene gebracht wird, hat sie Mühe eine höflich interessierte Mine beizubehalten. Zwar hat sie sich äußerlich unter Kontrolle, aber Julia kann nicht so viel Angst an ihr ausmachen, wie sie vorgibt zu haben. Da ist überwältigendes Verlangen, ein verwirrendes Gemenge von Haß und Zuneigung, Trauer, Schuld und Sehnsucht. Noch erstaunlicher ist, daß bei Eintreten der Gefangenen, wie ein Widerhall, auch bei der Dargha Verlangen erwacht. Schwächer zwar, aber immer noch fühlbar. Julia greift nach ihrem Bierkrug und macht einen kleinen Schluck. Konnte es wirklich sein?  
Thu, Nov 6th 2025 11:03

“Im Moment hat nur der Informationen, der da zu sein scheint,” antwortet Saya. “Wie genau die Kämpfe ablaufen, das ist jedem verborgen. Und im Moment sind die Ratten zu viel mit sich selbst beschäftigt, als dass man irgendjemanden zu Gesicht bekäme. Also, nein, ich habe so gut wie keine Informationen.”   In diesem Moment wird Lisina in den Raum gebracht und an die Wand gekettet. Kurz verengen sich Sayas Augen zufrieden, als sie da sitzt wie ein unterwürfiges Häuflein Elend. Sie atmet tief durch, dann steht sie auf, nimmt den Brief und geht zu Lisina. Sie stellt sich ganz nahe vor ihr auf, mit gespreizten Beinen, so dass Lisina wohl den Geruch des warmen Leders ihrer Hose riechen kann. Sie legt ihr eine Hand auf die nackte Schulter, drückt sie nach unten, in eine gebückte Haltung, bis ihr Kopf praktisch zwischen ihren Beinen ist.   “Wir haben Nachricht von deinem ehrenwerten Vater,” sagt sie mit verächtlichem Tonfall. “Und es ist geradezu erbärmlich wie viel du ihm wert bist. 300 Lamen. Nicht mehr. Jede halbwegs anständige Hure würde mir in einem guten Jahr wohl mehr einbringen als du! Bist du wirklich ein solch nutzloses Stück Fleisch?”   Sie packt sie nun bei den Haaren, reißt ihr den Kopf nach hinten, schaut sie an. Der Blick ist wohl kalt, aber es blitzt in den Augen.
Thu, Nov 6th 2025 04:23   Edited on Thu, Nov 6th 2025 04:23

Denn Kopf gesenkt sitzt Lisina da, als sich Saya vor ihr aufbaut. Am liebsten hätte sie ihr die Lederhose vom Leib gerissen, aber sie beherrscht sich und stöhnt nur leise, als Saya ihren Kopf erst nach unten drückt und dann an den Haaren nach hinten zerrt. Sie ist zwar erstaunt über die Summe, die Saya als ihr Lösegeld nennt, aber nicht erschreckt oder gar verzweifelt. Sie spielt ihre Rolle weiter. "Ja, Herrin! Ich bin ein nutzloses Stück Fleisch!": mumelt sie kläglich und schaut Saya ängstlich an. Nur Saya kann für einen ganz kurzen Moment den Anflug des amüsierten Lächelns ausmachen. "Bitte, schlagt mich nicht, Herrin!": fleht sie dann jämmerlich.  
Thu, Nov 6th 2025 04:47

Jetzt ist sich Julia sicher! Die Gefangene und die Dargha spielen ihnen etwas vor. Kaum Spuren von Angst in der Ausstrahlung der Gefangenen, dafür umso mehr Verlangen, Verwunderung und sogar Erheiterung. Auch die Dargha strahlt eher Ratlosigkeit aus und das zuerst nur schwach wahrnehmbare Verlangen wird etwas deutlicher, als die Dargha den Kopf der Gefangenen zurückbiegt. Es gibt für Julia keinen Zweifel. Die Beiden haben etwas miteinander. Julia bemüht sich weiter um einen neutralen Gesichtsausdruck, während sie kurz über die Tragweite dieser Umstände nachdenkt und erwägt, ob sie Gregorian ein Zeichen geben soll. Doch sie entscheidet sich dagegen. Zu leicht könnte sie mißverstanden werden und so beobachtet sie weiter.      
Fri, Nov 7th 2025 12:13

Saya lässt Lisina los, schaut noch immer auf sie. Dann dreht sie sich um, schaut nun Gregorian kalt in die Augen.   “Ihr bringt diesem Bastard 4 Kronen zurück,” sagt sie dann mit Eiseskälte in ihrer Stimme. “Eine Krone ist die Gebühr, dass ich mir dieses beleidigende Angebot überhaupt angehört habe. Und dies, mein lieber Gregorian, ist ebenso wenig verhandelbar wie diese Schundschrift Eures Mandanten. Ich bin die Dargha in diesem Viertel und ich lasse mich von einer dahergelaufenen Kellerratte nicht behandeln wie eine Dirne, die ihrer selbst nicht sicher sein kann. Ihr habt also die Wahl, entweder Ihr kehrt beide unversehrt mit 4 Kronen zurück…”   Sie lässt den Satz unvollendet. Aber die Freundlichkeit, die sie bis eben noch dem Vermittler entgegengebracht hat, ist endgültig verflogen. Es blitzt geradezu vor Zorn in ihren Augen.   “Und sollte diese Ausgeburt eines Abschaums irgendetwas zu quengeln haben, sagt ihm ruhig, er möge herkommen, und ich werde das mit ihm unter vier Augen ausdiskutieren. Wobei ich mir allerdings ziemlich sicher bin, dass am Ende des Disputs nicht mehr vier Augen übrig bleiben. Danach freue ich mich jederzeit, Euch wiederzusehen.”
Fri, Nov 7th 2025 05:04   Edited on Sun, Nov 9th 2025 12:39

Völlig ruhig und gelassen hört sich Gregorian den Ausbruch Sayas an. Er lächelt sogar und seine Stimme klingt freundlich und gelöst, nur in den hellen Augen glitzert es für einen Moment. Er breitet bedauernd die Hände aus. "Ich bitte euch, werte Dargha! Es besteht keine Notwendigkeit, auf Drohungen zurückzugreifen. Es wäre doch bedauerlich, wenn nach all diesen angenehmen Gesprächen, wir uns jetzt auf das Niveau einer Kneipenstreiterei begeben. Zumindest von meiner Seite wäre es das. Wenn ich euch richtig verstanden habe, lehnt ihr also das Angebot meines Klienten ab. Gut, ich werde Gaspard von eurer Entscheidung unterrichten." Dann greift er in sein Wams und holt einen ledernen Geldbeutel hervor, aus dem er eine große Goldmünze herausholt. Für einen Moment betrachtet er die Münze, dann legt er sie auf den Tisch. "Bitteschön, eure Krone, Dargha. Für den Fall, daß es euch interessiert, diese Münze ist ein seltenes Stück. Sie ist einer der Wenigen, die in letzten Jahren des Reiches noch geprägt wurden." Er verstaut den Lederbeutel wieder in seinem Wams und erhebt sich. "Da diese Angelegenheit nun abgeschlossen ist, will euch nicht mehr von euer Zeit rauben und darf mich von euch verabschieden." Er deutet eine höfliche Verbeugung an. "Mögen eure Götter mit euch sein, Dargha!"  
Fri, Nov 7th 2025 05:16

Der Ärger Sayas ist echt. Das kann Julia deutlich spüren. Gregorian dagegen ist, für sie ein Buch mit sieben Siegeln, unsichtbar für ihre Gabe. Als sich ihr Dienstherr erhebt, steht auch Julia auf, nachdem er sich verabschiedet hat, verbeugt sie sich vor der Dargha. "Vielen Dank für eure Gastfreundschaft, werte Dargha und mögen die Götter euch schützen.": sagt sie respektvoll und wartet bis Gregorian aufbricht.      
Fri, Nov 7th 2025 07:00

Saya kommt auf Gregorian zu, schüttelt ihm nun wieder äußerst freundlich die Hand. Sie hat sich anscheinend wieder gefangen.   “7 Arkh der Schwarzen Schlange im Knochenhain, werter Gregorian,” antwortet sie ihm. “Mögen auch Eure Götter Euch begleiten.”   Anschließend dreht sie sich zu Julia schüttelt ihr ebenfalls die Hand.   “Es war mir eine große Freude, Euch kennenzulernen, Julia,” sagt sie auch zu ihr mit einem Lächeln auf den Lippen. “Möge Achum Euch gnädig sein!”   Dann, nach einer kleinen Pause, fügt sie noch, wieder zu Gregorian gewandt hinzu: “Aber Gregorian, sagt, fürchtet Ihr Euch eigentlich nie, wenn Ihr dazu angeleitet werdet, mit derlei Angeboten durch die Gegend zu rennen?”
Fri, Nov 7th 2025 04:36   Edited on Fri, Nov 7th 2025 04:36

Gregorian erwidert den Händedruck der Dargha. "Ehrlich gesagt nicht. Ich vertraue darauf, daß meine Gesprächspartner den Unterschied zwischen Überbringer und Urheber erkennen können und nicht den Boten für den Inhalt einer Nachricht zur Rechenschaft ziehen, die er nicht verfaßt hat und wie ihr seht, bin ich damit immer recht gut gefahren.": sagt Gregorian mit einem hintergründigen Lächeln. "Doch nun entschuldigt uns, werte Dargha! Ihr braucht euch nicht zu bemühen, ich kenne den Weg." Lisina ignoriert er, aber er dreht sich noch zu Gulama um. "Es war mir eine Freude, euch kennengelernt zu haben, Gulama. Mögen die Zwillinge mit euch sein.": sagt Gregorian in einem Tonfall, der vermuten läßt, daß seine Worte ehrlich gemeint sind. Mit einer letzten angedeuteten Verbeugung macht er sich auf den Weg.  
Fri, Nov 7th 2025 04:54

Für einen Moment liegt wieder etwas wie scheue Bewunderung in ihrem Blick, den Julia senkt, als Saya ihre Hand ergreift. Ihr Händedruck ist für Schreiberin erstaunlich fest und Saya kann auch Schwielen spüren, die nicht vom Halten von Schriftrollen stammen können. Ihr Lächeln schwankt zwischen Verlegenheit und der Bewunderung, die auch in ihrem Blick lag. "Die Freude war ganz auf meiner Seite, werte Dargha!": sagt sie höflich und ein klein wenig scheu. Sie schließt sich Gregorian an, doch bevor sie den Raum verläßt wirft sie noch einen schnellen Blick über die Schulter und lächelt Saya zu.  
Sun, Nov 9th 2025 08:04

