Tara hatte sich von ihm abgewandt und sprach mit ihm, und Torvik stand einen Moment reglos da, als hätte sie ihm gerade den Boden unter den Füßen weggezogen — aber auf eine Weise, die ihn leicht machte statt schwer. Er war es nicht gewohnt, dass jemand seine Nähe wünschte… und schon gar nicht so selbstverständlich, so offen, so warm.
Als sie sich dann an ihn lehnte, ihren Kopf auf seine Schulter legte und ihm ins Ohr flüsterte, war es, als würde sein ganzer Körper darauf reagieren. Sein Atem stockte. Seine Hände wollten sich reflexhaft um sie legen, aber er ließ es, ließ ihr die Führung, weil das hier… das war ihr Raum. Ihr Zuhause. Ihr Tempo.
Aber ihre Worte „Du darfst so nahe wie möglich bei mir sein“ lösten etwas in ihm. Etwas, das lange nicht berührt worden war.
Er schloss die Augen, nur einen Herzschlag lang, und flüsterte zurück — mit einer Stimme, die tiefer war, als er es beabsichtigt hatte:
„Dann bleib ich genau hier… solange du’s willst.“
Als sie von der Kerze sprach, dieser kleinen zarten Flamme, die er in Händen gehalten hatte, sah er auf sie hinab, überrascht von dem Gedanken, dass ein Stück von ihr wirklich bei ihm wohnen würde. Dass sie wollte, dass etwas von ihr bei ihm wäre.
„Wenn sie ein Stück von dir ist,“ murmelte er, „dann trag ich sie gut. Und ich warte, bis du neben mir sitzt, bevor ich sie jemals anzünde.“
Es klang beinahe wie ein Gelübde.
Als sie ihn anwies, ein Brett und ein Messer zu nehmen, tat er es sofort — nicht aus Pflicht, sondern aus Freude daran, dass sie ihm vertraute. Er legte die Karotten auf das Brett, wusch sie gründlich ab, schnitt sie konzentriert, aber mit einer leichten Unsicherheit, die zeigte, dass er zwar Erfahrung mit Messern, aber nicht unbedingt mit Gemüse hatte.
„Wenn ich’s zu groß schneide, sagst du’s mir, ja?“ meinte er leise, nicht ganz sicher, ob er spielerisch oder ernst klingen wollte. Es wurde eine Mischung aus beidem.
Die Kartoffeln schälte er langsam, aufmerksam, fast so liebevoll, wie er zuvor ihre Kerze gehalten hatte. Immer wieder glitt sein Blick zu ihr, als wollte er sich vergewissern, dass sie noch da war, dass das hier real war.
Und jedes Mal, wenn sie ihm zulächelte, wurde seine Hand ein wenig ruhiger.
Er hatte gerade die letzten Kartoffelstücke in eine Schüssel gleiten lassen, als er spürte, wie ihre Arme ihn umfingen — zart, aber entschlossen. Ihr Kopf an seinem Rücken. Ihr Atem, der durch seinen Stoff drang und einen warmen Punkt direkt über seinem Herzen hinterließ.
Torviks Hände erstarrten für einen Moment.
Dann ließ er das Messer sinken.
Er legte eine Hand auf ihre verschränkten Arme, ganz behutsam, als könnte zu viel Druck sie vertreiben. Die andere glitt langsam über ihre Finger, tastete, als müsste er prüfen, ob sie wirklich dort war.
Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
„Tara… ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas nochmal fühl…“
Er drehte sich halb zu ihr, so dass ihr Kopf an seine Brust rutschte, und schloss sie ganz ein. Nicht hastig, nicht gierig — sondern mit einer Ehrfurcht, die fast heilig wirkte.
„Es tut gut. Dich zu spüren.“
Er senkte den Kopf leicht, seine Stirn berührte ihr Haar, und er blieb einfach so stehen, still atmend, in ihrem Griff.
Dann, nach einem langen Moment, sprach er leise lächelnd:
„Du weißt schon… wenn du mich weiter so hältst… dann werd ich nie wieder loskommen.“
Und zum ersten Mal an diesem Tag lachte er leise — weich, echt, und nur für sie.