Torvik stand da, die Pfanne noch in der einen Hand, und starrte sie einen Moment lang einfach nur an, als hätte sie ihm gerade den Boden unter den Füßen weggezogen – auf die beste Art.
„Einziehen?“, wiederholte er leise, fast ungläubig, und ein langsames, breites Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Du willst, dass ich meine ganze Hütte auflöse und hier bei dir bleibe? Gleich heute?“
Er stellte die Pfanne ab, trat einen Schritt näher und ging wieder vor ihr in die Hocke, diesmal mit beiden Händen auf ihren Knien. Seine Daumen strichen kleine Kreise über den Stoff ihres Rockes.
„Weißt du, wie lange ich schon darüber nachdenke, wie es wäre, jeden Morgen neben dir aufzuwachen? Nicht nur eine Nacht. Nicht nur ab und zu. Sondern jeden verdammten Tag.“ Seine Stimme war rau, tief, voller Gefühl. „Ich hab nur nicht gewagt, so schnell zu fragen. Dachte, ich erschreck dich vielleicht.“
Er lachte leise, schüttelte den Kopf.
„Und woher ich weiß, dass du Honigteig am liebsten magst?“ Er hob eine Augenbraue, neckend. „Du hast mir letztes Mal im Wirtshaus, als wir nur Freunde waren, zwei von meinen Fladen vom Teller geklaut und dabei so gestöhnt, als wär’s das Beste, was du je gegessen hast. Da hab ich mir’s gemerkt. Für später. Für… falls es mal ein ‚später‘ gibt.“
Er stand auf, zog sie mit einem Ruck hoch und direkt in seine Arme, so fest, dass sie seine Wärme überall spürte.
„Dann ist das abgemacht“, brummte er an ihrem Ohr. „Heute Abend, nach der Arbeit, hole ich meine Sachen. Die paar Krüge, den Hammer, die Axt, das Messer, die Decke, die nach mir riecht… und dann bin ich hier. Bei dir. Für immer, wenn du mich lässt.“
Er küsste sie kurz, aber intensiv, mit diesem Geschmack von Honig und Morgen und Zukunft auf den Lippen.
Dann löste er sich ein Stück, sah auf die Stelle am Kragen, wo T + T prangte, und strich mit dem Finger darüber.
„Und jeder, der genau hinschaut, wird wissen, dass ich dein Herr bin“, sagte er mit einem dunklen, zufriedenen Unterton. „Aber nur, weil du meine Herrin bist. Das ist der Handel.“
Er grinste jungenhaft, gab ihr einen leichten Klaps auf den Po und drehte sich wieder zur Feuerstelle.
„Iss auf, mein Herz. Wir haben noch Zeit bis Mittag. Und danach… gehen wir zusammen in den Lachenden Zwilling. Ich bring dich hin, warte draußen, bis du Feierabend hast, und dann tragen wir meine Sachen hierher. Und heute Nacht…“
Er warf ihr einen Blick zu, halb schelmisch, halb vielversprechend.
„…heute Nacht zeig ich dir, wie ernst ich’s meine, wenn ich sage, dass ich nie wieder woanders schlafen will als neben dir.“
Dann wandte er sich wieder den Fladen zu, summte leise vor sich hin – ein altes Lied, das nur sie beide kannten – und fühlte sich, zum ersten Mal seit langer Zeit, genau da, wo er hingehörte.
Zu Hause.