“Ich wünsche Euch eine gute Heimfahrt,” meint Saya. “Und ich hoffe, Euch bald wiederzusehen, vielleicht auch mit einem weniger nervigen Hintergrund. Wobei ich denke, dass der Fall mit Eurem Mandanten weit weniger ausgeschöpft sein dürfte, als er im Moment erscheint. Jedenfalls waren die Treffen mit Euch sehr angenehm, werter Gregorian.”   Sie steht nun vor Lisina und schaut den beiden nach, wie sie die Treppe nach unten gehen. Sie schaut zu Gulama.   “Nimm bitte die Münze und leg sie zu den anderen, Prinzesschen,” befiehlt sie. “Danach mach es dir gemütlich, bis wir wieder zurückkommen. Du brauchst heute nicht zu kochen. Wir testen eine Köchin.”   Gulama nickt, nimmt die Münze und rennt nun ebenfalls auch mit der Münze nach unten. Saya dreht sich zu Lisina. Sie schaut sie an, und das Bedauern in ihrem Blick ist nicht zu übersehen. “Verdammter Idiot!” sagt sie. “Macht er mir ein Angebot, das ich nicht einmal annehmen könnte, wenn ich wüsste, dass du mir helfen würdest, ihn einfach aufs Kreuz zu legen. Wie es ausschaut, wirst du wohl noch länger meine Leibsklavin bleiben.”  
Sun, Nov 9th 2025 09:29

"Du hast doch nichts dagegen?": erkundigt sich Lisina bevor sie sich abhängt und aufsteht. "Der kalte Boden tut meinem Luxushintern nicht gut.": sagt sie und schaut Saya an. "Du schäumst ja richtig vor Begeisterung über die Aussicht mich noch länger genießen zu können?": bemerkt sie ironisch, doch ein wenig Enttäuschung schwingt in ihrer Stimme mit. "Und dein Vertrauen in mich ist echt berauschend.": hängt sie sarkastisch an und macht einen Schritt auf Saya zu. "Aber stimmt schon. Wie käme ich dazu dir helfen? Ich will ja nichts mehr als von hier verschwinden und mich kopfüber in die Arme der geliebten Familie werfen!" Sie schaut Saya mit leicht zur Seite gelegtem Kopf an. "Aber eines sage ich dir. Wenn du mich anbringen willst, dann mußt die mich schon zum Tor hinausprügeln lassen.": sagt sie ohne jeden Zynismus oder Ironie. Dann senkt sie den Blick und sieht Saya erst nach einigen Atemzügen wieder an. "Aber irgendwas stimmt nicht, Saya. Das schaut nicht nach meinem Vater aus. Seine Kronen hat er vermutlich mehr geliebt als die ganze Familie. Daß er sie jetzt so einfach als Lösegeld rausrückt, glaube ich nicht und er würde mich niemals Lisa nennen. Hast du den Wisch von dem Scheißer Gregorian noch?"      
Sun, Nov 9th 2025 10:25

Saya nimmt flugs den Schlüssel, den Marigar auf dem Tisch liegen gelassen hat und sperrt das eiserne Schloss auf, so dass Lisina sich abhängen kann. Dann steht sie vor ihr und hört ihr erst einmal mit ernstem Gesichtsausdruck zu. Nur als sie von ihrem Prachthintern spricht, huscht ein kurzes, wollüstiges Grinsen über Sayas Lippen. Schließlich geht sie zum Tisch, nimmt das Schreiben und reicht es Lisina.   “Ich hätte dich verkaufen können,” meint Saya schließlich. “Du wärst mitgegangen und bei der ersten Gelegenheit zurückgekommen. Als freie Frau. Allerdings hätte ich da ein annehmbares Angebot gebraucht. Aber 300 Lamen, selbst du nutzloses Stück Fleisch bist mehr wert als das. Und jeder weiß das. Ich kann das Angebot also nicht annehmen. Es wäre nicht glaubhaft. Ganz einfach. Ganz abgesehen davon, dass ich, um mir eine Hure wie dich zuzulegen, auf Dauer wohl mehr als 300 Lamen investieren müsste.”   Sie gibt Lisina einen ziemlich heftigen Klaps auf ihren Prachthintern, dann setzt sie sich auf den Tisch - mit wenig elegant breiten gespreizten Beinen - und schaut Lisina nachdenklich an.   “Du meinst also, dass wir inzwischen noch jemanden haben, der dich haben will? Nur… wer nennt dich… Lisa?”  
Sun, Nov 9th 2025 11:31

Leise lacht Lisina auf. "Du bist eine Optimistin. Glaubst du wirklich, ich wäre da nochmals ganz herausgekommen, wenn du mich meinem geliebten Vater ausgeliefert hättest? Ausgesprochen blöde Idee, das kann ich dir versichern." Mit gespielter Entrüstung schaut sie Saya an. "Ich bin einmalig! Es gibt keine Nutte wie mich! Wenn mir eine auch nur entfernt nahe kommt, dann mußt du schon eine schöne Stange mehr blechen als lumpige Dreihundert und das gleich und bar." Als Sayas Hand auf ihren Hintern klatscht, verdreht sie die Augen. "Gibt's noch mehr davon?": erkundigt sie sich und fährt sich aufreizend langsam mit der Zunge über die Lippen. Doch auf die nächste Frage Sayas wird sie ernst. "Sybel! Sie hat mich immer Lisa gerufen." Dann nimmt sie den Bogen und gemessen an der kurzen Zeit, die vergeht, bis sie das Schreiben wieder sinken läßt, tut sie sich weniger schwer mit dem Lesen als Saya. "Das hat nicht mein Vater geschrieben, daß ist die Handschrift Sybels."      
Mon, Nov 10th 2025 07:08

Saya schaut Lisina verwundert an.   “Wer ist denn so bescheuert, einige Tausend Lamen zu bezahlen für jemanden, der im Moment versklavt ist, nur um ihm danach das Fell über die Ohren zu ziehen? Da lass ich den doch einfach, wo er ist, und hoffe darauf, dass er so lange durchgeprügelt wird, bis er von alleine zu den Schatten wechselt…” antwortet sie etwas nachdenklich, hebt ihr Bein und tippt Lisina mit der Stiefelspitze gegen ihr Geschlecht.. “Vielleicht sollte ich das auch wieder einmal tun. Du scheinst nämlich manchmal zu vergessen, dass du immer noch meine Sklavin bist.”   Sie lässt nun ihren Blick über Lisinas nackten Körper schweifen.   “Wir haben nun also einen neuen Spieler in diesem Spiel. Nur… wer ist Sybel? Und was hat diese Sybel davon, dich zu besitzen? Oder ist das nur eine weitere Person, die dich nur möglichst qualvoll zu Tode bringen wollte?”  
Mon, Nov 10th 2025 03:47

"Du vielleicht, aber nicht mein Vater.": entgegnet Lisina. "Umbringen würde er mich möglicherwiese nicht, aber er würde sich das Vergnügen, mich jeden Tag aufs Neue zu erniedrigen und mich für meinen Ungehorsam zu bestrafen, auch für ein paar Tausend Lamen nicht entgehen lassen. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, um mich wirklich freizukaufen, ich müßte ihm Marissa bringen!" Als sie Saya mit der Stiefelspitze berührt, schüttelt sie leicht den Kopf. "Da täuschst du dich. Ich vergesse es nicht! Keinen Augenblick vergesse ich es! Aber warum willst du mich durchprügeln? Weil ich sage, was ich denke oder weil es dir Spaß macht? Wenn es um deinen Spaß geht, dann mach es einfach! Aber wenn es als Strafe dafür gedacht ist, daß ich mir kein Blatt vor den Mund nehme, dann überlege es dir noch einmal. Arschkriecher hast du doch genug um dich! Nur weil ich nicht jedes Wort auf die Goldwaage lege, heißt das nicht, daß ich dich nicht respektiere. Im Gegenteil! Aber wie du willst ... Herrin!" Lisina grinst unverschämt und verschränkt die Hände hinter ihrem Kopf, um ihre Figur zu unterstreichen, als sie Saya betrachtet. "Gefällt dir wenigstens, was du siehst?": sagt sie, aber auf die nächste Frage Sayas vergeht ihr das Grinsen und sie nimmt ihre Hände herunter. "Sybel? Sybel ist meine kleine Schwester!": sagt sie dann leise.  
Mon, Nov 10th 2025 05:50

Saya legt den Kopf schief. “Akezptabel,” antwortet sie. “Aber du könntest dich ruhig etwas mehr ins Zeug legen, mir zu dienen. Und das heißt nicht, dass du mir in jedem Fall recht geben musst. Aber du bist immer noch meine Sklavin und nicht meine verdammte Freundin. Haben wir uns verstanden?”   Sie schaut Lisina tief in die Augen. “Also, deine kleine Schwester bietet uns fünf Goldstücke, um dich zu kriegen,” fährt Saya fort. “Warum? Entweder sie weiß ganz genau, dass dein Erzeuger einen feuchten Dreck tun wird, um dich zurückzuhaben, oder sie verfolgt eigene Ziele, die mit denen deines Vaters nicht unbedingt kompatibel sind. Und dass in eurer Familie manchmal der eine dem anderen in den Rücken fällt, das scheint ja gar nicht selten zu sein. Die Frage ist, was ist nun Tatsache, und wie können wir daraus Kapital schlagen. Ich denke jedoch, wir sollten Gregorian schreiben. Ich denke, dass dein liebendes Väterchen auf jeden Fall wissen sollte, was die jüngere seiner missratenen Töchter so hinter seinem Rücken fabriziert.”  
Tue, Nov 11th 2025 04:20   Edited on Tue, Nov 11th 2025 04:23

"Ich weiß schon, daß du nicht meine Freundin bist!": gibt Lisina kühl zurück. "Wenn du es lieber distanziert willst, mir soll es recht sein. Was meinst du mit mehr ins Zeug legen? Kläre deine Sklavin auf, Herrin. Wenn ich mich noch ein wenig mehr ins Zeug lege beim Vögeln, dann trifft mich der Schlag. Willst du es öfter oder hast du was anderes im Sinn? Soll ich dir vielleicht den Tee ans Bettchen bringen?" In ihrem Tonfall klingt für einen Moment die ätzende Ironie an, die früher so typisch war für sie. Doch es kein Zorn in ihrem Blick, eher Traurigkeit. Doch der Eindruck verfliegt schnell.   "So einfach ist das nicht!": fährt sie kühl fort. "Das Siegel auf dem Wisch ist mit Sicherheit das meines Vaters. Aber er trägt das Siegel an einer Silberkette um den Hals und gibt es nicht aus der Hand. Er hortet und sammelt diese Goldkronen. Er sagt zwar für Notzeiten, aber er hängt an dem Gold fast sosehr wie an der Macht. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten. Entweder mein Vater ist so krank, daß er keine Kontrolle mehr hat oder Sybel hat ihn kaltgestellt. In den letzten beiden Jahren hat sie immer heftiger gegen seinen idiotischen Kurs protestiert. Das sind die Fetzen geflogen, so sind sie aneinandergeraten und so sehr sie mich auch haßt, tausende Lamen würde dir Sybel niemals in den Rachen stopfen. Ihr ist es auch zuzutrauen, daß sie dich mit dem letzten Angebot so aufbringen wollte, daß du mich in meine Einzelteile zerlegst und sie sich einen Haufen Silber erspart. Wenn sie jetzt am Ruder ist und so schaut es für mich aus, dann kannst du das große Geld vergessen. Die Frage ist nur, ob sie in Vertretung handelt oder ob sie meinen Vater wirklich kaltgestellt hat. Davon und von der wirklichen Lage im Krieg hängt es meiner Meinung ab, wie du weiter vorgehen kannst. Aber das ist deine Entscheidung."  
Tue, Nov 11th 2025 04:59

