Ergetzam
Kloster zum steilen Pfad
Ergetzam, der steile Pfad! Dies ist unser Weg! Nur der Weg durch Entsagung, Schmerz und Überwindung ermöglich uns leer zu werden, all die Illusionen, Wünsche und Ängste hinter uns zu lassen , damit uns die Göttin erfülle, die rote Flamme in uns brenne, hell und heiß, und ihre Wille geschehe!
Khar Yeshe
Wenn der erste Silberstreif am Nachthimmel über den Gipfeln des Shan-Gebirges den neuen Tag ankündigt, ist das rhythmische Hämmern der Nonnen, die mit hölzernen Schlegeln auf die Gebetsbretter einschlagen und so zum Morgengebet rufen, bis weit hinaus in die Steppe zu hören. Geht dann die Sonne über den Bergen auf und die ersten Sonnenstrahlen lassen die glasierten Dachziegel des der Djore Khrag geweihten Klosters Ergetzam aufleuchten, während noch dichter Morgennebel im Tal des östlichen Quellflusses des Dalsit hängt, schimmert das Kloster zum steilen Pfad auf dem Fußhügel des südlichen Shan-Gebirges wie eine mystische Insel in einem Meer aus Dunst.
Örtlichkeit
Über dem Tal des östlichen Quellflusses des Dalsit, der wegen seiner Stromschnellen weißer Dalsit genannt wird, erhebt sich der Klosterkomplex auf einem der Fußhügel des südlichen Shan-Gebirges etwa hundertfünfzig Meter über dem Fluß. Damit ist Ergetzam das einzige Kloster Elek-Shans an der kharischen Steppe zugewandten Seite des Shan-Gebirges. Heute erstreckt sich eine ganze Siedlung um den Klosterberg und hunderte Leibeigene und halbfreie Pächter bewirtschaften den Klosterbesitz im Flußtal und in der Ebene. Angebaut werden hauptsächlich Roggen, Gerste, Gemüse und in südlichen Lagen Granatäpfel. In der Ebene werden die Herden der zotteligen Steppenrinder gehalten und an den Hängen der Vorberge Ziegen und Schafe.Ergetzam zählt zu den reichsten Klöstern Elek-Shans und ist nach der Klosterstadt Lelan auch eines der größten.
Der Klosterkomplex erstreckt sich mittlerweile über den gesamten Hügel. Der steile Pfad, der einst zu dem verlassenen Schrein auf der Kuppe des Hügels führte und der Legende nach Khar Yeshe zur Namensgebung des Klosters und ihrer Lehre inspirierte, ist längst durch breite Steinstufen ersetzt. Massive hohe Mauern aus Ziegel und Bruchstein haben das lehmverputzte Flechtwerk des ersten Klostergebäudes ersetzt und umschließen große Innenhöfe und einen Garten auf großzügig angelegten Terrassen, den Großen Tempel, Wohn- und Wirtschaftsgebäude, Schreine, Bibliothek, Meditationshalle und Lagerräume. Alle Gebäude sind mit raren glasierten Ziegeln gedeckt, die Wände mit Kalkmörtel verputzt, viele Räume zieren Fresken und Wandgemälde. Der reich geschmückte Große Tempel ist in ganz Elek-Shan berühmt wegen der großen, eisernen Statue der Djore Khrag, die Pilger selbst aus den entferntesten Khanaten der karischen Steppe anzieht.
Geschichte
- 176 v. v. Gründung Ergetzams durch die Ordinierte Khar Yeshe und den sechs Tushtai (Standhaften]
165 v. V. Anerkennung der Klostergründung durch den Thapten Terpe, Khar Yeshe wird erste Äbtissin Ergetzams
161 v. V. Gründung der Schwesternschaft vom roten Band durch Khar Yeshe
151 v. V. Erste Ausbauphase
146 v. V. Ernennung Khar Yeshes zur Ehrenwerten Hochäbtissin durch den Thapten Terpe
132 v. V. Verleihung des Ehrentitels "Wahrhaftige Manifestation der roten Flamme" an Khar Yeshe.
120 v. V. Freitod der Khar Yeshe im Großen Tempel.hr folgt die letzte lebende Tushtai Pelmo als Äbtissin nach.
117 v. V. Tod der Äbtissin Pelmo, die den bis heute paraktizierten Kauf von Mädchen für das Novizinat einführte.
117 v. V. - Versiegelung, zweite und dritte Ausbauphase unter verschiedenen Äbtissinnen
Versiegelung - 101 n. V. Die Naturkatastrophen, die der Versiegelung folgten, haben Ergetzam nur wenig in Mittleidenschaft gezogen. Wenn auch die ersten zwanzig Jahre nach der Versiegelung von Mißernten und Einbußen in den Einküntfen des Klosters gekennzeichnet waren, ist seit dem der Einfluß und Reichtum Ergetzams ständig angewachsen.
101 n. V. Die Ordinierte Nayima wird vom Kreis der Tushtai zur Äbtissin gewählt. Mehr noch als ihre Vorgängerinnen herrscht sie in Ergetzam wie eine Fürstin und spielt eine gewichtige Rolle im Machtgefüge Elek-Shans
105 n. V. Revolte in der Schwesternschaft vom roten Band gegen den weltlichen Kurs der Äbtissin Nayima und dem Machtmißbrauch innerhalb der Klosterhierachie. Die Wortführerin der Aufrührerinnen entzieht sich der Verurteilung und tötet bei ihre Flucht zwei Schwertschwestern.
Die ehrenwerte Khar Yeshe, Klostergründerin, Hochäbtissin, Priorin der Schwesternschaft vom roten Band, wahrhaftige Manifestation der roten Flamme




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