Sahrpe (Saar-pe)

Klänge aus zwei Welten

Written by Nightone

Die Sahrpe ist eines der am schwersten zu beherrschenden Instrumente. Sie wurde ursprünglich von den Hochelfen entwickelt, später jedoch von Zwergen und Menschen übernommen und an ihre Bedürfnisse angepasst.
  Sie vereint die Vorzüge und Klangwelten einer Laute und einer Harfe und nutzt dabei gleich zwei unterschiedliche Spielstile. Bei beiden musst du deine Hände unabhängig voneinander bewegen können.
  Ganz zu schweigen von den MagiTech-Versionen.
  Wo wir gerade dabei sind: Beherrschst du das Thaum? Wenn nicht, ist das halb so wild, denn die Zwerge haben eine praktische kleine Erfindung gemacht.
  Aber sei gewarnt: Wenn du das Sahrpe-Spiel auch nur in den Grundzügen erlernst, wirst du auf jeder Familienfeier herangezogen, damit du dein Können allen demonstrierst – egal, ob es deine viel zu stolzen Eltern sind, die angeben wollen, oder die gehässigen Cousinen, die sich über deine schiefen Töne amüsieren.
— Senora Trivilani, Musiklehrerin aus Oppersburg


Traditionelle elffische Sahrpe by Nightone w/ Dream.ai



Allgemeines

Die Sahrpe gilt als eines der komplexesten Saiteninstrumente Irdas. Da sie zwei völlig unterschiedlich gespannte und gespielte Saitensysteme vereint und zwei unterschiedliche Hauptspielstile ermöglicht, erfordert sie jahrelanges Training, ehe man sie wirklich gemeistert hat. Nutzt man eine MagiTec-Version, kommen noch ganz andere Schwierigkeiten hinzu.
  Auf den ersten Blick erinnert die Sahrpe an eine Harfe, die meist aus einem hohlen Horn zu bestehen scheint und quer auf das Griffbrett einer Laute gesetzt wurde. Dabei ist der hohle Harfenbogen gleichzeitig der Klangkörper des Instruments. Ältere Varianten verfügen meist über zehn, neuere über zwölf Saiten. Sechs davon sind kurz und im Harfenbogen angebracht, während vier bis sechs lange Saiten über die gesamte Länge des Griffbretts gezogen sind.
  Dadurch kann das Instrument sowohl die fast ätherisch wirkenden, anhaltenden Klänge einer kleinen Harfe als auch die schnellen, rhythmischen und durch das Umgreifen variablen Akkorde einer Laute reproduzieren.
  Die MagiTec-Version ist zudem mit über den Klangkörper verteilten magischen Runen versehen, die es erlauben, den Klang und die Lautstärke deutlich zu beeinflussen.
  Aufgrund ihrer Komplexität ist die Sahrpe eines jener Instrumente, die vor allem sozial höher gestellte Personen ihren Kindern erlernen lassen – egal, ob sie dafür begabt sind oder nicht. Genauso wenig spielt die Begabung eine Rolle, wenn eben diese Kinder bei Familienfeiern vor der versammelten Großfamilie vorspielen müssen. Es verwundert also nicht, dass reichlich Traumata mit der Sahrpe in Verbindung gebracht werden.

Bauweisen

Die traditionelle elfische Sahrpe war vermutlich von Anfang an als MagiTec-Instrument gedacht. Ihr Klangkörper bestand aus leichtem Holz mit hohlen Strukturen und war mit magischen Runen versehen, die verschiedene Zauber bewirkten. So konnten sie die Lautstärke und den Klang verändern oder illusorische Effekte hervorrufen.
  Da Menschen seltener über starke magische Fähigkeiten verfügen, hohlten sie den Klangkörper von innen aus, um eine bessere Resonanz auch ohne Magie zu erzeugen. Dies zeigte sich als so effektiv, dass diese Bauweise auch in viele MagiTec-Versionen, vor allem die der Zwerge, Einzug hielt.
  Sowohl Menschen als auch Elfen verwenden vornehmlich Saiten aus Naturdarm.
  Als die Zwerge das Instrument aufgriffen, entschieden sie sich aufgrund ihrer Kultur, die untertage nur wenig Holz hat, lieber auf Tierhorn und Knochen für die Instrumentenproduktion zurückzugreifen. Vor allem Drakehörner eignen sich hierfür fantastisch, aber auch gebogene Widderhörner können so bearbeitet werden, dass sie die passende Form haben, und sorgen dafür, dass das Instrument erschwinglich bleibt. Die Zwerge waren zudem die Ersten, die Metallsaiten verwendeten.
  Zusätzlich gibt es auch noch kleinere Keel-Sahrpe (von elfisch „keelis” für „klein”) und die größere Gimo-Sahrpe (von elfisch „gimóen” für „groß”), welche dann wieder über größere oder kleinere Resonanzkörper und längere bzw. kürzere Saiten verfügen.
  Alle Bauweisen unterscheiden sich im Grundklang und eignen sich somit für unterschiedliche Musikstilrichtungen.