Dieses Mal schnellt Sayas Bein geradezu nach oben und trifft Lisina hart zwischen den ihren. “Du sollst, verdammt noch mal, nicht ständig mit mir reden, als wäre ich deine Kammerzofe! Und der Fakt, dass du scharf auf mich bist wie ein Bluthund auf eine fette Fleischratte macht dich noch lange zu keiner ordentlichen Sklavin! Es geht mir nicht darum, was du zu mir sagst, sondern in welcher verfickten Art und Weise du es tust! Es geht mir nicht darum, ob du mich zum Schreien bringst, sondern weil jedes einzelne verfickte Mal ich es bin, die dich aufgeilen muss! Ich sag dir, neulich, bei der Kralle, das war eine Sklavin, wie es sich gehört! Die ist an meinen Schenkeln gehangen!”   Kurz blitzen Sayas Augen noch einmal auf, dann wird sie wieder ruhiger. “Das heißt, also, dass dein Vater auch diesen verdammten Krieg gar nicht angezettelt hat. Dass das auch dein Schwesterherz war. Es hilft alles nichts… PRINZESSCHEN!!!” Sie schreit laut nach Gulama, die kurz darauf auch schon die Treppe heruntergerannt kommt.   “Geh und such’ Mari. Du findest sie entweder im Zwilling oder in der alten Bleibe von Stafan. Sie soll sofort und auf der Stelle herkommen! Und beeil dich!” Gulama nickt eifrig, rennt dann auch schon die nächste Treppe nach unten. Saya indes sieht Lisina wieder an. “Ihr beide werdet nun beratschlagen. Ich kenne mich bei eurem Gewürm zu wenig aus. Und ich sage dir, ich werde mit einer Peitsche hinter dir stehen. Beleidigst du Mari, so wie du mich ständig beleidigst, du wirst sie jedes Mal spüren.”  
Tue, Nov 11th 2025 08:54   Edited on Tue, Nov 11th 2025 08:54

Diesmal zuckt Lisina zusammen als sie Saya trifft und verzieht einen Augenblick das Gesicht. Für einen Augenblick sieht es so aus, als würde sie zurückschnappen, aber dann setzt sie ein gekünsteltes Lächeln auf. "Verzeiht, gnädigste Herrin, sollte ich es an Unterwürfigkeit des Tonfalls mangeln haben lassen. Ich werde daran arbeiten, Herrin!" Alles andere läßt sie einfach im Raum stehen. Erst als Saya davon spricht, daß Sybel den Krieg angefangen hat, sagt sie: "Mit eurer Erlaubnis, Herrin. Ich bitte um Nachsicht, daß ich mich so mißverständlich ausgedrückt habe, daß ihr annehmen mußtet meine Schwester hätte den schwachsinnigen Angriff geführt. Das ist recht unwahrscheinlich. Mein Vater hat schon vor ein, zwei Jahren vom großen Schlag gegen die erste Hand fantasiert und Sybel hat immer wieder dagegen argumentiert. Aber das ist selbstverständlich nur meine unmaßgebliche Sicht der Dinge." Irgendwie bringt sie es fertig, auch ihren gewählten Worten und dem untertänigen Ton etwas Spöttisches zu verleihen. Für einen Moment malt sich Überraschung in ihre Gesichtzüge, doch dann deutet sie eine höfliche Verbeugung an. "Wie ihr wünscht, Herrin! Ich habe keine Absicht, euch oder Marissa zu beleidigen." Mehr sagt sie nicht. Mit untertänig gesenktem Kopf steht sie einfach da und wartet.  
Tue, Nov 11th 2025 09:10

Saya springt nun von der Tischkante und auf Lisina zu. Mit der Rechten packt sie sie am Hals, will ihr mit der Linken schon in den Bauch schlagen. Sie besinnt sich im letzten Moment eines Besseren, so geht die Linke an ihre Hüfte, legt sich fast sanft auf sie, während sich ihr Kopf dem ihren annähert dass kaum ein Finger mehr zwischen ihre Stirn und der Lisinas passt.   “Reiz mich nicht, Lisina, ich gebe dir einen guten Rat: Reiz mich nicht!” raunt sie ihr zu.   Sie schubst Lisina mit der rechten Hand nach hinten. Dann dreht sie sich um und holt sich eine Schnapsflasche, kehrt damit auf ihre Tischplatte zurück. Sie nimmt einen ordentlichen Schluck davon.   “Du meinst also, dein Vater beginnt einen Krieg und ist zwei Tage später tot? Und deines Schwesterherz erste Handlung ist dann, mir 300 Lamen zukommen zu lassen, um dich zu massakrieren zu dürfen? Ich verstehe es nicht, Lisina, ich verstehe es nicht.”   Sie kramt sich etwas zu rauchen heraus, entzündet eine Zigarette.   “Es sieht jedoch ganz danach aus, als hätte sich das Blatt gegen euch gewendet,” fährt Saya fort. “Man killt keinen siegreichen König, solange der Sieg nicht komplett ist. Man killt ihn, wenn man gegen seinen Willen den Krieg beenden will. Oder der Feind killt den König. Deine Schwester kramt alles Geld zusammen, das sie hat und will dich. Nicht zum Unterjochen, sondern zum Regieren. Das wäre auch eine Möglichkeit.”  
Tue, Nov 11th 2025 09:12

Gulama mußte bis zur ehemaligen Unterkunft Stafans laufen, um Mari zu finden und ihr auszurichten, daß sie so schnell wie möglich zurückkommen soll. Obwohl es Mari und wahrscheinlich auf Gulama schwerfällt, den ganzen Weg in die Residenz brav nebeneinander herzugehen und sich nur über belanglose Dinge zu unterhalten, fällt sie ihrem Sonnenschein erst wieder um den Hals, als sie die Residenz betreten. Erst nach einigen innigen, langen Küßen sagt Mari dann: "Laß uns rauf gehen, Schatz. Ich weiß zwar nicht, was so dringend ist, aber besser wir lassen Saya nicht zu lang warten. Später möcht' ich gern mit dir reden. Es gibt einiges, daß ich dir zu sagen hab. Aber keine Angst, nichts Schlimmes." Dann gibt sie Gulama noch einen Kuß und sie gehen Hand in Hand die Stiegen hinauf. Noch bevor sie oben sind, läßt Mari ihre Hand wieder aus. Mit einem fröhlichen Lächeln betritt sie das Speisezimmer und sagt schon in der Türe: "Bin so schnell gekommen als ..." Als sie Lisina im Raum sieht, ist alle Fröhlichkeit weggewischt.  
Tue, Nov 11th 2025 11:27

Völlig ungerührt erwidert Lisina den Blick Sayas, bevor sie zurückgestoßen wird. "Dann erkläre mir, was du von mir willst? Sage ich was wie mir der Schnabel gewachsen ist, paßt es dir nicht. Rede ich wie das unterwürfige Sklavenmädchen, paßt es dir auch nicht. Also, was willst du von mir? Ich bin, was ich bin und ich werde niemals wie das Blondchen sein, daß sich in den Kittel pißt, wenn du schief schaust. Ich habe es dir gesagt. Nicht einmal, sondern ein paar Mal. Du kannst mich verbiegen, aber du kannst mich nicht brechen!": sagt sie ruhig und kühl. "Was verstehst du nicht? Das Blatt hat sich schon lange gewendet, Saya. Mein Vater hat alles, was wir erreicht haben, mit dieser irren Vendetta gegen Marissas Familie aufs Spiel gesetzt und verloren. Schon lange bevor er diesen Scheißkrieg angezettelt hat. Mein Vater war vor ein paar Jahren der siegreiche König, jetzt ist er nur mehr ein armer Narr, dem alles wie Sand durch die Finger rinnt. Der Angriff auf den Rat war ein Verzweiflungsakt, nicht mehr. Er muß sich auf Söldner gestützt haben. Schon als ich hier hergeschickt wurde, waren eine Menge Hände von ihm abgefallen. Ich weiß nicht wie die Lage ist, aber ich wette, es ist schiefgegangen und ich weiß auch nicht, ob ihn Sybel umgebracht hat. Vielleicht hat sie ihn nur gezwungen, abzutreten. Und ja, sie wird es getan haben, um den Krieg irgendwie zu beenden und nicht komplett unterzugehen. Die dreihundert hat sie dir nicht geschickt, um mich freizukaufen, sind immer noch ein nichts für meine Familie. Entweder hat sie damit gerechnet, daß du mich zu den Schatten schickst, weil ich den Wert für dich verloren habe oder es verbirgt sich eine Absicht dahinter, die ich ohne Wissen was wirklich los ist, nicht einmal erahnen kann." Dann lacht sie freudlos auf. "Sybel und ich an der Spitze des Klans? Als Idee nicht schlecht. Wir beide würden uns sehr gut ergänzen. Vielleicht wäre ich dazu bereit, aber Sybel niemals. Vergiß es!" Plötzlich steht Mari im Raum. Lisina nickt ihr zu und sagt leise: "Hallo, Marissa!"      
Wed, Nov 12th 2025 06:51

“Ich verstehe das Schreiben an Gregorian nicht,” antwortet Saya. “Das Einzige, das Sybel damit erreicht hat, ist, dass wir nun wissen, dass sie es ist, die das Sagen hat. Und sie wusste ziemlich genau, dass das so sein wird, als sie den Brief gesendet hat. Sie hat sich wohl denken können, dass ich das verdammte Angebot nie im Leben annehmen werde. Außer, es ist genau das, was sie uns mitteilen wollte. Ohne dass es Gregorian erfährt.”   In diesem Moment kommt Mari die Treppe herauf und bleibt mit hasserfüllten Augen am Kopfende derselben stehen. Saya dreht sich um, lächelt Mari an, geht zu ihr hin, umarmt sie und gibt ihr einen Kuss.   “Hallo meine Hübsche,” meint Saya. “Schön dass du so schnell kommen konntest. Es gibt Neuigkeiten von den Ratten. Setz dich doch! Prinzesschen, hol uns bitte zwei Bier!”   Gulama verschwindet, kommt mit zwei Bier zurück, stellt eines vor Mari nieder, das andere gibt sie Saya. Saya legt den Brief der Ratten vor Mari auf den Tisch.   “Wir haben ein Angebot für Lisina erhalten,” erklärt sie dann. “Fünf Kronen. Also, außer der Tatsache, dass das Angebot ein Witz ist, fällt auf, dass Lisina Lisa genannt wird. Du kennst dich ja in dieser Scheiß-Familie aus. Läutet es bei dir, wer Lisina Lisa nennt?”  
Wed, Nov 12th 2025 07:45   Edited on Wed, Nov 12th 2025 08:01

Unangenehm berührt über die Anwesenheit Lisinas erwidert Mari Sayas Umarmung und Kuß nicht ganz so begeistert, wie sonst. Doch sie verliert kein Wort über Lisina und ignoriert auch ihren Gruß. Sie setzt sich so, daß sie Lisina nicht direkt ansehen muß. Als ihr Gulama das Bier hinstellt, schaut sie einen Augenblick zu ihr auf und bedankt sich mit einem Lächeln. Obwohl sie gewöhnlich kein Bier mag, greift sie sich den Krug und macht einen kräftigen Schluck. Trotzdem es ihr viel besser geht, ist ihre Kehle immer noch trocken wie altes Pergament. "Was? Fünf Kronen? Das kann nur ein blöder Witz sein!": entfährt es ihr ungläubig. Als jedoch der Name Lisa fällt, senkt sie den Blick und ihr Gesichtsausdruck verrät, daß ihr diese Frage mehr als nur unangenehm ist. Aber schließlich antwortet sie dann doch mit einer vagen Kopfbewegung in Richtung Lisina: "Ihre Schwester." Dabei spielt sie betreten mit einer Haarsträhne.  
Wed, Nov 12th 2025 07:59   Edited on Wed, Nov 12th 2025 08:02

Lisina hat gewartet, bis Mari geantwortet hat, dann sagt sie zu Saya. "Was ist, wenn das Schreiben gar nicht an dich, sondern und an Schleimbeutel Gregorian gerichtet war? So was wie Richtlinien für den Verhandler, der keine Ahnung hat über meine Familie. Wenn das stimmt, dann wirft es zwar gar kein gutes Licht auf den Kerl als Vermittler, aber dann gibt es auch keine versteckte Botschaft an dich, weil es einfach nicht für dich gedacht war."  
Wed, Nov 12th 2025 10:49

“Das ist eine Möglichkeit,” meint Saya nun nachdenklich. “Ich weiß nur nicht, ob ich daran glauben soll. Das Schreiben ist mir gegenüber äußerst abfällig… vielleicht allzu abfällig. Als ob jemand gerade dadurch den Eindruck erwecken sollte, es wäre nicht für mich bestimmt. Was wir nämlich nicht wissen, ist, ob Gregorian noch eine Anweisung erhalten hat, und zwar mir das Schreiben eben zu zeigen.”   Sie nimmt nun den Zettel, geht damit zu Gulama. Wieder einmal lässt sie sich nicht davon abhalten, Gulama unter den Rock zu greifen und sie auf den nackten Hintern zu tätscheln.   “Prinzesschen, lies uns doch noch einmal das Geschreibsel vor,” meint sie dabei gar nicht unfreundlich.  
Wed, Nov 12th 2025 10:54

Gulama scheint diese ständigen Übergriffe durch die Dargha inzwischen mehr als gewohnt zu sein. Sie verzieht inzwischen keine Miene mehr. Aber als sie schließlich das vorliest, das auf dem Papier steht, verfärbt sich ihr Gesicht doch in ein tiefes Rot.   “"Gregorian! Schluß mit dem fruchtlosen Hin und Her! Ihr habt lange genug Zeit gehabt, mit dem Barbarenweib zu einem Abschluß zu kommen. Jetzt werdet ihr Nägel mit Köpfen machen! Alle vorhergehenden Angebote sind Null und Nichtig! Kein Herumgerede mehr! Fünf Kronen! Keinen Fili mehr! Keine idiotischen Bedingungen von der tätowierten Schlampe, nur ja oder nein! Wenn der Abschaum zustimmt, will ich Lisa am 9. Tag im Februar an einer bestimmten Stelle haben, die ich euch noch mitteile. Wenn nicht, dann kann die Barbarin ihre kostbare Gefangene von mir aus an einen Puff verkaufen oder ihren Wilden vorwerfen. Ich erwarte umgehend eine Antwort, Gregorian, und mit umgehend meine ich SCHNELL!"”   Und sie kann nicht umhin, am Ende hinzuzufügen: “Das seid Ihr nicht, Dargha. Wirklich nicht.”  
Wed, Nov 12th 2025 11:00

Saya schaut Gulama an.   “Danke, Prinzesschen, darfst dir dafür ein Bier holen,” meint sie ziemlich nebenbei, nur um dann Lisina und Mari danach abwechselnd anzusehen.   “Jedenfalls wissen wir ziemlich bestimmt, dass des Miststücks missratener Erzeuger entweder den Löffel abgegeben hat oder aber wirklich all seine Macht. Dass wir es nun mit einem neuen Akteur zu tun haben. Was bringt uns das? Wie können wir es nutzen? Ich bin mir ziemlich sicher, wir wissen das. Gregorian - ich glaube es nicht. Und der stinkende Geck auf der anderen Seite des Flusses sicher nicht. Was tun wir, um daraus den größten Vorteil zu schlagen. Wir müssen dafür wissen: Wie steht diese Sybel da? Wie stehen die Dinge da unten? Und… was das absolut Wichtigste ist: Was tun wir?”   Sie zieht an ihrer Zigarette.   “Können wir das für unseren Vorteil nutzen? Und, um ehrlich zu sein, wir brauchen im Moment verdammt viele Vorteile.”  
Tue, Nov 18th 2025 03:13

Die Abneigung über Lisinas Schwester zu sprechen ist Mari deutlich ins Gesicht geschrieben. Sie sagt auch nichts mehr dazu und kaut nur nervös auf ihrer Unterlippe. Doch als Gulama zu lesen beginnt, hebt sie den Kopf, sieht Gulama beim Lesen und rot werden zu. Für den Moment ist ihr Blick eher verwirrt, als wie sonst die tiefe Zuneigung zu der Blondine zu zeigen. Dann schüttelt sie leicht den Kopf. "Das soll Inas Schwester geschrieben haben? Glaub' ich nicht! Ich kenn' sie, so redet die nicht. Die ganze Geschichte schaut ihr überhaupt nicht ähnlich. Ich kann's nicht glauben, daß sie ihren Vater etwas angetan haben soll.": sagt sie, ohne Lisina dabei anzusehen.      
Tue, Nov 18th 2025 03:15

"Kann sein.": sagt Lisina, als Saya die Vermutung äußert, daß das Schreiben nur den Eindruck erwecken sollte, nicht für sie bestimmt zu sein. "Doch wenn es so ist, dann begreife ich nicht warum? Welchen Vorteil könnte sie davon haben?" Da Lisina den Inhalt des Schreibens schon kennt, achtet sie nicht viel auf die Blondine, sondern ihr Blick geht zwischen Saya und Mari hin und her. Als Mari ihre Bedenken äußert, wird ihre Mine ausdruckslos, doch ihre Augen glitzern. "Das ist genau ihr Tonfall! Die Sybel, die du gekannt hast, ist an dem Tag gestorben, an dem du ihr das Gesicht zerschnitten hast. Die neue Sybel läuft auch zu Hause nur mit einer Maske herum, weil sie es nicht ertragen kann, ihr verstümmeltes Gesicht zu zeigen! Dank dir hat sie das Lachen vergessen, dafür hat sie hassen gelernt, liebe Marissa! Und wozu? Du hast ganz genau gewußt, daß Sybel nichts mit der Verfolgung deiner Familie zu tun gehabt hat. Du hast es nur getan, um mir weh zu tun." Lisinas Augen haben sich mit Tränen gefüllt. "Du bist um keinen Deut besser als ich, Marissa! Eher mieser, denn ich stehe zu dem, was ich getan habe." Es ist keine Wut in ihrer Stimme, nur Trauer und Schmerz. Lisina wischt sich eine Träne von der Wange und wendet sich dann an Saya. "Wir können jetzt herumreden soviel wir wollen, aber ohne zu wissen, was wirklich los ist, kannst du keine Entscheidungen treffen. Du brauchst ein genaues und verläßliches Bild der Lage, sonst tappst du wie eine Blinde im finsteren Keller herum. Um an dieses Wissen heranzukommen, hast du nur eine Möglichkeit." Ihre Stimme ist ruhig und ihr Gesicht, bis auf die immer noch feuchten Augen, scheinbar kühl und gelassen.      
Tue, Nov 18th 2025 07:22

Saya schüttelt nachdenklich den Kopf.   “Genau das ist ja das Problem, ich kann es drehen und wenden wie ich will, ich sehe einfach nicht, wo der Vorteil für Loros Onkel oder für Sybel liegen soll,” meint sie. “Ein Angebot zu schicken, das ich so und so nicht annehmen werde, ist sinnbefreit. Da hätten sie es auch gleich bleiben lassen können. Genauso sinnbefreit ist es aber auch, mir mitzuteilen, dass nun Sybel an der Macht wäre. Und wenn wir nun die nächste Möglichkeit hernehmen, dass Loros Onkel Sybel gezwungen hat, diesen Brief zu schreiben, damit wir eben glauben, Sybel hätte jetzt das Sagen… Was bringt ihm das für einen Vorteil? Er müsste eigentlich ganz genau wissen, dass mir scheißegal ist, wer da das Sagen hat. Ob ich ihm, ihr oder beiden die Haut über den Kopf ziehe, wenn ich die Gelegenheit dazu habe.” Saya zündet sich die nächste Zigarette an. “Um das herauszufinden, müsste man mit jemandem reden, der da mehr Einblick hat. Ich denke, Mari, du solltest zum Lagerhaus gehen. Lorek wird zwar höchstwahrscheinlich auch nicht mehr wissen, aber wenigstens könnte er uns sagen, wie die Dinge überhaupt stehen. Ich habe Condir schon angewiesen, besonders auf Ratten aufzupassen. Ich will eine Ratte lebend hier haben, um sie auszuquetschen. Es steht in den Sternen, ob er eine schnappt. Ich könnte auch eine von euch beiden einschleusen. Allerdings: Egal ob Sybel oder Loros Onkel, sie würden euch beide mit Wohlwollen empfangen, um euch den Arsch aufzureißen. Nur, wenn ich da Gewissheit habe, was bringt mir das? Ist es also das Risiko wert? Ich glaube nicht…”  
Thu, Nov 20th 2025 11:22