 
Zwergische Horn-Sahrpe by Nightone w/ Dream.ai
Menschliche Holz-Sahrpe by Nightone w/ Dream.ai
Avenlína spielt die Sahrpe by Nightone w/ Dream.ai

Zwei Stile

Es gibt zwei Hauptspielarten: den Untrê-Stil (von elfisch „untrêgána” für „stehen”) und den Ivrá-Stil (von elfisch „ivránuna” für „sitzen”).
  Beim Untrê-Stil wird die Sahrpe mittels eines Schulterriemens, der an zwei Stellen des Klangkörpers angebracht ist, umgelegt und vor dem Körper hängen gelassen. Der geschlossene Bogen zeigt nach oben, sodass die Saiten der Harfe vom Griff her über dem Griffbrett liegen, während die Öffnung des Instruments nach unten zeigt.
  Die linke Hand hält das Griffbrett und umgreift die Saiten, während die rechte Hand die Saiten zum Klingen bringt.
  Diese Spielweise eignet sich am besten für schnelle, wechselnde Akkorde und Riffs auf den lautenartigen Saiten, die durch gelegentliches, schnelles Zupfen der harfenartigen Saiten unterstützt und untermalt werden.
  Beim Ivrá-Stil hingegen sitzt der Musiker und legt den Bogen des Instruments nach unten auf dem Schoß ab. Dadurch liegt das Instrument genau anders herum als im Untrê-Stil: Die Öffnung zeigt nach oben, das Griffbrett mit seinen Saiten kommt zuerst und geht nach rechts, während die Harfensaiten unten liegen. Natürlich kehrt sich auch die Reihenfolge der spielbaren Töne um.
  Bei dieser Spielweise legt der Musiker das Griffbrett locker in die rechte Armbeuge und nutzt beide Hände, meist überkreuz, ähnlich wie beim Harfenspiel, um alle Saiten anstimmen zu können, sei es durch einfaches Streichen oder Zupfen.
  Dadurch eignet sich diese Spielweise vor allem für ruhige Balladen und Weisen, die eher auf langgezogene, ätherische Töne setzen.
  Hobbymusiker spezialisieren sich meist auf eine der beiden Varianten, da das Umdenken zwischen den Spielarten nicht jedem leichtfällt.
  Manch einer versucht auch, die Stile zu kombinieren, indem er die Sahrpe quer auf den Schoß legt und das Instrument wie im Untrê-Stil spielt. Darunter leiden jedoch vor allem die Töne der sechs kurzen inneren Saiten.
  Barden, Skalden und andere Berufsmusiker, die dieses Instrument spielen, erlernen natürlich beide Varianten, um sie je nach Situation und Publikum einsetzen zu können.
Ok, für das erste Set nutze ich die traditionelle Sahrpe. Mein Windthaum wird sie mit Illusionen in die richtige Stimmung versetzen und in meinen Bann ziehen.
  Danach wechsel ich auf die Zwergische und sorge dafür, dass der große Blitz-Runenstein bereitliegt. Die Halle ist voll und ich will, dass mich alle hören können – und gerne auch noch jeder im Dorf, der heute nicht hergekommen ist!
  Sie werden denken, ein Streitwagen hätte sie überrollt!
  Es wird Zeit, ein bisschen Stimmung in die Bude zu bringen. „Leise” ist für Weicheier!!
 