Mit gesenktem Kopf hört Mari zu als Lisina das Wort an sie richtet. In ihrem Gesicht arbeitet es und bei den letzten Sätzen, die Lisina an sie richtet, zuckt sie zusammen, als hätte sie jemand geschlagen. Aber sie sagt nichts. Erst als Lisina zum Ende gekommen ist, sagt sie leise zu Saya. "Als dann geh' ich ins Lagerhaus. Hoffentlich reden sie noch mit mir. Versuchen werde ich es auf jeden Fall." Sie dreht dabei ihre Hand so, daß Saya die Tätowierungen sehen kann. Jetzt kann sie auch Lisina nicht übersehen. Dann steht sie auf und erst jetzt sieht sie Lisina an. Ihre Stimme ist gepreßt, als sie ihr jetzt doch antwortet. "Wenn's irgendwas in meinem Leben gibt, daß ich wirklich bereue, dann ist es das, was ich Sybel angetan hab'. Ich würd' sehr viel geben, könnt' ich es ungeschehen machen. Ich war so voll von...." Dann bricht sie ab und ohne Lisina nochmals anzusehen, läuft sie aus dem Zimmer und die Treppe hinunter.  
Thu, Nov 20th 2025 11:24

Überrascht schaut Lisina Mari nach, als sie fluchtartig den Raum verläßt. Es dauert eine kleine Weile, bis sie ihre Worte und die Tätowierungen an Maris Hand verdaut hat. Sie fährt sich mit der Linken über die Augen und versucht sie sich kühl zu geben, aber sie kann ihre Bewegung nicht ganz aus ihrer Stimme verbannen. Doch sie verliert kein Wort über Mari. "Ich glaube immer noch, daß der Wisch nicht für dich war. Doch im Prinzip ist es egal. Als Dargha kann es dir völlig gleichgültig sein, wer jetzt in meiner Familie das Sagen hat. Soweit hast du recht. Aber vom Standpunkt deines Hauses betrachtet, schaut es anders aus. Die Wahrscheinlichkeit, daß meine Familie mit dem Rücken an der Wand steht, ist recht groß. Wenn das aber so ist, dann brauchen sie einen Verbündeten oder eine Übereinkunft mit dem Rat, um nicht ausradiert zu werden. Aber so wie ich diese Idioten im Rat kenne, werden die aber mit ihrem jetzt geschwollenen Kamm keinen Handel machen, sondern auf Kapitulation bestehen. Also bleibt nur mehr Thornhoff! Der Schinder wird keinen Augenblick zögern, ein Bündnis einzugehen. Was das für euch bedeutet, kannst du dir ausmalen. Wenn du nun diejenige bist, die deinem Haus darüber Klarheit verschaffen kann, dann ist das mit Sicherheit kein Nachteil für dich." Sie schaut Saya jetzt direkt in die Augen. "Es gibt gar nicht so wenige in unserem Lager, die mich unterstützen. Ich kenne die Leute, ich kenne die Örtlichkeit und Gegebenheiten. Schick mich und ich beschaffe dir diese Informationen bis ins Detail!"  
Thu, Nov 20th 2025 08:14

“Und dann bereitest du mir und Mari einen Hinterhalt…” antwortet Saya weit weniger kühl als sie wohl will. “Du wirst jetzt gleich sagen, ich solle dir vertrauen, nach allem was zwischen uns passiert ist. Aber wenn ich auf Mari hören würde, müsste ich sagen, du hast alles nur geplant auf diesen Punkt hin.”   Sie schaut Lisina tief in die Augen.   “Und du meinst, der Geck mischt sich in die Kämpfe zwischen den Ratten ein? Bisher hat sich dabei noch jeder die Finger verbrannt - also, wir sollten ein besonderes Fass anzapfen in dem Moment, in dem er seine blauen Männchen in den Untergrund schickt. Und wenn er es nicht tut, was bringt es ihm, sich mit dem Verlierer zu verbünden? Was würde es mir bringen, wenn ich dasselbe mit dem Sieger tun könnte - oder vielleicht schon bin? Und selbst wenn ist es irrelevant, ob der Anführer nun dein Vater oder deine Schwester ist.”   Saya rutscht vom Tisch und geht zu Lisina legt ihr eine Hand auf die Schulter und seufzt tief.   “Wir sehen, ob Mari etwas in Erfahrung bringt,” meint Saya. “Wenn nicht, dann sehen wir weiter. Aber wir entscheiden gemeinsam.”  
Fri, Nov 21st 2025 04:25

Es ist ein ironisches Schmunzeln, doch als sie zu reden beginnt, fehlt der beißende Zynismus, der für sie so typisch ist. "Einen Hinterhalt legen? Wem sollte ich wo auflauern? Was hätte das für einen Sinn, Saya? Und nein, ich komme dir nicht mit dem, was zwischen uns passiert ist. Nur ein guter Fick ist keine Basis für Vertrauen! Aber ich bin ehrlich mit dir und wenn du es nicht dabei belassen willst, mich zwei, dreimal in der Woche zum Vögeln aus meinem Loch zu holen und mich dann wieder einzusperren und mich nicht umbringen willst, dann mußt du mir irgendwann zumindest teilweise über den Weg trauen. Das wird Marissa nicht gefallen, das ist mir schon klar." Lisina erwidert ihren Blick.   "Stimmt! Bis jetzt hat sich jeder an uns die Finger verbrannt, weil sie uns etwas aufzwingen wollten. Doch wenn jetzt eine Fraktion der Ratten dem Gecken ein Bündnis anbietet, dann ist das etwas ganz anderes. Die Blauen werden in diesem Fall nicht planlos durch die Finsternis tappen, sondern von Ratten auf den dunklen Pfaden geführt werden. Außer den Arendai hätte die erste Hand nicht viel, daß sie dagegen aufbieten könnte. Die Kämpfer der Hände können den Blauen nicht das Wasser reichen. Der Geck muß die Erste Hand nicht einmal besiegen, nur aus ein paar Positionen vertreiben. Allein unsere endgültige Spaltung wäre ein großer Sieg für Thornhoff! Wer auch immer dann auch in den Katakomben befiehlt, ob Sybel oder irgendjemand anderer, ist nichts weiter als eine Puppe an den Fäden, die der Geck zieht. Allein schon der Zusammenbruch des Schwarzhandels auf ihrem Gebiet ist ein paar tote Blaue wert."   Sie macht einen kleinen Schritt auf Saya zu und legt ihr die Hände auf die Hüften. "Es gibt keine Sieger in diesem Scheißkrieg, Saya. Aber du hättest eine Menge davon, wenn du dich auf eine Seite stellst. Das heißt, wenn du das überhaupt kannst. Bis jetzt war für Imeria nur eine tote Ratte eine gute Ratte." Für einen Moment schweigt sie, bevor sie weiterspricht. "Das wirst schon du entscheiden müssen. Du weißt so gut wie ich, was Marissa davon halten wird mich von der Leine zu lassen!"  
Mari bei den Ratten, Gesprächsbereitschaft

Gesprächsbereitschaft | 2d6
11

Fri, Nov 21st 2025 04:29
Sat, Nov 22nd 2025 10:12

Als Lisina ihre Hände an Sayas Hüften legt, kommt Saya unvermittelt einen Schritt näher, legt ihre Hände an Lisinas nackte Brüste.   “Auch ich will ehrlich sein,” sagt sie. “Ich habe 14 Mann und jemanden im Nacken, der mich nur zu gerne am Balken baumeln sehen würde. Ich kann nicht so eingreifen, wie ich es gerne möchte. Außerdem - die Erste Hand hat mich aus deiner Gewalt befreit. Warum sollte ich mich als nun mit deiner Schwester, deinem Vater, mit wem auch immer gegen sie verbünden? Damit es dann die Erste Hand ist, die sich mit dem Geck verbündet? Und er dann die Arendai auf seiner Seite hat?”   Sie macht noch einen Schritt auf Lisina zu.   “Warum sollte ich das tun?” frage ich noch einmal. “Ich könnte dem Haus Wissen zukommen lassen. Ich werde nicht aktiv in den Krieg eingreifen. Denn dann wirst du dir bald aus meiner Haut einen Mantel nähen können.”  
Sun, Nov 23rd 2025 03:56   Edited on Sun, Nov 23rd 2025 08:10

"Ich habe es mir schon gedacht, daß du nicht viel Bewegungsspielraum in dieser Sache hast.": antwortet Lisina, beugt sich zu Saya und küßt sie auf den Mund. "Ich rede doch nicht von meiner Familie, Saya! Ganz egal wer jetzt das Sagen hat, wir sind für die nächsten hundert Jahre sowieso am Arsch. Daß mein Vater diesen Bruderkrieg angefangen hat, wird nicht vergessen werden und schon gar nicht verziehen! Du wärest schön blöde, würdest du auf ein sinkendes Schiff hüpfen und damit untergehen. Es wird mir zwar schlecht bei dem Gedanken, aber du solltest dich an die Idioten der ersten Hand halten! In der jetzigen Situation kannst du sicher einiges für dich herausschlagen, was sonst nicht ginge."   Lisina macht einen kleinen Schritt zurück und schaut Saya in die Augen. "Rede mit Marissa! Mir hört sie nicht zu. Es ist wichtig, Saya, nicht nur für dich, auch für die Ratten. Marissa ist eine Kiroval! Sie hat eine Chance, daß ihr diese Arschlöcher im Rat zuhören. Sie muß die erste Hand dazu bringen, daß sie meine Familie nicht vollständig ins Eck treibt, denn dann bleibt ihnen nur mehr Thorhoff, wenn sie am Leben bleiben wollen! Wir gehen so und so unter. Niemand wird mit uns nach diesem Krieg noch etwas zu tun haben wollen. Mein Vater hat den Händen mehr gegeben als nur Silber! Er hat ihnen den Glauben an eine gute Zukunft gegeben. Das hat er mit diesem Wahnsinn zerstört. Jetzt bleibt nur das Silber und auch die tiefste Truhe wird einmal leer. Es ist nur eine Frage der Zeit. Ohne Einfluß, ohne Hände, ohne den Traum von einer guten Zukunft versickert die Familie Bertholan so schnell in Bedeutungslosigkeit, wie Wasser auf heißen Sand. Doch wenn diese Idioten im Rat im Triumphrausch meine Familie jetzt zertreten wollen, dann treiben sie Sybel in die Arme Thornhoffs. Eine Spaltung der Ratten ist das Ende für alle! Auch für die erste Hand!"   Lisina spricht nicht laut, aber ihr eindringlicher Tonfall verrät, wie wichtig ihr die Sache ist. "Schau mich nicht so an! Ich weiß schon, wie das klingt. Das Biest will ihre Familie retten und die Kastanien aus dem Feuer holen und so weiter und so weiter. Es ist aber nicht so, Saya! Ich weiß, daß wir verspielt haben, daß mein Vater mit diesem Krieg alles, was er aufgebaut hat, fort geworfen hat. Für uns gibt es keine Rettung! Wir werden verschwinden, was Sybel oder vielleicht mein Vater auch machen werden. Es ist vorbei! Das mußt du und Marissa diesen Idioten klarmachen, sonst frißt sie Thornhoff und wir Ratten verschwinden auf Nimmerwiedersehen!"    
Mon, Nov 24th 2025 02:44

Saya zieht die Hand von der Brust zurück, lehnt sich wieder an den Tisch, entzündet die nächste Zigarette.   “Möglich ist es natürlich schon, dass, wenn sich deine Familie bereits mit dem Rücken zur Wand befindet, auch nur die Anwesenheit einiger Tätowierter genügt, um sie zum Aufgeben zu bewegen. Und ich denke, der Geck wird es sich zwei Mal überlegen, auf das sinkende Schiff zu setzen. Und gegen die Arendai UND gegen Tätowierte zu kämpfen. Es wird also ganz egal sein, ob die Erste Hand deinem Vater, deiner Schwester, wem auch immer ein Friedensangebot macht oder sie einfach am Boden zerquetschen wird. Wie soll ein Friedensangebot ausschauen? Bekomme ich dann noch ein Pfand, das mir den selben Nutzen bringt wie du? Das ihnen genau 300 Lamen wert ist? Und dessen Leben ihnen so viel bedeutet wie die Farbe ihres Schisses am Morgen? Wird die Erste Hand zusehen wollen, ob sich deine Schwester oder dein Vater wieder emporarbeiten können? Ich kann das aber eh nicht allein entscheiden. Ich werde mit Mari reden. Vielleicht bringt sie Lorek mit. Dann sehen wir auch gleich, was sie davon denken.”   Sie zieht an ihrer Zigarette.   “Ich muss sagen, ich hätte nicht übel Lust, mich wieder einmal richtig ins Kampfgetümmel zu werfen. Da bist du wenigstens selbst schuld, wenn du zu den Schatten wanderst. Und nicht irgendeine Kralle, die über dich nach Belieben entscheidet.”   Ihr Blick ist vor sich zu Boden gegangen, und auf ihre Lippen hat sich ein fast melancholisches Grinsen gelegt. Dann schaut sie wieder auf, schaut Lisina in die Augen.   “Ich denke, wir haben vorerst alles besprochen, oder?” meint sie. “Oder hast du noch etwas zu sagen?”
Tue, Nov 25th 2025 11:45   Edited on Tue, Nov 25th 2025 11:52

Es ist ein freudloses Auflachen, daß ihr Saya entlockt. "Tätowierte bei den Kämpfern der ersten Hand? Dann kannst du sicher sein, daß meine Familie nicht aufgibt. Du hast einfach keine Vorstellung, wie beliebt ihr bei vielen Pelornern seid." Sie schüttelt den Kopf und hebt die Hände. "Schon gut, ich sage ja nichts mehr! Ich habe keine Lust wieder verprügelt zu werden, nur weil ich dir etwas sage, was die Spatzen von den Dächern pfeifen. Wie ich schon gesagt habe, der Geck muß nicht gewinnen und daß meine Familie schwach ist, kann ihm nur recht sein. Um so leichter kriegt er, was er haben will: Unsere Geheimnisse, die uns überleben haben lassen, den Schwarzhandel auf seinem Gebiet auf einer Silberplatte serviert und die Ratten gespalten. Außerdem Tätowierte in Kämpfe auf Thornhoff Gebiet eingreifen lassen, ist eine Kriegserklärung. Willst du einen dritten Häuserkrieg vom Zaun brechen?" Lisina schaut Saya eindringlich an. "Wer oder was ist eine Kralle?": erkundigt sie sich und schüttelt dann leicht den Kopf. "Das war es im Großen und Ganzen."  
Tue, Nov 25th 2025 11:50

Lisina hat noch nicht zu Ende gesprochen, als Schritte auf der Treppe zu hören sind und kurz danach betritt Mari wieder das Speisezimmer. Sie ignoriert Lisina und sagt zu Saya. "Ich hab' nichts erfahren, Saya. Nach einer halben Ewigkeit ans Tor hämmern, hat mir ein Alter, den ich nicht kenn', aufgemacht. Er hat gesagt, daß Lorek und die Anderen fort sind und er nichts weiß. Dann hat er mir die Tür vor der Nase zugeknallt.": sagt Mari ärgerlich.  
Tue, Nov 25th 2025 10:25

Lisina kann geradezu sehen,wie es in Sayas Augen aufblitzt, als sie wieder von der mangelnden Beliebtheit des Hauses Imeria bei der Pelorner Bevölkerung redet. Und schon holt sie zu einer donnernden Antwortrede aus, als Mari zurückkommt. Allerdings ist das, was Mari zu berichten hat, wenig dazu geeignet, ihre Stimmung weiß Gott wie aufzuhellen. Ganz im Gegenteil. Ihre Faust fährt donnernd auf den Tisch nieder, dass es nur so kracht. “Verfickte Scheiße!” ruft sie. Sie richtet sich auf, angelt sich eine Schnapsflasche und macht zunächst einmal einen ordentlichen Schluck daraus. Dann beginnt sie, im Raum auf und abzulaufen. Schließlich bleibt sie vor Mari stehen.   “Lisina hat übrigens vorhin ein Thema auf den Tisch gebracht, was wir nicht außer acht lassen dürfen: Was ist, wenn sich dieses Stück Scheiße von Loros Onkel mit dem Geck verbündet? Sollten wir ihm da nicht zuvorkommen und uns mit der Ersten Hand verbünden? Nur, wie machen wir das, wenn sich von denen niemand mehr blicken lässt? Und wie soll so ein Bündnis aussehen?”   Sie schaut nun von Mari zu Lisina: “Und es ist mir vollständig bewusst, dass wir nicht auf Thornhoff-Gebiet kämpfen können. Was aber, wenn wir die Erste Hand beim Kampf auf Imeria-Gebiet unterstützen? Oder findet der gesamte Krieg bei den Blauen statt? Gut, wäre wohl nicht verwunderlich, wenn die eingebildeten Blauen so inkompetent wären, dass die Ratten sich ganz unbehelligt da den Kopf einschlagen könnten.”   Sie schaut nun wieder zu Mari. “Ich könnte natürlich die Erste Hand auch finanziell unterstützen. Das heißt, immer vorausgesetzt, es gibt überhaupt noch genügend Söldner, die sie verheizen können. Ich habe Lorek bereits angeboten, ich würde Verletzte aufnehmen, das hat er aber ausgeschlagen. Also, wie soll so ein Bündnis aussehen?”  
Thu, Nov 27th 2025 02:46

Daß sie Saya mit ihrer Nachricht keine Freudenausbrüche entlocken wird, ist Mari klar. Außerdem kennt sie Saya gut genug, um bei dem Wutausbruch nicht zusammenzuzucken. Für einen Moment äugt sie nach der Schnapsflasche, aber sie reißt sich zusammen. Ungläubig schaut sie Saya an, als sie ihr erzählt, was Lisina gesagt hat. "Was hörst du der überhaupt zu, Saya? Die lügt, wenn sie ihr Schandmaul auch nur aufreißt und wenn sie einmal die Wahrheit sagt, dann verdreht sie die Tatsachen so, daß es wieder eine Lüge ist! Ihr Vater ist ein gewaltiger Scheißkerl und ein Arschloch, aber er ist eine Ratte! Durch und durch! Niemals würde er sich mit Thornhoff oder Imeria verbünden! Eher geht die Sonne im Westen auf!" Mari wirft Lisina einen giftigen Blick zu. "Wenn's sein muß, dann komme ich schon an jemanden heran, der weiß, wo ich sie finde. Wird aber eine Weile dauern, weil ich suchen muß. Aber was für ein Bündnis willst du mit der ersten Hand schließen? Du kannst ja nicht viel mehr, als ihnen auf deinem Gebiet einen sicheren Hafen anbieten. Du hast ja gehört, was Orles über die Geschichte gesagt hat. Vielleicht nehmen sie Geld, aber wo willst du das hernehmen? Du brauchst, was wir haben. Aber ich denke da an jemand anderen." Sie dreht ihre Hand so, daß Saya die tätowierte Feder sehen kann.      
Thu, Nov 27th 2025 02:48

Ohne Zorn erwidert Lisina traurig Maris giftigen Blick, doch dann konzentriert sie sich auf Saya. "Hättest du nicht das Glück, daß Marissa bei dir ist, würdest du genauso planlos sein, wie der Geck und die Blauen. Dank ihr weißt du so viel von den Ratten. Es gibt nur wenige Außenstehende, die auch nur wissen, was die erste Hand ist. Ich weiß nicht wie die Lage jetzt ist, aber wir haben uns die alten Katakomben als Festung ausgebaut und die liegt Großteils im Thornhoff-Gebiet. Wenn die Scheiße am Dampfen ist, dann haben sie sicher alles, was noch eine Klinge halten kann auf die Katakomben zurückgezogen. Also sehr wahrscheinlich wird auf Thornhoff-Gebiet gekämpft." Lisina spricht ruhig und ohne jede Irionie. "Auf Imeria Gebiet kannst du natürlich machen, was du willst. Das heißt, wenn es dein Fürst erlaubt." Dann wendet sie sich an Mari. "Mein Vater täte sich schwer, so einen Schritt zu machen. Soweit hast du schon recht. Aber bevor er sich von den Ärschen im Rat zertreten läßt, wird er ihn machen. Wenn Sybel jetzt am Ruder ist, wie ich glaube, dann wird sie nicht zögern, denn sie hat die Bedenken nicht, die mein Vater hat. Sie ist nicht mehr die Frau, die du kennst! Ich lüge nicht, Marissa!" Für einen Moment zögert sie, doch dann spricht sie es aus: "Ich schwöre es bei der Schattenherrin und allen ihren Schatten!" Während sie spricht, schaut sie Mari in die Augen.  
Thu, Nov 27th 2025 03:45