— Belinda Bardensang - Bardin Nord-Aravelliens vor einem großen Auftritt
Eckdaten
Art
Musikinstrument
Klassifizierung
Saiteninstrument
Hersteller
Instrumentenbauer, Runenmeister
Eingesetzt von
Barden, Skalden, Performern und Hobbymusikern
Gewicht
0,8 -5 kg Je nach Größe und Material
Wert
60 - 5.000 KuM
Thaum
Ja in den MT-Versionen
Seltenheit
Recht geläufig
Inhalt
Klangkörper: Holz oder Horn
Griffbrett, Holz oder Knochen
Saiten: Darm oder Metal
Verzierungen und Runenhalterungen: Metalle oder Edelsteine

MagiTec

Da die elfischen Runen keine eigene Zauberkraft beinhalten, muss der Anwender sein Thaum in das Musikinstrument fließen lassen, um diese zu aktivieren. Dadurch lässt sich die Stärke der Zauber durch die Menge des abgegebenen Thaums regulieren. Allerdings verteilt sich das Thaum immer gleichmäßig auf alle eingravierten Zauber. Das bedeutet, dass bereits der Instrumentenbauer genau wissen muss, wie stark welcher Effekt im Verhältnis zu eventuellen anderen sein soll, da der Anwender die Runen nicht einzeln ansteuern kann.
  Der Musiker muss daher ein gutes Gespür für sein eigenes Thaum und die Nuancen bzw. den Fluss der erzeugten Musik haben, um keine Schwankungen in der Performance zu riskieren.
  Auch wirkt diese Spielart je nach Potentum schnell erschöpfend auf den Musiker.
  Da Zwerge eher auf die Kraft von Runensteinen setzen, in welchen ein gewisses Maß an spezifischer Thaumenergie eingeschlossen ist, sind zwergische MT-Sahrpe mit weniger Nuancen in den Runen ausgestattet. Illusionszauber sind meist so geschrieben, dass sie nur auf kurze Effekte im Takt reagieren. Auch Lautstärken und spezifische Klangeffekte sind durch die eingearbeiteten Runen exakter vorgegeben. Das ist nötig, da ein Runenstein immer eine gleichbleibende Menge an Thaum abgibt, sobald er aktiviert wurde. Somit lassen sich die Runenzauber nur insoweit regulieren, indem man unterschiedlich starke Runensteine entsprechend der gewünschten Stärke in das Instrument einsetzt. Somit müssen nicht magisch begabte Musiker manchmal tief in die Tasche greifen, um sich je nach Liederliste eines Auftritts die passenden Runensteine anfertigen zu lassen oder bereits erworbene zumindest aufladen zu lassen.
  Eine Besonderheit bei allen MT-Varianten ist jedoch, dass die Art des verwendeten Thaums einen zusätzlichen Einfluss auf Klang und Illusionszauber hat.
  Windthaum sorgt dafür, dass die Töne ätherischer und sanfter werden und sich leichte, farbige Ströme um den Spielenden bilden. Blitzthaum sorgt hingegen für schnellere, abgehakte, aber kraftvoll kurze Töne, und es können Funken aus dem Instrument sprühen. Feuerthaum erzeugt kraftvolle, leicht fauchende Klänge, während Wasserthaum die Töne fließend und klar klingen lässt. Das neutrale Arkanthaum sorgt schließlich für volltönende, leicht vibrierende Töne.
  Weitere Thaumspielarten können für weitere Variationen sorgen, sofern der Musiker über eine besondere Thaumprägung verfügt.
Avenlína spielt die Gimo-Sahrpe by Nightone w/ Dream.ai


Cover image: Musik Banner by Nightone w/ Dream.ai
Character Portrait image: Traditionelle elffische Sahrpe by Nightone w/ Dream.ai

Kommentare

Author's Notes

Background images:

Mamor by Nightone w/ Dream
Musik Hintergrund by Nightone w/ Dream.ai

  Ich freue mich über jede Art von Kritik und / oder Lob. Ich antworte auf Deutsch oder Englisch.


Please Login in order to comment!