Saya sieht Mari an. Lange. Intensiv. Sie nickt ganz leise. Und Mari merkt, dass sie mit ihren Gedanken gar nicht so weit von denen Sayas weg ist. Sie ignoriert Lisina. Stattdessen nimmt sie noch einen tiefen Schluck aus der Schnapsflasche. Sie setzt sich wieder auf den Tisch, die Beine unelegant gespreitzt, die Ellbogen auf den Knien. Sie schaut noch immer Mari an.   “Du hast ganz recht,” sagt sie schließlich. “Ich kann das nicht machen. Die Kralle muss das entscheiden. Deshalb möchte ich, dass du zu ihr gehst. Du sagst ihr, ich möchte die Ratten unterstützen. Um sie auf meine Seite zu ziehen. Es ist ganz egal, was der Geck macht. Aber wenn wir die Ratten auf unserer Seite haben, dann ist das ein Vorteil. Dann haben wir den Untergrund, und der Geck hat ihn nicht.”   Sie räkelt sich. Es ist höchste Zeit, ihr Unterhemd zu wechseln. Sie weiß das, aber vorher will sie diese Unterredung noch zu Ende führen.   “Du sagst ihm nicht, dass ich dich geschickt habe. Du sagst ihm nicht, dass es deine Idee war. Wenn er sie gut findet, dann findet er sie gut. Wenn er sie Scheiße findet, dann soll er sich an mir rächen, nicht an dir. Versprich mir das, Mari! Denn mich wird seine Strafe so oder so treffen - du kannst nur dich davor retten! Mari, versprich mir das, unbedingt!”   Sie schaut Mari nun ganz tief aus ihren bernsteinfarbenen Augen an. Und Lisina wird spätestens nun klar werden, dass Saya keine selbstverliebte Dargha ist, so wie die meisten Darghe auf dem Gebiet des Hauses Imeria.  
Sat, Nov 29th 2025 09:59   Edited on Sun, Nov 30th 2025 07:28

Ein freudiges Lächeln zeigt sich auf Maris Gesicht, als sie sich sicher wird, daß ihr Saya glaubt und diesmal ihre Worte nicht abgeglitten sind wie Regentropfen auf von einem Glasfenster. Mari nickt als Saya sagt, daß sie zur Kralle gehen soll. Sie wollte es ohnehin. Doch mit dem Einverständnis von Saya vergeht das nagende Gefühl, daß sie sich dann möglicherweise hintergangen fühlt. "Mach' ich.": sagt sie, "Ich glaub' nicht das er sich querlegen wird. Er hat so geklungen, als wär ihm das recht wichtig, als ich mit ihm unterhalten habe." Bei Saya nächsten Worten zeigt sich nur tiefe, ehrliche Zuneigung auf Maris Gesicht ab. Sie geht auf Saya zu und streicht ihr sanft über die Wange.   "Es stinkt mir zwar ordentlich, daß ich mich schon wieder hinter dir verstecken soll, aber ich versprech’ dir ich sage ihm, daß es dein Vorschlag war." Sie küßt Saya zärtlich auf den Mund und paßt dabei auf, daß sie sich nicht anschmiegt, um Saya mit ihren Verletzungen keine Schmerzen zu bereiten. "Ist vielleicht gar nicht schlecht.": sagt sie dann, "Wenn er sieht, daß du in der Sache hinter ihm stehst. Ich mach' mich gleich auf den Weg, wenn's dir recht ist und schau auf dem Weg auch gleich dazu, daß ich jemanden finde, der zumindest eine Nachricht von mir an Lorek überbringen kann. Kann sein, daß es spät wird." Als sie sich dann kurz zu Lisina umdreht, als sie im Namen Afyras schwört, kann Lisina noch den liebvollen Ausdruck auf Maris verschwinden sehen. "Glaub' nicht, daß du ungestraft in ihrem Namen einen falschen Schwur ablegen kannst. Das wird dir bitter leid tun!": sagt sie kalt und wendet sich dann wieder Saya zu. "Hast du noch was oder kann ich mich auf die Socken machen?"  
Sat, Nov 29th 2025 10:09   Edited on Sat, Nov 29th 2025 10:09

Daß ihr Marissa kein Wort glauben wird, damit hat Lisina gerechnet. Aber das ihr auch Saya nicht zu glauben scheint, daß trifft sie. Sie sagt auch nichts, als ihr Mari vorwirft, daß sie einen falschen Eid geschworen hat. Lisiana dreht sich nur um und geht zur Wand mit dem Haken, an den sie Saya anzuketten pflegt und setzt sich auf den Boden. Sie horcht nicht mehr hin, was Marissa und Saya bereden, zieht die Beine an, schlingt ihre Arme herum und mit dem Blick auf den Boden gerichtet, sitzt sie mit ausdruckslosem Gesicht da.      
Sun, Nov 30th 2025 09:44

Saya schüttelt den Kopf.     “Nicht, wenn du etwas von Lorek hörst,” sagt sie. “Wenn wir von ihm nichts hören, werden wir uns über alternative Möglichkeiten unterhalten müssen, um an Informationen zu kommen.”     Saya geht auf Mari zu, gibt ihr einen Kuss.   “Pass auf dich auf,” sagt sie. “Und… ich habe dich nicht geschickt, ich habe von dem Plan gefaselt, und du bist als seine Informantin bei mir gleich zu ihm gelaufen. Ich stehe hinter dem Haus Imeria, ich diene Arkon Imeria. Und niemandem sonst. Wenn er ein Problem damit hat, dann soll er es sagen. Es wird Arkon sicher interessieren…”   Saya wartet nun, bis Mari den Raum verlassen hat.   “Du siehst, ich nehme deine Ratschläge ernst,” sagt sie dann zu Lisina. Sie geht vor Lisina hin. Schaut sie an, wie sie da zusammengekauert auf dem Boden sitzt.   “Ich muss mir jetzt wieder mal mein Unterhemd wechseln,” sagt sie. “Kommst du mit - oder soll ich dich vorher wieder in deine Kammer bringen?”  
Tue, Dec 2nd 2025 05:00

"Ich hoffe, es klappt.": sagt Mari ab ihrem Tonfall nach hat sie nicht viel Hoffnung. "Die werden jeden, der eine Waffe halten kann zum Kämpfen brauchen. Aber ich versuch's auf jeden Fall." Als Saya was von Aufpassen sagt, grinst sie. "Ich paß' schon auf auf mich, bin ja ein großes Mädchen." Doch mit den nächsten Worten Sayas vergeht ihr das Grinsen. "Ich bin doch kein Spitzel, Saya! Das ist auch der Kralle klar. Er selbst hat gesagt, daß er mich nicht als Spitzel braucht! Aber ich dreh' es so wenn's dir wichtig ist." Dann verläßt Mari das Speisezimmer.  
Tue, Dec 2nd 2025 05:13

Als sie Saya anspricht, hebt Lisina den Blick und sieht Saya an. "So war es aber nicht gemeint. Als ich gesagt habe, du sollst besser einen Handel mit der ersten Hand machen, habe ich an eine diskrete Abmachung zwischen dir und den Idioten im Rat gedacht. Wenn ihr aber jetzt euer Haus mit hineinzieht, dann hat das den gleichen Effekt als wenn Sybel mit dem Gecken zu einer Übereinkunft kommt. Es spaltet die Ratten und damit sind wir im Arsch und gehen vor die Hunde." Dann zuckt sie resignierend die Achseln. "Aber egal. Unsere Zeit ist höchstwahrscheinlich so oder so zu Ende." Langsam steht sie auf und schaut Saya an. "Wie es dir lieber ist.": antwortet sie dann niedergeschlagen.      
Tue, Dec 2nd 2025 05:07

Saya schaut Lisina ernst an.   “Lisina,” sagt sie. “Mir sind hier einfach die Hände gebunden. Was meinst du, wenn das rauskommt? Und es wird rauskommen. Oder meinst du wirklich, wenn dein Vater oder deine Schwester merken, dass ich ihrem Todfeind helfen, dann finden die nicht Mittel und Wege, wie das so oder so zur Kralle kommt? Dann würde er entscheiden, wie er es am liebsten hat. Und mich aus dem Weg räumen. So würde das dann laufen, ganz einfach.”   Sie seufzt tief, streicht ihr über die Wange.   “Komm gleich mit hoch,” sagt sie schließlich und geht die Treppe nach oben. In ihrem Zimmer knöpft sie sich die lederne Jacke auf. Dann zieht sie das Unterhemd aus. Es sind nur mehr sehr wenige Spuren darauf zu sehen, die Striemen sind praktisch verheilt. Dann sucht sie ein neues Unterhemd.    
Wed, Dec 3rd 2025 01:38

"Ich verstehe dich schon.": sagt Lisina resignierend. "Wir sind alle Gefangene in den Käfigen in unserem Kopf. Illusionen, Ehre, Loyalität, falsche Notwendigkeit und was weiß ich noch für ein Scheiß. Und immer ist jemand da, der einem in den Arsch tritt, wenn man die Gitter auch nur schief anschaut. Leben heißt funktionieren, denn funktioniert man nicht wie sie wollen, sitzt man ganz tief in der Scheiße." Dann schaut sie Saya mit einem traurigen Lächeln an, als sie ihr über die Wange streicht. "Ich weiß nicht, wer die Kralle ist, also wissen es mein Vater und Sybel auch nicht und können ihm nichts stecken, selbst wenn sie es wollten. Wir Ratten haben uns nicht viel um eure Häuser geschert. Ein Fehler, so wie es aussieht!" Dann folgt sie Saya still hinauf und sieht ihr zu, als sie zuerst ihre Jacke und dann das Unterhemd auszieht. Als sie sich ein neues Unterhemd heraussuchen will, kommt Lisina auf sie zu. Sie flüstert nur den Namen, als sie ihre Arme um Sayas Hüften schlingt und sich an sie drückt. Saya kann spüren, wie Lisina bebt und hört sie flüstert. "Halt mich! Halt mich ganz fest. Bitte! Nur ein bißchen!"  
Wed, Dec 3rd 2025 01:54

“Dafür, dass ihr euch einen feuchten Dreck um unsere Häuser schert, seid ihr aber gut informiert,” meint Saya lapidar, während sie die Treppe nach oben geht, und ohne Lisina anzuschauen.   Als sie dann Lisinas Arme um ihren Bauch fühlt, ihre Brust in ihrem Rücken, legt sie schon die Hände auf die Lisinas, drückt sie langsam nach unten, zu ihrer Hose. Doch dann vernimmt sie Lisinas Worte. Sie stutzt. Sie dreht sich um. Sie schaut Lisina in die Augen. Sie drückt sie an sich. Eng. Die Hände auf ihrem Rücken. Und keine rutscht hinunter auf ihren Arsch. Sie hält sie einfach nur fest. Sagt nichts. Keine spöttische Bemerkung. Sie hält sie fest. Atmet ruhig.  
Wed, Dec 3rd 2025 04:20   Edited on Wed, Dec 3rd 2025 04:20

In diesen Augenblicken ist nichts mehr von der zynischen, arroganten, über Leichen gehenden, eiskalten Furie über, die Saya im Keller des Lagerhauses kennengelernt hat. Saya kann ihr Zittern spüren, aber auch die verhaltene Kraft in Lisinas Umarmung. Sie gibt keinen Ton von sich, doch Saya fühlt, wie sich ihre Wange näßt von Lisinas Tränen und sie hält sie so fest, als wäre Saya der einzige Halt, den es in ihrer einstürzenden Welt noch gibt. Trotzdem steht sie aufrecht, jammert nicht und bettelt nicht, doch als sie sich endlich ein wenig von Saya löst, verbirgt Lisina ihre Tränen nicht und in ihren unergründlichen grünen Augen schimmert etwas, das Saya so noch nicht gesehen hat. Alle Härte ist aus Lisinas Gesichtszügen gewichen, als sie leise Danke sagt. Langsam beugt sie den Kopf bis sich ihre Lippen treffen und diesmal ist nicht nur ein Kuß der reinen Begierde. Nicht zärtlich und nicht wild, fast scheu, so als wäre es der erste Kuß Verliebter, innig und voll Zuneigung.  
Wed, Dec 3rd 2025 09:18

Zu Beginn erwidert Saya den Kuss. Dann jedoch zieht sie sich jedoch urplötzlich zurück. Sie schaut Lisina an. Die Hände gleiten vom Rücken auf den Po, ziehen sich dann ebenfalls zurück und sie macht einen Schritt nach hinten. Der Blick ist alles andere als selbstsicher, wirkt überrascht, konsterniert, verstört. Ganz sanft schüttelt sie den Kopf.   “Nein, das geht nicht,” sagt sie. “Das ist nicht richtig. Wir können uns den Kopf wegvögeln, so oft wir wollen, aber wir dürfen uns nicht verlieben. Das geht nicht. Das würde uns umbringen.”   Saya dreht sich nun weg, sie geht nervös zu dem Tisch, auf dem die Unterhemden liegen, nimmt eines, zieht es sich über.  
Wed, Dec 3rd 2025 10:30

Als sich Saya von ihr löst, versucht sie Lisina nicht zu halten. Sie erwidert ihren Blick und sieht Saya direkt in die Augen. Ihre Augen schimmern und trotz Saya Worten und dem Kopfschütteln lächelt sie sanft. "Hast du jetzt wirklich wir gesagt?": fragt sie leise. Mehr sagt sie nicht. Lisina steht immer noch da, wo sie Saya stehengelassen hat und sieht ihr beim Anziehen zu. Ihr Herz klopf in ihrer Brust wie eine Trommel. Schon einige Zeit hat sie sich gegen diese Türe in ihrem Inneren gestemmt. Doch nun ist sie aufgestoßen und zurück kann Lisina nicht mehr, so absurd die Situation auch ist. Sie hat im Moment keine Worte und so senkt sie nur den Kopf. Vergeblich versucht sie ihre kühle, nichtssagende Miene aufzusetzen, doch das mißlingt ihr gründlich.  
Thu, Dec 4th 2025 12:57   Edited on Thu, Dec 4th 2025 05:45

Saya nimmt nun die Lederjacke, will sie sich anziehen. Dann hält sie inne. Sie schaut Lisina wieder an.   “Warum? Warum, verdammt noch mal!” sagt sie. “Ich schlage dich, ich erniedrige dich, ich werfe dich meinen Männern zum Spielen vor. Und du… am Anfang fickst du mich, und es macht dir sogar Spaß, und dann… dann verliebst du dich in mich? Aber warum denn? Wie oft hätte ich denn noch durchprügeln müssen, damit das nicht mehr passiert?”   Sie zieht nun doch die Lederjacke an, schüttelt den Kopf.   “Ich muss eine jämmerliche Dargha sein, wenn sich sogar meine Sklaven in mich verlieben,” meint sie. “Fehlt nur noch, dass der Gregorian mir noch seine große Liebe gesteht.”   Sie geht nun zu Lisina hin, packt sie an den Haaren am Hinterkopf.   “Verdammte Scheiße, was soll ich dir sonst noch alles antun, um zu verhindern, dass du dich in mich verliebst?”  
Mari bei der Kralle (1-6 völlige Zustimmung, 7 - 11 Zustimmung mit ansteigenden Einschränkungen, 12 Ablehnung) | 2d6
7

Thu, Dec 4th 2025 05:51
Fri, Dec 5th 2025 01:42   Edited on Fri, Dec 5th 2025 01:43

"Mach dir keine Sorgen! Du bist schon noch das brutale, sadistische Miststück, das du warst. Aber vielleicht ist genau das, was dich so unwiderstehlich macht." Lisina lächelt Saya zu, als sie näher kommt. "Es macht mir immer noch Riesenspaß, mit dir zu vögeln. Wenn ich ehrlich bin, macht es mir sogar jedes Mal mehr Spaß." Sie lacht leise auf. "Warum? Warum geht die Sonne im Osten auf und warum ist der Okeanus salzig? Ich weiß nicht warum! Aber ich weiß, daß da kein Prügeln und keine Peitsche mehr hilft, dazu ist es längst zu spät." Als sie Saya bei den Haaren packt und ihr so den Kopf ein wenig in den Nacken zieht, muß Lisina die Augen ein wenig verdrehen, um sie anzusehen. "Ich wollte es für mich behalten, ich wollte es dir nicht zeigen! Aber du hast mich erwischt. Ich weiß nicht, wie lange es her ist, daß mich jemand so im Arm gehalten hat. Du warst einen langen Moment da für mich! Lach mich ruhig aus, aber mir bedeutet das viel, sehr viel. So ist es passiert! Jetzt weißt du es und ich bin froh, daß es raus ist." Dann wird ihr Lächeln breiter. "Du bist zu spät dran! Es ist schon passiert."  
Fri, Dec 5th 2025 06:58

“Und jetzt?” fragt Saya und lässt Lisina wieder los. “Sollen wir jetzt händchenhaltend den Olifern entlangspazieren? Unsere gemeinsame Hochzeit planen? 87 Kinder bei uns aufnehmen und Bilderbuchfamilie spielen? Ich bin Dargha… ich habe schon genug damit zu tun, dass Mari in mich verliebt ist! Und jetzt du auch noch! Muss ich mir jetzt um deinen Arsch auch noch Sorgen machen?”   Sie setzt sich aufs Bett, schaut Lisina an. Sie nimmt ihr Unterhemd, das erste, das sie angezogen hat. Es ist voll von den Abdrücken blutiger Striemen. Sie wirft es Lisina zu.   “Das kommt raus, wenn sich eine Dargha verliebt,” sagt Saya schließlich. “Und ich habe noch verdammtes Glück gehabt! Genauso wie wenn du deinen Männern befohlen hast, immerfort auf meine gebrochenen Rippen einzuschlagen. Ich kann mir das Verliebtsein nicht leisten! Ganz einfach!”   Sie lässt sich nach hinten fallen, liegt jetzt mit dem Rücken auf dem Bett, die Füße immer noch vor dem Bett auf dem Boden. Sie fährt sich mit beiden Händen in die Haare.   “Bei Achum! Wo soll das überhaupt noch hinführen hier!”  
Fri, Dec 5th 2025 01:45

"Siebenundachtzig sind ein wenig viel.": grinst Lisina, "Den Spaziergang heben wir uns auch besser für den Tag auf und auf meinen Arsch brauchst du nicht aufpassen. Das besorge ich schon selbst, wenn du mich nicht wieder an deinen Balken hängst und ich keine Hand frei habe." Lisina fängt das blutige Unterhemd mit einer Hand und legt es weg. Langsam kommt sie auf das Bett auf das sich Saya hat fallen lassen. "Habe ich auch immer gesagt, daß ich mir so einen hirnverbrannten Blödsinn nicht leisten kann und wo hat es mich hingebracht? Ich habe alles verloren. Es ist nichts übrig und jetzt ist auch die letzte Mauer weg hinter der ich mich verkriechen konnte. Aber irgendwie fühle ich mich seit einer Ewigkeit wieder lebendig." Sie setzt sich neben Saya aufs Bett. "Kommt davon wenn du dir einen Hühnerstall zulegst.": schmunzelt sie. "Aber laß dir keine grauen Haare wachsen. Ich bin keine kleine Göre mit Pickeln am Hintern die auf einer rosa Wolke schwebt. Ich weiß, daß du Marissa hast und du wärst schön blöd, wenn du sie aus deinem Leben treibst so wie ich es gemacht habe. Ich werde es niemanden auf die Nase binden und brav meine Rolle weiterspielen. Ich weiß auch nicht wo es morgen hinführt, aber für den Moment hat es uns aufs Bett gebracht. Das ist schon ein recht guter Anfang." Dann beugt sie sich zu Saya und küßt sie leidenschaftlich.  
Fri, Dec 5th 2025 04:02

Sayas Hände krallen sich um Lisinas Handgelenke. Mit einem Ruck zieht sie Lisina auf sich, so dass diese rittlings auf Saya sitzt. Sie drückt Lisinas Oberkörper gegen den ihren, die Hände gleiten zu ihrem Gesäß, krallen sich in die Pobacken, fast schon schmerzhaft.   “Lisina, du machst mich so scharf, du weißt gar nicht wie,” sagt Saya. “Ich will dich, ich will dich jeden Tag, ich will dich in meinem Gesicht, an meinem Busen, zwischen meinen Beinen. Ich will dich riechen, ich will dich fühlen, ich will dich schmecken. Aber ich will dich nicht lieben. Und ich will nicht, dass du mich liebst. Menschen wie wir, wir sollten nicht lieben. Denn wenn wir lieben, zerstören wir. Du brauchst ein Herz um zu lieben, nicht ein kaltes Stück Fleisch wie das, das wir in der Brust haben. Getötet von all den Gräueltaten, die wir vollbracht haben. Ich will nicht, dass du mich liebst. Ich habe keine Angst davor, dich zu zerstören. Aber ich will dich nicht so zerstören.”   Sie küsst Lisina wieder, begehrend, voller Leidenschaft. Schließlich haucht sie: “Und jetzt zieh mich aus und fick mich wie eine deiner Rattenhuren!”  
Fri, Dec 5th 2025 09:57

Saya muß nicht viel ziehen, denn sehr bereitwillig folgt Lisina dem Zug an ihren Händen. "Schön! Das gefällt mir!": sagt Lisina und schaut auf Saya herab. "Das gefällt mir sogar sehr." Es schwingt schon Erregung in ihrer Stimme. "Glaubst du mir gehts anders? Du bist das Beste und Geilste was mir in meinem Leben passiert ist und habe ich was davon gesagt, daß du mich lieben sollst?" Sie schiebt ihre Hände unter Sayas Unterhemd. "Aber etwas Geschehenes kannst du nicht ungeschen machen, so sehr du auch willst. Doch jetzt hör auf mit dem Geschwafel! Ich habe was anderes zu tun. Ich wills einer Dargha besorgen, wie einer meiner kleinen Rattenhuren." Ihre Stimme ist schon rauh vor Erregung und in ihren Augen funkelt es lüsternd. Dann kommt Lisina über Saya, genauso wie sie es sich gewunschen hat. Dominant, wild, hemmungslos und ohne Tabus, wie schon so oft. Doch diesmal geht es tiefer, mehr unter ihre Haut als sonst.